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Wenn der kleine Hunger (be)kommt

Archivmeldung vom 01.10.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.10.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild:  Jan Fidler   CC BY 2.0 - Flickrview
Bild: Jan Fidler CC BY 2.0 - Flickrview

Ein kurioser Fall sorgt aktuell in der hessischen Landeshauptstadt für Aufregung. Der Wiesbadener Kurier berichtete kürzlich davon, dass stillende Mütter aus öffentlichen Orten herauskomplimentiert wurden. Dass in vielen Teilen Deutschlands ein gewisses Spießertum vorherrscht, ist sicherlich keine neue Nachricht. Dass sich jetzt aber schon Mütter für das Stillen ihrer Kinder aus öffentlichen Orten zurückziehen sollen, scheint eine neue Dimension des Spießbürgertums zu sein. Aber das ist erst der Anfang der Kuriosität.

Als Mutter in Deutschland hat man es nicht leicht. Dank des demografischen Wandelns zählt man ohnehin schon zu einer absoluten Minderheit. In den vergangenen Jahren schreckten sogar spießige Nachbarn nicht davor zurück, gegen den Kinderlärm von anliegenden Kindergärten zu klagen – und gewannen! Wenn Mütter nun in der Wiesbadener Innenstadt unterwegs sind und das Kind Hunger bekommt, haben Mutter und Kind ein Problem. Ein gewisses Maß an Ruhe und Rückzug braucht es schon, um seinem Kind die Brust geben zu können. Wenn Mütter allerdings dafür ein Lokal aufsuchen, wird das weder von Gästen noch von Lokalbetreibern gerne gesehen. Besänftigt wurden Lokalbetreiber dabei nur, wenn die Mutter im selben Zug auch etwas bestellte. Ein Verzehrzwang für die Mutter, damit auch ihr Baby zum Verzehr kommt. Verzehrte Welt.

Tatsächlich war die Ratlosigkeit mancher Mutter so groß, dass eine Kampagne des Wiesbadener "Runden Tischs Frauengesundheit" ins Leben gerufen werden musste, mit deren Hilfe Mütter in der Landeshauptstadt "Stillfreundliche Orte" finden können. Ein Aufkleber, blau-weiß im Stil der von den Deutschen so geliebten Ordnungsschilder, soll künftig Orte markieren, an denen die Mutter ungestört und ohne Kauf- und Verzehrzwang ihr Kind stillen kann.

"Wir haben zum Beispiel im Rathaus schon länger einen separaten Still- und Wickelraum, für den sich alle Frauen beim Pförtner den Schlüssel holen können", teilte Juliane Philipp-Lankes vom Büro der kommunalen Frauenbeauftragten dem Wiesbadener Kurier mit. Der erste Aufkleber der Kampagne hängt demnach im Wiesbadener Rathaus, insgesamt sind aktuell zehn Geschäfte und Lokale mit dem Hinweis gekennzeichnet. Aber Wiesbaden kann auch anders. Cafés wie das "Perfect Day" oder das "Lala Land" sind absolut kinderfreundlich, auch ohne Aufkleber. Hier können Mütter ganz in Ruhe ihr Kind stillen, ohne schief angeguckt zu werden.

Stillen ist gesund, essenziell für die Mutter-Kind-Bindung und gibt dem Baby alles, was es in den ersten Monaten braucht. Zudem spart es zuletzt auch Geld: Experten haben ausgerechnet, dass stillende Mütter etwa 100 Euro gegenüber industrieller Babynahrung sparen können. Um sich den neugierigen Blicken zu entziehen, können Mütter auch über den Kauf eines großen Stilltuchs nachdenken, der Online-Shop baby-walz führt eine große Auswahl. So ist das Kind von den Spießbürgern geschützt und eben diese können sich anderen Themen widmen, die sie zur Weißglut bringen. Das Herbstwetter zum Beispiel.

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