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Rheinische Post: Bruch mit den Euro-Idealen

Archivmeldung vom 21.06.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.06.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Obwohl sich Europas Finanzminister auf nächste Schritte zur Euro-Rettung verständigten, war gestern kein guter Tag für die Gemeinschaftswährung. Die Mehrheit der Minister lehnte den vernünftigen Plan von Wolfgang Schäuble ab, der die privaten Gläubiger mit in die Pflicht nehmen und von ihnen längere Laufzeiten erzwingen will.

Vor allem Paris will seine Banken schonen, die viele Griechenland-Anleihen halten. Statt dessen sollen die Gläubiger nun höflich gebeten werden, doch bitte freiwillig etwas länger auf ihr Geld zu warten. Naiver geht es kaum - und teurer auch nicht. Jeden Euro zur Rettung Athens, den der private Sektor nicht gibt, wird der Steuerzahler übernehmen müssen. Aber das hat in der Währungsunion inzwischen Methode. Fast nebenbei schufen die Finanzminister gestern auch einen dauerhaften, 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm für Pleitestaaten. Das ist ein Verrat an den Gründungs-Idealen der Währungsunion, wie sie einst in der berühmten "No-bail-out-Klausel" festgeschrieben wurden. Danach war es der Gemeinschaft bisher verboten, für Schulden anderer Länder einzutreten. Jetzt wird genau das erlaubt. Aus der Währungsunion wird eine Transferunion - mit gefährlichen Anreizen: Schuldenmacher können ab jetzt darauf setzen, dass andere Länder sie wieder herauspauken. Auf Dauer kann das nicht gutgehen.

Quelle: Rheinische Post (ots)

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