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Daimler: Hartz-IV-Aufstocker, Leiharbeiter mit Niedriglöhnen in "betrifft: Harte Arbeit - schlechter Lohn. Wie Menschen abgehängt werden"

Archivmeldung vom 12.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Mercedes-Stern auf der Front einer S Klasse-Limousine. Bild: Daimler AG
Mercedes-Stern auf der Front einer S Klasse-Limousine. Bild: Daimler AG

Bei Daimler arbeiten Menschen, die so wenig verdienen, dass sie Hartz IV-Zuschüsse vom Staat erhalten. Nach einem Bericht des SWR Fernsehens sind davon Arbeiter betroffen, die bei einer Logistikfirma als Leiharbeiter beschäftigt sind. Dieses Unternehmen führt auf dem Firmengelände in Stuttgart Aufträge der Daimler AG aus. Der Automobilhersteller ist seit vielen Jahren über einen Werkvertrag mit dem Unternehmen verbunden, Wie der SWR berichtet, arbeiten bei Daimler nach Gewerkschaftsangaben zunehmend Beschäftige von Werkvertragsunternehmen.

Neben Stuttgart beispielsweise im Lkw-Werk in Wörth bei Karlsruhe. Und zwar meist zu Lasten der Zahl der Stammbeschäftigten und/oder der direkten Daimler-Leiharbeiter im jeweiligen Bereich, heißt es in der SWR Dokumentation "betrifft: Harte Arbeit - schlechter Lohn. Wie Menschen abgehängt werden". Sie wird am Mittwoch, 12. April 2017, von 20:15 bis 21 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt.

Durch die Auslagerung von Arbeit an Werkvertragsunternehmen werde, so die Kritik aus Gewerkschaftskreisen, der gute Metall-Tarif unterlaufen. Das gleiche gelte für die speziellen Tarifverträge, die die IG Metall für Leiharbeite abgeschlossen hat. Denn die gelten für die Werkvertragsunternehmen nicht. Die Folge ist, Leiharbeiter dieser Firmen verdienen wesentlich weniger als die, die Daimler selbst anheuert.

Drei Klassen von Arbeitern

Nach den SWR Recherchen arbeiten bei Daimler drei Klassen von Arbeitern: die Stammbeschäftigten, die direkten Leiharbeiter und die Werkvertrags-Leiharbeiter. Während die Stammbeschäftigten - inklusive aller Extras und Prämien - ein gutes Einkommen haben, bekommen die von Daimler direkt angeheuerten Leiharbeiter für die gleiche Arbeit in der Logistik bis zu einem Drittel weniger, die Beschäftigten der Werkvertragsunternehmen müssen sich sogar mit bis zu zwei Drittel weniger zufriedengeben. In manchen Fällen verdienen sie so schlecht, dass nur noch der Gang zum Job-Center bleibt, um Hartz-IV-Leistungen zu beantragen.

SWR Reporter Hermann Abmayr konnte bei seinen Recherchen mit mehreren sogenannten Aufstockern sprechen, die in den Jahren 2014 bis 2017 zeitweise Geld vom jeweiligen Job-Center bezogen haben. Darunter sind Männer mit einem oder mehreren Kindern, aber auch ein Facharbeiter ohne Kind. In Gewerkschafts- und Betriebsratskreisen wurde bestätigt, dass derartige Fälle bekannt sind.

Der SWR hätte über das Thema gerne mit Daimler-Chef Dieter Zetsche oder Personalvorstand Wilfried Porth gesprochen, doch der Konzern lehnte trotz monatelanger Bemühungen ein Interview ab.

Ausnahme Porsche

Die Verlagerung von Arbeiten auf Werkvertragsunternehmen gibt es nach SWR Recherchen in vielen Automobilwerken in Deutschland. Bei Porsche dagegen hat der Betriebsrat zumindest für die Produktion in Stuttgart-Zuffenhausen durchgesetzt, dass dort keine Leiharbeiter und keine Werkvertragsarbeiter mehr arbeiten.

Sendung:

"betrifft: Harte Arbeit - schlechter Lohn. Wie Menschen abgehängt werden" Mittwoch, 12. April 2017, 20:15 bis 21 Uhr, SWR Fernsehen

Quelle: SWR - Südwestrundfunk (ots)

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