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Doku "Wo lebt es sich am besten?"

Archivmeldung vom 19.05.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.05.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Ellweiler im Nationalpark Hunsrück-Hochwald zählt zu den strukturschwächsten Dörfern in Deutschland.
Ellweiler im Nationalpark Hunsrück-Hochwald zählt zu den strukturschwächsten Dörfern in Deutschland.

Bild: "obs/ZDF/Wolfgang Herfurth"

Laut einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag von "ZDFzeit" wären 41 Prozent der Deutschen bereit, eine zusätzliche Steuer zur Förderung von ländlichen Regionen zu zahlen, wenn das Geld für den Erhalt oder die Verbesserung der Infrastruktur eingesetzt wird. Eine Mehrheit - 55 Prozent - lehnt die Idee des sogenannten "Land-Soli" aber ab.

Die am Donnerstag, 17. Mai 2018, veröffentlichte ZDF-Deutschland-Studie zeigt, dass es in der Bundesrepublik ein Nord-Süd-Gefälle bei Lebensverhältnissen gibt. Auch abgelegene Regionen und alte Industrieregionen schneiden im Vergleich mit allen 401 Städten und Kreisen in Deutschland schlechter ab.

"Radikale Ehrlichkeit" fordert die Stadtforscherin Prof. Ilse Helbrecht gegenüber "ZDFzeit". In abgelegenen Regionen könne man nur noch eine Minimal-Infrastruktur garantieren. Der gleiche Lebensstandard in allen Regionen sei nicht zu finanzieren, meint die Wissenschaftlerin der Humboldt-Universität, Berlin.

Der Ökonom Prof. Lars Feld, Mitglied im Rat der "Wirtschaftsweisen", schlägt im Interview mit "ZDFzeit" weitgehende Steuerautonomie bei Einkommens- und Körperschaftssteuern für Länder und Kommunen vor. "Das geringere Ausmaß an öffentlichen Leistungen im ländlichen Raum ließe sich kompensieren, indem die Leute auch weniger Steuern zahlen müssen." Ähnliche Modelle in Schweizer Kantonen könnten als Vorbild dienen.

Gerd Landsberg, Chef des deutschen Städte- und Gemeindebundes, fordert verlässliche Strukturhilfen für schwächere Regionen, um gleichwertige Lebensverhältnisse herstellen zu können. "Die Kommunen in Deutschland haben im Moment einen Investitionsrückstand von 126 Milliarden Euro. Da die Steuerquellen von Bund und Ländern sprudeln, müssen langfristige Hilfen für benachteiligte Regionen möglich sein", sagte Landsberg gegenüber dem ZDF.

Das ZDF sendet die "ZDFzeit"-Dokumentation "Wo lebt es sich am besten? Die große Deutschland-Studie" am Dienstag, 22. Mai 2018, um 20.15 Uhr. Die exklusive Studie wurde im Auftrag des ZDF vom Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos erstellt. Sie vergleicht erstmals umfassend die Lebensumstände in Deutschland. Alle Ergebnisse sind unter http://deutschland-studie.zdf.de zu finden. Die Dokumentation ist zudem bereits ab heute, Freitag, 18. Mai 2018, vorab in der ZDFmediathek zu sehen.

Alle Ergebnisse der Studie: http://ly.zdf.de/eSR/

Quelle: ZDF (ots)

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