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WAZ: Zwischen Revolte und Resignation

Archivmeldung vom 06.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Es ist die nackte Wut, die die Menschen in Griechenland auf die Straßen treibt: Und sie entlädt sich gegen Banken und die Gebäude der Regierung. Es gibt Tote und Verletzte - Hellas von Sinnen.

Jetzt - im Zeichen der Krise - wären Ruhe und Besonnenheit erste Bürgerpflicht, doch die Griechen haben Angst. Angst um ihren Job, Angst um das Ersparte, Angst um die Rente, Angst vor dem, was auf sie zukommt.

Die Griechen leben nicht in Saus und Braus, sie tanzen nicht den ganzen Tag Sirtaki oder sitzen Ouzo trinkend am Strand, um über die Deutschen zu lästern, die nun die Karre aus dem Dreck ziehen sollen. Das hat - mit Verlaub - nicht mal Stammtischniveau.

Nicht nur die EU, auch die Griechen selbst sind von ihrer Regierung hinters Licht geführt worden. Es sind die kleinen Steuerzahler, die Rentner, Lehrer, Erzieher, Verkäufer, die Leute von der Müllabfuhr, die dafür jetzt bezahlen müssen. Sie fühlen sich verraten, verkauft und gedemütigt - auch von Deutschland. Und es ist noch unklar, ob sie das gigantische Sparpaket, was ihnen die Regierung auferlegt hat, verkraften. Die Löhne und Renten sinken, die Steuern steigen, alles wird teurer. Resignieren? Revoltieren? Die Griechen stehen vor einer harten Probe. Ob sie sie bestehen oder ob das Land ins Chaos abrutscht, ist offen. 

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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