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Lausitzer Rundschau: 100 Tage Emmanuel Macron

Archivmeldung vom 15.08.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.08.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Emmanuel Macron schien ein Glückskind zu sein. Einer, dem alles zufliegt. Vom Mister Nobody wurde er aus dem Stand zum Präsidenten gewählt. Mit seiner Zauberformel aus rechts und links zerstörte er innerhalb von Monaten das jahrzehntealte Parteienschema. Ein Wunderknabe also, dem auch in den ersten Wochen im Amt alles gelang: Klimaretter gegen Donald Trump, Verteidiger der Menschenrechte gegen Wladimir Putin und Impulsgeber der EU. Einer, der über Wasser laufen kann, so schien es.

Doch die Erfolgsstory endet 100 Tage nach seiner Wahl. Zumindest vorerst. Macron hat das Vertrauen der Franzosen verloren. Und zwar deutlich schneller als fast alle seiner Vorgänger. Der 39-Jährige hatte selbst so hohe Erwartungen geweckt, dass sein Sturz umso tiefer ausfiel. Von Grund auf umkrempeln wollte er Frankreich, das als schwer reformierbar galt. Ein dringend notwendiges Vorhaben. Aber die Art und Weise, wie Macron seine Aufgabe angeht, ist die Falsche.

Mit einer Technokratenkaste versucht der Staatschef selbstherrlich, das Land von oben herab zu verändern. Vom Elfenbeinturm des Elysée aus trifft der Staatschef seine einsamen Entscheidungen. Weder seine Minister noch seine Partei bindet er dabei ein. Sie sollen nur unter das Volk bringen, was der Macron und seine Berater sich ausgedacht haben. Kein Wunder, dass dabei ein Hin und Her entsteht, das die Franzosen nicht verstehen.

Und so tut sich bereits nach 100 Taten ein breiter Graben auf zwischen dem Präsidenten und seinem Volk. Das verfolgte den Aufstieg des 39-Jährigen wie den einer Romanfigur. Aber nun sind die Franzosen in der Realität angekommen. Rentner, Studenten und Beamte bekommen die Auswirkungen von Macrons Politik als Erste zu spüren. Und sie merken ernüchtert, dass sie keinen Magier gewählt haben. Doch der Ex-Wirtschaftsminister hat die richtigen Reformen angestoßen. Es ist normal, dass die Ergebnisse sich nicht von heute auf morgen einstellen. Auf Frankreich warten nun die Mühen der Ebene. Und genau das sollte Macron seinen Landsleuten auch erklären. Zeit, aus dem Elfenbeinturm herabzusteigen.

Quelle: Lausitzer Rundschau (ots)

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