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Klimaproteste und Energiekrise: Wie alles miteinander verwoben ist

Archivmeldung vom 24.09.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.09.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Laut dröhnen die kritischen Stimmen zu den neuen Klimaprotesten der jungen Bewegung Fridays For Future in diesem September: Angesichts von Krieg, Corona, Energiekrise und explodierender Inflation sei das ja nun ein völlig dekadenter Protest der egoistischen Jugend. Aus der Zeit gefallen, unangebracht und selbstverliebt.

Das ist, um es gelinde zu formulieren, ein ausgesprochener Blödsinn: Eine Jahrzehnte andauernde natürliche Fehlentwicklung wird nicht dadurch unwichtiger, dass es neben ihr noch zahlreiche andere Fehlentwicklungen gibt. Absurd wird eine solche Kritik dann, wenn sogar alles miteinander zusammenhängt. Wenn also jene, die unter der Energiekrise leiden, den FFF-Protestierenden in die Parade fahren wollen. Denn eigentlich müssten sie zusammen marschieren: Vor allem die Bräsigkeit beim Ausbau erneuerbarer Energien wie Windkraft und Photovoltaik hat erst dazu führen können, dass Deutschland sich aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nicht befreien konnte. Und im Fall der russischen Gaslieferungen auch gar nicht befreien wollte. Bequem und billig war es. Eine Bräsigkeit, die - wohlgemerkt - nicht nur manchen Politikern, sondern auch ökologischen Protestgruppen attestiert werden muss, die Natur schützen wollten, indem sie Windkraft verhinderten. Auch die werden jetzt mitmarschieren bei Fridays For Future. Und ihre Ambivalenz läuft an ihrer Seite.

Was tatsächlich tragisch ist: Der Klima-Protest hat seine gewaltige Kraft zu einem guten Teil verloren. Daran sind die vielen Krisen um ihn herum sicher nicht schuldlos. Zumal sie wahnsinnig viel Geld verschlingen, ohne dass durch dieses ausgegebene Geld für die Zukunft Nachhaltiges gewonnen wäre. Das muss die Stoßrichtung des derzeitigen Protests sein, zumal die Energiekrise den Klimaschützern in die Hände spielt: Dass es eben mehr frühe Investitionen in Ideen für die Zukunft braucht. Und keine nachträglich Löcher stopfenden Gelder für die Fehler der Vergangenheit ausgegeben werden. Das ist jeden Protest wert!

Quelle: Westdeutsche Zeitung (ots)

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