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Auto-Deutschland unter Druck: "ZDFzoom" über E-Mobilität und mehr

Freigeschaltet am 25.06.2019 um 07:55 durch Andre Ott
Bild: "obs/ZDF/Gordon Volk"
Bild: "obs/ZDF/Gordon Volk"

Deutschlands Autoindustrie ist vom Innovationstreiber zum Getriebenen geworden - der Fortschritt in Sachen E-Mobilität ist zu langsam. Dabei geht es nicht mehr um die Frage, ob Elektromobilität wirklich besser ist oder der Verbrenner noch besser als sein lädierter Ruf - der Weltmarkt gibt bereits die Richtung vor.

"ZDFzoom" fragt deshalb am Mittwoch, 26. Juni 2019, 22.45 Uhr, warum Auto-Deutschland nicht alles dafür tut, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein - in "Vollgas oder Scheitern - Auto-Deutschland unter Druck".

In Norwegen fahren bereits 65 Prozent aller Neuwagen elektrisch oder als Hybrid, in Deutschland sind es sieben Prozent. Die Norweger haben den Wandel als Chance erkannt: Sie wollen vorne mit dabei sein bei neuen Technologien und der Ladeinfrastruktur. Ein E-Auto ist in Norwegen günstig, weil Steuern wegfallen. Es ist komfortabel, weil man die Busspur nutzen kann. Es ist praktisch, weil in vielen Tiefgaragen Ladebuchsen in ausreichender Zahl vorhanden sind. Christina Bu vom norwegischen E-Mobilitätsverband will darum nicht länger hören, dass Konsumenten angeblich noch nicht bereit seien für eine andere Mobilität: "Sobald der Preis stimmt, sind die Kunden mehr als bereit, elektrisch zu fahren."

Dass sich etwas tut in der automobilen Welt, zeigt sich auch daran, dass China zukünftig ein Viertel seiner Neuwagen elektrisch fahren lassen will. Ab 2030 sollen dort Verbrennungsmotoren in Pkw komplett verboten werden.

"ZDFzoom"-Reporter Torben Schmidt trifft den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Adam Opel AG, Karl-Thomas Neumann, der mit Blick auf die Automobilitätssituation in Deutschland sagt: Wenn man erfolgreich sei, sei es schwer, diesen Erfolg zu zerstören, um etwas Neues zu schaffen. "Es muss eine Haltung entwickelt werden - da werden Arbeitsplätze verloren gehen, aber es werden auch neue geschaffen werden." Auch die Politik habe sich zu lange schützend vor die Automobilindustrie gestellt und präsentierte keine Leitlinien, keine Idee. Uwe Cantner, Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation des Bundes, hält es ebenfalls für einen Fehler, "auf Teufel komm raus" Jobs in Bereichen zu erhalten, in denen der Weltmarkt schon entschieden habe. "ZDFzoom" zeigt, dass auf dem globalen Markt die Weichen für eine neue Mobilität längst gestellt sind, und fragt: Sind auch die deutschen Autobauer bereit dafür?

Quelle: ZDF (ots)

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