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Deutscher Reiseverband warnt vor Verschlechterungen für Kunden und Reisebüros

Archivmeldung vom 06.12.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.12.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Dietmar Frericks / pixelio.de
Bild: Dietmar Frericks / pixelio.de

Der Vizepräsident des Deutschen Reiseverbands, Ralf Hieke, hat vor Verschlechterungen für Kunden und Reisebüros durch das geplante neue Reiserecht gewarnt. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" nannte Hieke die zugrunde liegende EU-Pauschalreiserichtlinie "ein Bürokratiemonster, das klassisch europäisch überreguliert". Für Reisebüros könnte die Neuregelung sogar existenzbedrohend sein.

Die Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht hat das Bundeskabinett Anfang November beschlossen. Die Neuregelung muss ab dem 1. Juli 2018 angewendet werden. Diese sieht vor, dass die Reiseveranstalter bis zu 20 Tage vor Reiseantritt für gestiegene Kerosinkosten oder geänderte Wechselkurse einen Mehrpreis von bis zu acht Prozent auf den ursprünglich vereinbarten Preis aufschlagen können, ohne dass sie nachweisen müssen, dass ihre Kosten wirklich gestiegen sind. "Die Beweislast liegt damit bei den Kunden", kritisiert Hieke. "Das ist der falsche Ansatz und müsste genau umgekehrt geregelt sein."

Verbesserungsbedarf sieht Hieke auch bei den sogenannten verbundenen Reiseleistungen, die sich aus Bausteinen unterschiedlicher Anbieter zusammensetzen. Man habe zwar durchgesetzt, dass ein Reisebüro beim Vertrieb von mehreren Reiseleistungen nicht mehr wie ursprünglich geplant automatisch in die Veranstalterhaftung gerate.

Doch könne das Reisebüro das nur verhindern, wenn es jede einzelne Leistung separat buchen, separat abrechnen und separat bezahlen lasse. "Weist das Reisebüro alle Einzelleistungen in einer Gesamt-Zahlungsaufstellung aus, wird es doch wieder zum Reiseveranstalter mit den entsprechenden Haftungspflichten", erläutert der DRV-Vize aus Ibbenbüren.

Bleibe es bei dieser Regelung, bestehe die Gefahr, dass Reisebüros, um auf der sicheren Seite zu sein, nicht mehr die volle Produktpalette anböten, sondern bevorzugt Pauschalreisen, bei denen die Haftung bei den Veranstaltern liege. "Den Kunden ginge dann Vielfalt und Neutralität der Beratung verloren", so Hieke. Reisebüros, die sich nicht rechtzeitig mit der Problematik auseinandersetzten und sich der Risiken nicht bewusst seien, könnten auch wegen der ungewissen Versicherungsfragen in ihrer Existenz bedroht sein.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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