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Mittelbayerische Zeitung: In der Glaubwürdigkeitsfalle

Archivmeldung vom 17.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast", lautet ein Sprichwort. Und wie jedes enthält auch dieses ein wenig Wahrheit: Statistiken sind immer Interpretationssache und sie bergen in sich die Möglichkeit zur bewussten Manipulation der Menschen, die ihnen vertrauen. Wie alle etablierten Institutionen haben auch die Umfrageinstitute mit einem Verlust ihrer Autorität zu tun. Daran sind sie selbst schuld.

Und dass die Demoskopen bei den letzten Wahlen oft danebenlagen, hat ihrer Glaubwürdigkeit Schaden zugefügt. Die um sich greifende Skepsis ist zusätzlich nachvollziehbar, wenn sich herausstellt, dass Umfrageinstitute in der Vergangenheit gemauschelt haben. Wir Medienunternehmen haben lernen müssen, dass Vertrauen das höchste Gut ist, das es zu erhalten und zu festigen gilt. Vertrauen erkauft man sich nur mit Transparenz und der Bereitschaft, sich zu ändern. Wollen die Meinungsforschungsinstitute ihren Rolle behalten, müssen sie sich klar von den schwarzen Schafen in den eigenen Reihen distanzieren - und ihre Methodik hinterfragen.

Warum gelang es der Trump-Kampagne, Wähler zielgerichtet anzusprechen und zu überzeugen, wenn es im gleichen Wahlkampf nicht gelang, den Sieg Trumps vorherzusagen? Die Antwort darauf ist dieselbe wie auf die Frage, warum Facebook und Google mehr über mich wissen, als eine telefonische Befragung je wissen wird - zumal immer weniger Menschen über einen Festnetzanschluss erreichbar sind. Es geht darum, in welchem Umfeld ich bereit bin, meine Interessen und Präferenzen mitzuteilen - und in welchem Umfeld ich Informationen erhalte, die mir glaubhaft erscheinen. Meinungsforschungen müssen, wenn sie relevant bleiben wollen, weg von der Straße, vom Telefon und den Wahlkabinen. Sie müssen dorthin, wo die Menschen sind: im Netz.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung (ots)

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