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Plastic Planet

Archivmeldung vom 19.09.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.09.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Plastic Planet von Werner Boote
Plastic Planet von Werner Boote

Plastik ist billig und praktisch. Wir sind Kinder des Plastikzeitalters. Kunststoffe können bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit ihren unbekannten Zusatzstoffen unser Hormonsystem schädigen. Wussten Sie, dass Sie Plastik im Blut haben?

Regisseur Werner Boote zeigt in seinem investigativen Kinodokumentarfilm, dass Plastik zu einer globalen Bedrohung geworden ist. Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Warum ändern wir unser Konsumverhalten nicht? Warum reagiert die Industrie nicht auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Und wer verliert?

 

Regisseur Werner Boote sagt über die Idee zum Film, "1999 habe ich in einer holländischen Tageszeitung gelesen, dass Fische in England in einem Fluss aussterben, weil es einen Stoff gibt, der in Kunststoff enthalten ist. Kurz darauf habe ich, im Time Magazine, gelesen, dass das Grönlandmeer mit Kunststoffen belastet ist. Ich habe immer mehr Berichte in Zeitungen gefunden, die von einer Art Gefahr durch Kunststoffe erzählen. Ich habe dann in einer österreichischen Tageszeitung vor mehreren Jahren einen kleinen Bericht gelesen, dass der Pazifik durch Kunststoffe belastet ist und ich habe mich gewundert warum das niemand weiß! Nach diesem kleinen Zeitungsartikel stand einige Tage später in der gleichen Tageszeitung ein acht Seiten Bericht, bezahlt von der Kunststoffindustrie, der genauso ausgesehen hat wie die ganze Zeitung. Meine logische Schlussfolgerung:  Diesen kleinen Bericht überliest man, aber acht Seiten, in denen erzählt wird, wie innovativ, wie umweltbewusst und wie großartig Kunststoffe sind, bleiben hängen. Deshalb habe ich mir gedacht:  ich mache einen Film darüber."

Weil Werner Boote viel über Teilbereiche zum Thema Kunststoff gelesen und viele verschiedene Fernsehberichte gesehen hat, die immer wieder über einzelne Aspekte berichtet haben, stellte sich ihm die Frage warum es keinen Film gibt, der Alles in Eines zusammen fügt.  Sein Wunsch mit der Produktion des Films war, dass man einmal sieht, was eigentlich alles umfassend  über Kunststoffe zu sagen ist.

Der Großvater von Boote hat in der deutschen Kunststoffindustrie gearbeitet als Boote ein Kind war. Der Großvater ist jedes Wochenende nach Wien gekommen und hat ihm immer schöne Geschenke mitgebracht, die natürlich immer hauptsächlich aus Kunststoff waren, über die ich irrsinnig stolz war, weil sie ziemlich schön waren und alles gekonnt haben.

Über die großen Vorteile von Kunststoff sagt der Regisseur, dass es billig ist, dass es sehr bequem ist, weil es leichter ist. Plastikflaschen können leichter nach Hause getragen werden. Es können durch Kunststoffe auch tolle Formen entstehen. Man kann Plastik  schnell in eine bunte, knallige Form gießen, die einfach gut riecht - nach Phthlaten.

Die Orte und Interviewpartner für den Film wurden von Werner Boote nach rein persönlichen Interesse ausgewählt. Er hat vorher lange recherchiert und für sich entschieden, welche Wissenschaftler vertrauenserweckend erscheinen. Sie hat er dann über Monate und Jahre begleitet und genauso war es bei den Locations. Er ist dort hingefahren, wo er sich gedacht hat: Insel der Natur – das kann ja nur schön sein. Dann hat er herausgefunden, dass überall  ein großes Müllproblem besteht.  Diesen Widerspruch hat er gesucht und gefunden.

