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Rheinische Post: Laschets Coup verärgert Berlin

Archivmeldung vom 07.08.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.08.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Armin Laschet will neuer Landesvorsitzender der CDU in NRW werden. Mit einer kurzfristig anberaumten Erklärung überrumpelte er seinen Berliner Kontrahenten Norbert Röttgen, der derzeit in Österreich Urlaub macht. Offenbar schneller als erwartet war es Laschet gelungen, CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid von der Aussichtslosigkeit einer eigenen Kandidatur zu überzeugen.

An eine Absprache, sich in der Sommerpause nicht zu äußern, kann sich Laschet nicht erinnern. Röttgen ist zu recht verärgert. Er war erst in letzter Sekunde von seinem Freund über dessen Vorstoß informiert worden und kann jetzt nur nachziehen. Anders als Krautscheid, der sich wiederholt scheute, Verantwortung zu übernehmen, geht Laschet in die Offensive. Sollte er CDU-Chef werden, dürfte er künftig auch im Landtag die erste Geige spielen. Der Aachener will "das neue Gesicht" der NRW-CDU werden. Vieles spricht dafür, dass der Neustart der Union besser in Düsseldorf als in Berlin eingeleitet werden kann. Laschets Coup ist mutig, aber nicht ohne Risiko. Röttgens Unterstützer in der Bundespolitik wurden vor den Kopf gestoßen. Wenn die NRW-CDU zu alter Stärke zurückfinden soll, müssen jedoch alle dabei mithelfen. Einen Grabenkampf zwischen Düsseldorf und Berlin kann die Union jetzt nicht gebrauchen.

Quelle: Rheinische Post

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