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Thüringische Landeszeitung: Die Abberufung von Franz-Peter Tebartz-van Elst als katholischer Bischof von Limburg ist eine weise Entscheidung

Archivmeldung vom 27.03.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.03.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Doris Oppertshäuser

Die Zeit der Ungewissheit ist vorbei. Limburg erhält absehbar einen neuen Bischof - und für Franz-Peter Tebartz-van Elst wird eine neue Verwendung gefunden. Voraussichtlich in einer unteren Leitungsebene einer Vatikanbehörde, heißt es.

Mit der Annahme des Rücktrittsgesuchs hat Papst Franziskus eine weise und wohlabgewogene Entscheidung getroffen. Er hat nichts übers Knie gebrochen - und dennoch von Anfang an klaren Abstand gehalten zu einem Mann, der so sehr in Bauten und so wenig in die ihm anvertraute Gemeinde investierte. Tebartz-van Elst ist nicht etwa nur das Opfer explodierender Baukosten. Er war vor allem auch wegen seines Führungsstils angeeckt. Letztlich ist er über sich selbst gestolpert - aber auch darüber, dass jene, die mit ihm zu entscheiden hatten, ihn nicht beraten konnten. Es ist von Fehleinschätzungen mit schlimmen Folgen die Rede, auch wenn es zugleich heißt, dass der Bischöfliche Stuhl bilanziell kaum beeinträchtigt sei: Schließlich hat er für teuer Geld ja auch ein Bauprojekt erhalten... Was daraus nun wird: Die Limburger haben da noch manche Entscheidung vor sich.

Tebartz-van Elst hat Mitgefühl verdient. Er hatte sich verrannt, war an seine Grenzen gestoßen und wollte sich doch zunächst nicht helfen lassen. Die jetzige Enthebung aus dem Amte kann auch eine Befreiung sein, von einer Last, die ihn beinahe erdrückte.

Wer wird Bischof von Limburg werden? Wen immer dieser Ruf ereilt, ihm steht eine schwierige Aufgabe bevor. So viel ist kaputt gegangen in den Zeiten der Ungewissheit. So viele Anschuldigungen gingen reihum. Jetzt beginnt hoffentlich die Zeit der Erneuerung und der Versöhnung.

Quelle: Gerlinde Sommer / Thüringische Landeszeitung (ots)

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