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"planet e." im ZDF über das "Kriegserbe Blindgänger"

Archivmeldung vom 27.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: "obs/ZDF/Dennis Mätzig"
Bild: "obs/ZDF/Dennis Mätzig"

Der letzte Krieg in Deutschland ist mehr als 70 Jahre her - doch noch immer liegen mehr als 100 000 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden - potenzielle Gefahren für Mensch und Umwelt. Die Umwelt-Doku-Reihe "planet e." berichtet am Sonntag, 30. April 2017, 16.30 Uhr, im ZDF, über das "Kriegserbe Blindgänger".

Nicht nur alte Munitionsfabriken und verlassene Militärgelände verbergen Kriegs-Altlasten. Den Behörden machen vor allem chemische Kampfstoffe zu schaffen, die zum Teil noch aus dem Ersten Weltkrieg stammen, wie zum Beispiel Senfgas. Die vergrabenen und vergessenen Granaten haben längst Rost angesetzt, die darin enthaltenen Chemikalien treten aus. Und anders als bei den Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg sind die Standorte von ehemaligen Abfüllanlagen oder späteren Betrieben zur Zerlegung von Kriegsmunition längst in Vergessenheit geraten.

Eine der größten Altlasten des Ersten Weltkrieges ist in Munster in der Lüneburger Heide zu finden: 1916 wurde dort eine Produktionsstätte für chemische Kampfstoffe eingerichtet. 1919 kam es zur Katastrophe: Bei einer Explosion gingen 1000 Tonnen Kampfgas, fast eine Million Gasgranaten, eine Million Zünder und Kartuschen, 230 000 Minen und 40 Kesselwagen mit Kampfgas zeitgleich in die Luft. Chemische Munition wurde kilometerweit in die umliegende Gegend verteilt. In Munster kommen zudem noch tausende Giftgranaten hinzu, die die britische Armee nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergraben ließ.

Bis heute ist das Gebiet gesperrt und kann nur nach und nach geräumt werden. Ein Sonderkommando der Bundeswehr sucht das Gelände ständig mit Metall-Detektoren nach Granaten und anderen Kleinteilen ab. Dabei ist höchste Vorsicht geboten: Die Munition muss ausgegraben und in einem gasdichten Spezialbehälter direkt zur Vernichtungsanlage gebracht werden. Filmautor Michael Nieberg war für die "planet e."-Doku "Kriegserbe Blindgänger" bei den Räumungen dabei und geht der Frage nach, welche Auswirkungen die Altlasten der Kriege heute noch bundesweit für Mensch und Umwelt haben.

Quelle: ZDF (ots)

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