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60 Jahre Mauerbau: "Tunnel der Freiheit" zeigt spektakuläre Fluchthilfe

Archivmeldung vom 03.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Domenico Sesta (Mimo) begrüßt Evelyne Schmidt (Peters Frau) Bild: SWR/NBC/National Archives Fotograf: SWR - Das Erste
Domenico Sesta (Mimo) begrüßt Evelyne Schmidt (Peters Frau) Bild: SWR/NBC/National Archives Fotograf: SWR - Das Erste

Im Jahr 1962 gelang einer Gruppe von 29 Menschen aus der DDR die Flucht in den Westen - durch einen 135 Meter langen Tunnel. Mehr als vier Monate haben 41 Studenten aus Westberlin diesen Tunnel gegraben. Sie setzten ihr Leben aufs Spiel - für Freunde, Verwandte, Geliebte, Fremde und politische Ideale. "Tunnel der Freiheit" erzählt die Fluchtgeschichte, die angesichts weltweiter Flüchtlingskrisen, Abschottung und Mauern nichts an Aktualität und Brisanz verloren hat. Der Dokumentarfilm von Marcus Vetter wird am Mittwoch, 28. Juli, um 23 Uhr im Ersten gezeigt.

Verschlammt und durchnässt, aber in Freiheit

Zum ersten Mal in der Filmgeschichte ist eine Kamera hautnah bei der Flucht von Menschen aus der DDR dabei - sie sollen durch einen Tunnel unter der Mauer durch in die BRD gelangen. Als während der Grabungen das Geld ausgeht, verkaufen die beiden Italiener Mimmo und Gigi die Filmrechte an den US-amerikanischen Fernsehsender NBC. Sie graben den Tunnel für ihren Freund Peter Schmidt. Als der Film am 10. Dezember 1962 von der NBC vor einem Millionenpublikum ausgestrahlt wird, gehen die Bilder um die Welt. Sie sind voller Dramatik. Monatelang haben die Helfer geschuftet.

Zuerst die Suche einer geeigneten Örtlichkeit - hüben wie drüben. Die Grabungen mussten unter absoluter Geheimhaltung stattfinden, gefährdet waren ja nicht nur die Fluchtwilligen, sondern auch die Helfer, sobald sie auf bzw. unter DDR-Gebiet waren. Wassereinbrüche, Streitigkeiten - das Unterfangen zerrte an den Nerven und wurde immer teurer. Doch eines Abends konnte das Signal gegeben werden und die Flüchtlinge fanden sich nach und nach zur konspirativ vereinbarten Zeit am Einstieg ein. 135 Meter durch den engen Schacht, verschlammt und durchnässt, aber in Freiheit.

"Tunnel" reloaded

1999 erschien der preisgekrönte Dokumentarfilm "Der Tunnel", der die spektakuläre Geschichte der Flucht auch mit Bildern von damals erzählte. Über 20 Jahre später wurde er mit neu gedrehtem Interviewmaterial als "Tunnel der Freiheit" noch einmal neu aufgelegt: Mimmo und Gigi sind inzwischen gestorben, doch einige der Tunnelbauer, heute in den Achtzigern, leben noch und erzählen ihre Geschichten. So auch Inge und Claus Stürmer, deren erster gemeinsamer Fluchtversuch 1961 schief ging: Nur Claus gelang die Flucht in den Westen. Inge, Mutter eines Kleinkindes und schwanger, wurde verhaftet und zu Gefängnishaft verurteilt. Claus arbeitete an dem Tunnel mit, um seine Familie endlich zu sich zu holen. Ein Happy End.

"Tunnel der Freiheit" erzählt vom Wagemut junger Menschen, von Vertrauen und Solidarität, von der Suche nach Freiheit und dem Überwinden von Mauern.

Produktion und Ausstrahlung

"Tunnel der Freiheit" ist eine Produktion von Filmperspektive und im Auftrag von SWR und ARTE für Das Erste. Der Film wird am Mittwoch, 28. Juli, um 23 Uhr im Ersten gezeigt und ab 26. Juli für ein Jahr in der ARD Mediathek verfügbar. Die Erstausstrahlung des Films ist am 22. Juli auf ARTE.

Quelle: SWR - Das Erste (ots)

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