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Kein neues Phänomen: Leichen im Ganges haben nichts mit Corona zu tun

Archivmeldung vom 12.05.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.05.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Ganges
Ganges

Foto: Ekabhishek
Lizenz: CC BY-SA 2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Derzeit skandalisieren die Mainstream-Medien, dass im Ganges, dem heiligen indischen Fluss, Leichen treiben. Offensichtlich wollen sie damit ihre Erzählung von der indischen Corona-Hölle untermauern. Dabei ist längst bekannt: Die Leichen im Ganges sind in Indien traurige Normalität. Seit Jahren berichten Reisende von den schrecklichen Bildern der im Fluss treibenden Leichenteile. Dies berichtet Bernadette Conrads im Magazin "Wochenblick.at" unter Verweis auf internationale Medienberichte.

Conrads weiter: "Erst gestern titelte der ORF: „Leichen mutmaßlicher Covid-19-Opfer im Ganges angeschwemmt“. Gleich dutzende Leichen seien an den Ufern des Ganges angeschwemmt worden. Er schlussfolgert: „Bei den meisten der 35 bis 40 Toten handle es sich wohl um CoV-Tote.“ Die FAZ berichtet von 71 Toten im Ganges. Das klingt schon furchtbar schlimm. Für europäische Verhältnisse geradezu unvorstellbar. Doch ist das wirklich so ungewöhnlich?

Zahlen explodierten erst mit Impfung

Eigenartig: Noch im März berichtete der Economist, dass die Corona-Todesrate in Indien überraschend niedrig sei. Dabei ging die Gesamtsterblichkeit im südindischen Kerala sogar noch um 11% im Vergleich zum Vorjahr zurück ( Wochenblick berichtete). Mit den Corona-Impfungen stiegen die Zahlen in Indien jedoch massiv an. Seit einigen Wochen verbreitet der Mainstream nun die Erzählung von einer angeblich dramatischen Situation in Indien. Offensichtlich, um die Angst vor Corona im Westen anzuheizen. Einen Wochenblick-Leser ärgerte das. Er fand heraus, dass Indien bei den Sterbezahlen im international Vergleich weit abgeschlagen sei – diese sogar im Bruchteilbereich anderer großer Länder lägen.

2008: Bilder der Ganges-Leichen gehen viral

Seit Jahren berichten Reisende von den grausigen Leichenteilen im Ganges. Den Indern scheint das jedoch nichts auszumachen. Erwachsene wie Kinder baden dennoch im Ganges und viele trinken auch noch das Wasser aus dem Fluss nebst anderen, die darin ihr Geschäft verrichten. Sie sind darauf angewiesen. Und dann treiben da auch noch die Leichenteile umher. Fremden erscheint dieses Bild grotesk. Bereits 2008 gingen die Bilder der Leichen vom Ganges – vor allem in China – viral. Planet Custodian wagte sich 2015 an einer Sammlung von mehr als 50 schauriger Fotos von Leichen-Sichtungen im Ganges.

Auf Planet Custodian können mehr als 50 schaurige Leichenbilder aus dem Ganges betrachtet werden.

Zweitgrößte Bevölkerung der Welt

Der Ganges ist der zweitgrößte Fluss Indiens. Indien wiederum ist mit knapp 1,4 Milliarden Einwohnern anhand der Bevölkerungszahl das zweitgrößte Land der Welt – gleich nach China. Nun wurden also dutzende Leichen, vielleicht sogar mehr als 70, im Ganges gefunden. Und in Europa sind die Mainstream-Medien deswegen in Aufruhr und suchen darin den Beweis für das mörderische Corona-Wüten in Indien. Schon wieder wird jede Verhältnismäßigkeit vollkommen über Bord geworfen.

Die Toten vom Ganges: Lange bekannt

Im Jänner 2015 berichtete CNN über die Toten im Ganges: Bis zu 80 Leichen seien an den Ufern des heiligen Flusses angespült worden. Auch das Magazin Newsweek berichtet im September 2015, dass (wieder) mehr als 100 Leichen im Ganges in der Stadt Varanasi umhertrieben. Newsweek erklärte die Situation und zitiert den indischen Tour Guide und Journalisten Nandan: „Varanasi ist auch die religiöse Hauptstadt Indiens und des Hinduismus. ‚Millionen Hindus wollen hier sterben oder zumindest ihre Asche im Ganges verteilen“, sagte Nandan. ‚Auf diese Weise glauben sie, dass sie den ewigen Kreislauf von Samsara, von Geburt und Wiedergeburt durchbrechen und so Moksha, die ewige Befreiung, erreichen können.“ Newsweek weiter: „Deshalb brennen die Leichen dort 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. ‚Das gleiche Feuer besteht seit 3.000 Jahren‘, sagte ein Arbeiter von Manikarnika Ghat, der berühmtesten Feuerbestattung am Fluss in Varanasi. ‚Wir haben durchschnittlich 30 bis 100 Körper pro Tag. Jeder dauert ungefähr drei Stunden.‘“

Feuerbestattung: Oft reicht das Holz nicht aus

Die mit Abstand größte Religionsgruppe machen in Indien die Hindus aus. Sie zeichnen sich nicht nur dadurch aus, dass ihnen Kühe heilig sind und sie deswegen kein Rindfleisch verzehren, sondern unter anderem auch durch die Form der Bestattung ihrer verstorbenen Angehörigen. Im Hinduismus ist die Feuerbestattung die einzige, zulässige Form der Bestattung.

Noch am Tag des Todes muss der Leichnam des Verstorbenen in Butterschmalz (Ghee) balsamiert und daraufhin verbrannt werden. Dann werden die Überreste in den Ganges, einen anderen Fluss oder ins Meer verstreut. Aufgrund der großen Armut in Indien haben viele Familien jedoch nicht genügend Geld, um ausreichend Holz für die Bestattungen kaufen zu können. Die Folge ist, dass der Leichnam oft – nur teilweise verkohlt – trotzdem in den Ganges geworfen wird, um dem Ritual letztlich dennoch gerecht zu werden.

Zunahme von Ganges-Leichen seit Jahren bekannt

Indien kämpft seit Jahren mit der Zunahme der Leichen im Ganges. 2014 trat Narendra Modi seine Wahl zum Premierminister des Landes mit dem Versprechen „Clean India“, Indien sauber zu machen, an. Eines seiner obersten Ziele war es, den Ganges zu säubern. Dieser ist nicht nur von Leichenteilen übersät, sondern darüber hinaus auch von gefährlichen Bakterien besiedelt und von daher gesundheitsgefährdend. Da nur die Hälfte der Inder über eine Toilette verfügt, landen auch sehr viele Fäkalien im heiligen Fluss. Laut einem Bericht des englischen Guardian werden mehr als 3.000 Leichen jährlich aus dem Ganges geborgen. 

Miese Propaganda: ORF weiß genau Bescheid

Das Absurde ist, dem ORF ist das wohlbekannt. Bereits 2015 berichtete er über die Missstände: „Arme Familien haben aber oft kein Geld für Brennholz und werfen die Leichen ohne Einäscherung oder halb verbrannt in den Ganges. Auch die Leichen von als heilig verehrten Männern werden traditionell unverbrannt im Wasser bestattet.“ Und dennoch versucht der ORF – ebenso wie der restliche Mainstream – die Toten vom Ganges für miese Corona-Propaganda-Zwecke zu missbrauchen.

Quelle: Wochenblick


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