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Frauen im Job: Unternehmenskultur bestimmt Aufstiegschancen weiblicher Führungskräfte

Archivmeldung vom 06.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Unternehmen, besonders solche, in denen traditionelle Hierarchien mit einzelnen “Stars” existieren, müssen ihre Unternehmenskultur verändern, wenn sie mehr Frauen in Führungspositionen sehen möchten. Das ergibt eine neue Studie, die Professor Jochen Menges von der WHU – Otto Beisheim School of Management zusammen mit Forschern der London Business School und dem University College London durchgeführt hat.

Die Zukunft sieht rosig aus für weibliche Führungskräfte – aber nur dann, wenn an ihrem Arbeitsplatz eine Kultur des Zusammenhalts gelebt wird. Die Forscher fanden heraus, dass das soziale Umfeld innerhalb einer Organisation und die Beziehung der Mitarbeiter zueinander starken Einfluss darauf haben, ob eher Frauen oder Männer als charismatische Führungskräfte wahrgenommen werden.

Laut der Studie, für die Daten von über 500 Personen in drei separaten Untersuchungen ausgewertet wurden, wirken weibliche Führungskräfte innerhalb eines von Zusammenhalt geprägten sozialen Umfelds charismatischer als ihre männlichen Kollegen. Ein solches Umfeld zeichnet sich insbesondere durch eine Vielzahl informeller, engerer Beziehungen aus. Im Gegensatz dazu wirken männliche Führungskräfte in einem zentralisierten, hierarchischen Umfeld charismatischer als ihre weiblichen Kolleginnen.

“In hierarchischen Strukturen, wie beispielsweise Investmentbanken, in denen einzelne ‘Stars’ im Mittelpunkt stehen, ist es unwahrscheinlicher, dass Frauen als charismatisch wahrgenommen werden, da sie nicht dem hier vorherrschenden stereotypen Bild einer Führungskraft entsprechen – nämlich dem des beherrschenden, dominanten Leaders mit hohem Status und großer Macht. Frauen fällt es in einem solchen Umfeld schwerer, es mit männlichen Konkurrenten aufzunehmen, denn sie befinden sich in einem sozialen Kontext, in dem ihre Führungsqualitäten leicht übersehen werden. Das ist einer der Gründe, warum diese Sparten so männerdominiert sind“, erklärt Professor Raina Brands von der London Business School.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass diese geschlechterabhängigen Vorteile nicht aufgrund tatsächlicher Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen entstehen. „Selbst wenn männliche und weibliche Führungskräfte sich gleich verhalten und die gleichen Leistungen erbringen, werden ihre Führungsqualitäten unterschiedlich bewertet, je nachdem, in welchem Umfeld sie arbeiten“, erklärt Professor Jochen Menges von der WHU.

„Wir haben Teilnehmern in einer unserer Untersuchungen identische Informationen zu einer Führungskraft gegeben und nur jeweils den Namen der Führungskraft geändert: Michelle oder Michael. Wir konnten feststellen, dass Michelle in sozialen Strukturen, die von Zusammenhalt geprägt sind, als charismatischer wahrgenommen wurde, während Michael in einem hierarchischen Umfeld auf Teilnehmer charismatischer wirkte”, so Menges.

Organisationen, die Wert auf mehr Frauen in Führungspositionen legen, müssen daher aktiv ihre Unternehmenskultur verändern in Richtung mehr Zusammenhalt, weniger Hierarchie. Weibliche Führungskräfte passen vom Stereotyp besser als Männer zu einem von Zusammenhalt geprägten Umfeld. In einem solchen Umfeld zählen stereotyp weibliche Eigenschaften wie Fürsorge und Gemeinschaftlichkeit. Daher wird weiblichen Führungskräften in einem solchen Umfeld mehr Charisma zugeschrieben als Männern.

Quelle: WHU - Otto Beisheim School of Management (idw)

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