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Die Suche nach mehr Schönheit: 3sat zeigt Schweizer Doku "Das optimierte Gesicht"

Archivmeldung vom 22.05.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.05.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Maria Müller vor ihrer OP Bild: ZDF Fotograf: ZDF/SRF
Maria Müller vor ihrer OP Bild: ZDF Fotograf: ZDF/SRF

Die Schweiz ist weltweit führend bei der Anzahl an Schönheitsbehandlungen. Die Dokumentation von Samuel Bürgler begleitet Menschen auf dem Weg zum Eingriff. Was steckt hinter der Selbstoptimierung? Die Suche nach mehr Schönheit, mehr Glück - oder das Ausblenden der eigenen Vergänglichkeit?

Beim Blick in den Spiegel kommt bei vielen Schweizerinnen und Schweizern offenbar der Selbstwert ins Wanken. Viele sehen Handlungsbedarf. 3sat zeigt "Das optimierte Gesicht" am Mittwoch, 26. Mai 2021, um 20.15 Uhr, in deutscher Erstausstrahlung.

Laut der Gesellschaft "Swiss Plastic Surgery" werden in der Schweiz pro Jahr schätzungsweise rund 90.000 Schönheitsoperationen durchgeführt. Ethikerin Ruth Baumann-Hölzle sieht den Kern des Problems nicht im Verlust von Jugend und Attraktivität, sondern im verkrampften Umgang mit der natürlichen, altersgemäßen Veränderung und in fehlenden Sinnbezügen im Leben. "Wir probieren damit unsere Vergänglichkeit auszublenden. Die Oberfläche wird immer wichtiger. Und das, was unter der Oberfläche passiert, kommt immer weiter aus dem Blick." Oft begründen Patientinnen und Patienten ihren Entscheid für eine Schönheitsoperation damit, dass sie besonders ästhetisch orientierte Menschen seien.

So auch Maria Müller. Ihr Hals ist schlaff, das stört sie. Mit 70 Jahren legt sie sich deshalb unters Messer. Anita Bucher ist 50 Jahre. Sie findet, ihre Augenlider würden mehr und mehr hängen, und entscheidet sich für eine Straffung. Um noch einen Tick frischer auszusehen, lässt sie ihr Gesicht zusätzlich mit Eigenfett und Botulinumtoxin aufspritzen. Mit Botulinumtoxin abgeschlossen hat die ehemalige Miss Schweiz und Komikerin Stéphanie Berger: "Du kannst das Gesicht mit Botox nicht mehr bewegen, das ist ein schräges Gefühl. Als die Wirkung nachgelassen hat, war es wie eine Befreiung. Mein Gesicht darf leben. Eine Lebendigkeit im Gesicht ist mir viel wichtiger als irgendwelche Falten." In der Beautyszene gilt Botulinumtoxin als die Waffe schlechthin gegen Falten. Laut Sascha Dunst, Facharzt für Plastische Chirurgie, soll damit begonnen werden, bevor sich Falten entwickeln. Nun hat die deutsche Neurowissenschaftlerin Charlotte Baumeister in einer Studie herausgefunden, dass Botulinumtoxin neben der Lähmung der Gesichtsmuskulatur auch noch einen anderen Effekt hat: Es lähmt unsere Emotionen. Welchen Preis sind wir bereit zu bezahlen, um dem Alter Paroli zu bieten?

Quelle: 3sat (ots)

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