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Lügt der Ukrainische-Botschafter im Deutschlandfunk?

Archivmeldung vom 15.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Krimtataren in traditioneller Tracht, 1880
Krimtataren in traditioneller Tracht, 1880

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Am 16. März wird der fünfte Jahrestag des Referendums auf der Krim begangen, bei dem 96,7 Prozent der Einwohner der Halbinsel für den Beitritt zu Russland gestimmt haben. Dies nutzt der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, als Anlass, schiefe Analogien zur Vergangenheit zu konstruieren, schreibt das russische online Magazin "Sputnik".

Weiter heißt es auf der deutschen Webseite: „„Die Krim ist eine offene Wunde, eine blutende Wunde, denn in diesen fünf Jahren verwandelte die russische Besatzungsmacht die Halbinsel in eine Zone der Gewaltherrschaft und Rechtlosigkeit. Die Menschenrechte werden buchstäblich mit FSB-Füßen brutal getreten“, behauptet der Diplomat in einem Interview für den Sender Deutschlandfunk am Freitag.

Belege oder zumindest Hinweise, wo sich konkret so etwas auf der Halbinsel abgespielt hat, gibt es selbstverständlich nicht. Dafür aber noch eine Behauptung: „Die Krimtataren, eine große Minderheit, werden verfolgt, fast wie zu Stalin-Zeiten.“

Sputnik sprach zu dem Thema mit dem Vorsitzenden des Verbandes der Krim-tatarischen Kulturgemeinschaften der Türkei, dem Vorsitzenden des Fonds für Krim-Entwicklung, Ünver Sel.

Das russische Generalkonsulat in Istanbul hat zu diesem Jubiläum einen ausführlichen Bericht über das Leben auf der Krim nach der Wiedervereinigung mit Russland erstellt, wobei eine wesentliche Verbesserung der Lebensbedingungen hervorgehoben wurde, insbesondere für die Krim-Tataren: Das Lebensniveau sei gestiegen, die Infrastruktur entwickele sich immer weiter; Fortschritte ließen sich auch auf solchen Gebieten wie Wirtschaft und Tourismus beobachten.

Ünver Sel kommentiert dies und berichtet über einen Informationskrieg, den die ukrainischen Behörden und verschiedene Länder Europas seit fünf Jahren gegen die Krim führen sollen.

Nach Auffassung des Experten besteht der größte Fehler der Ukraine, die vom Westen unterstützt wird, darin, dass sie ständig von einer „Besatzung“ der Krim durch Russland redet. „Die ukrainischen Behörden verbreiten in der Welt schon seit fünf Jahren unverhohlene Lügen über die Krim. Die Ukraine behauptet, Russland hätte ‚die Krim okkupiert‘, wobei diese Entscheidung im Laufe eines Referendums getroffen wurde, die auf der Halbinsel in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht stattgefunden hat. Aber damit finden die von Kiew verbreiteten Desinformationen über die Halbinsel kein Ende. Die ukrainischen Behörden behaupten, auf der Krim würden Einwohner verhaftet, entführt oder getötet. Das sind aber alles Lügen. Auf der Krim werden nur Mitglieder der in Russland verbotenen terroristischen Gruppierung Hisb-ut-Tahrir festgenommen. Es gibt dort keine systematischen Entführungen oder Morde“, so Ünver Sel.

Ferner verwies er darauf, dass das Lebensniveau der Krim-Einwohner immer höher werde, was auch für die Krim-Tataren gelte. Die russischen Behörden setzen nach seinen Worten eine ganze Reihe von wichtigen Projekten um, deren Ziel in der Festigung der Kontakte mit dem Krim-tatarischen Volk auf allen möglichen Gebieten von Kultur und Sport und bis hin zum Bildungswesen und zu Massenmedien besteht.

„Nach dem Beitritt der Krim zu Russland sehen wir wesentliche Fortschritte im Kontext der Situation der Krim-Tataren auf der Halbinsel“, betonte Sel. „Es gibt inzwischen Radio- und TV-Sendungen in Krim-tatarischer Sprache. Die Initiativen der Krim-Tataren auf Gebieten wie Sport, Kultur oder Bildungswesen werden vom Staat aktiv unterstützt. Es wurden neue Schulen eröffnet. Demnächst wird eine Große Freitagsmoschee eingeweiht, worauf man 25 Jahre lang gewartet hatte. Die Krim-tatarische Sprache wurde als offizielle Sprache auf der Halbinsel anerkannt. In Schulen wird jetzt nicht nur die Krim-tatarische Sprache, sondern auch die Kultur und Literatur dieses Volkes unterrichtet. Als die Krim der Ukraine angehört hatte, war nur Ukrainisch die offizielle Sprache.“

„2014 wurde ein Gesetz zur Rehabilitation der Krim-Tataren verabschiedet. Dieses Dokument bildete die Basis für die Heimkehr der deportierten Einwohner. Diesen Menschen wurden extra Wohnungen bereitgestellt. Bis dato wurden 300 neue Häuser gebaut, die Menschen bekamen auch Grundstücke zur Verfügung. Anders als in den ‚ukrainischen Zeiten‘ der Krim werden auf der Halbinsel alle nötigen Lebensbedingungen für die muslimische Bevölkerung geschaffen: Es werden neue Moscheen eröffnet, der Koran und die Grundlagen des Islams werden unterrichtet. Mehrere Moscheen, die früher von mit verbotenen Organisationen, insbesondere mit der FETO, verbundenen Gruppierungen kontrolliert worden waren, wurden jetzt dem Muftiat der Krim überlassen, das vom Volk gewählt wurde“, ergänzte Ünver Sel.

Aus dem Bericht des russischen Generalkonsulats in Istanbul geht hervor, dass es auf der Krim aktuell mehr als 30 Krim-tatarische gesellschaftliche Organisationen gebe, von denen die wichtigsten Milly Firqa, die Krim-Union und die Krim-Bewegung seien. Der Assistent des Krim-Muftis, Ruslan Bairow, repräsentiere die Krim-Tataren in der Gesellschaftskammer der Republik Krim. In Simferopol gebe es das Republikanische Haus der Freundschaft, dessen wichtigste Aufgabe die Festigung der Beziehungen zwischen den auf der Halbinsel lebenden Völkern sei.

Die Krim-Tataren haben die Möglichkeit, nach Mekka zu pilgern, und die wichtigsten muslimischen Feiertage (Ramadan, Kurban-Bairam) gelten auf der Halbinsel offiziell als Ruhetage.

Auf der Krim gibt es 53 Krim-tatarische Massenmedien. Der multinationalen Bevölkerung der Halbinsel ist es erlaubt, sich in ihrer Muttersprache ausbilden zu lassen, insbesondere in der ukrainischen und Krim-tatarischen Sprache."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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