Seine Filme sind seine persönliche Suche nach einer Antwort, lautet die Antwort auf die Frage über seine Rolle vor der Kamera. "Dadurch spielt die Person Werner Boote eine Rolle in dem Film. Wenn man einen investigativen Film macht, kommt immer gleich die Frage, ob das ein Film wie von Michael Moore ist. Dann sage ich immer „Um Gottes Willen“. Das Ganze ist eigentlich nichts anderes als meine persönliche Reise oder Suche. Ich mache keine Propaganda in der Art: „Hallo, ich sage euch jetzt wie die Welt funktioniert“. „Plastic Planet“ ist zu einem Film geworden, der mich verfolgt und begleitet, auf meiner Suche danach, wie es mit unserem Plastik Planeten ausschaut", so Boote.

Angst vor den Mächtigen scheint Werner Boote nicht von seiner investigativen Arbeit abzuhalten. Die Meinung des Regisseurs lautet dazu, "Ich bin in meiner Karriere schon öfter bedroht worden. Wenn man Dokumentarfilme zu heiklen Themen macht, äußern sich Gegner auf mehr oder weniger adäquate Weise. Jetzt ist es die Plastikindustrie, die Ölindustrie und die anderen Branchen, die alle vom Plastik abhängig sind auf Konfrontation.  - Ich ziehe meine Plastikkugelsichere Weste an und warte was passiert. "

Die größten Schwierigkeiten mit den Big Playern der Kunststoffindustrie in Kontakt zu kommen, war, dass die nicht daran interessiert sind, dass über sie berichtet wird. Selbst die größte amerikanische Sendung „60 Minutes“ hat den Boss der Kunststoffindustrie nie vor die Kamera bekommen. Werner Boote habe 18 Monate gedrängt, ein Interview mit dem Präsidenten von Plastics Europe zu bekommen. "18 Monate kann kein Fernsehsender zeitlich durchhalten. Beim Aufeinandertreffen mit den Interviewpartnern war das Vertrauen aber immer sehr schnell da, weil mein Vater in der Kunststoffindustrie gearbeitet hat. Daher bin ich quasi ein Freund und ich komme aus der Familie. Deswegen hat man mit mir sehr locker geredet. Aber sobald man kritische Fragen stellt, kriegt man ausweichende  Antworten.Die größte Herausforderung war, nicht zu tief in die Materie zu gehen und alle Substanzen genau zu erklären und andererseits nicht zu oberflächlich zu bleiben. Es hat einen Moment in der Produktionsphase, innerhalb dieser 10 Jahre, gegeben, wo ich völlig die Nerven weggeworfen habe und mir gedacht habe „Um Gottes Willen, rund um mich herum ist Gefahr und niemand weiß es. Bin ich der Einzige? Das ist alles schrecklich!“, erklärt Boote.

Die „Message“ an das Publikum von „Plastic Planet“ ist, wie vom Regisseur Werner Boote zu lesen ist, folgende: "Ich würde nicht sagen „Kauft überhaupt kein Plastik mehr“. Das würde nicht funktionieren. Wenn es mir gelingt mit meinem Film die Menschen zum Nachdenken zu bringen, sich zu überlegen nicht mehr so viel Plastikramsch zu kaufen, dann ist es großartig, denn dann haben wir viel gewonnen. Der Film sagt dem Publikum: „Hallo, werdet ein bisschen aufmerksam in Sachen Kunststoff. Erkundigt euch. Fragt eure Supermarktverkäufer, was dahinter ist und warum nicht auf der Plastikverpackung drauf steht, was da alles für Schadstoffe in mein Essen gehen.“ Dann wird die Supermarktkette reagieren und wird sich umstellen. Denn es ist EU Recht, dass der Konsument den Händler fragen darf und, dass der Händler Auskunft geben muss, was in den Produkten drinnen ist. Das weiß nur keiner."

Originaltitel:      Plastic Planet
Land (Jahr):     Österreich (2009)
Genre:     Dokumentation
Besetzung:     Werner Boote, Theo Colborn, Fred Vom Saal, Margot Wallström
Regie:     Werner Boote
Kamera:     Thomas Kirschner
Produktion:     Thomas Bogner, Ilann Girard, Tom Gläser, Daniel Zuta
FSK:     ab 06 Jahren 

Kinostart: 18. September 2009

 




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