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USA: Amazon analysiert politische Einstellung von Kunden

Archivmeldung vom 25.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Heat Map: Politische Konversation soll angeregt werden. Bild: amazon.com
Heat Map: Politische Konversation soll angeregt werden. Bild: amazon.com

Der Online-Versandhändler Amazon hat eine "Election Heat Map" veröffentlicht, auf der zu sehen ist, welche Bücher in einzelnen Bundesstaaten gekauft wurden. Mit Hilfe dieser Informationen schließt Amazon auf die politische Einstellung seiner Konsumenten. Die große Überraschung ist, dass die Landkarte mit der Ausnahme von drei Staaten, tiefrot gefärbt ist. Das heißt: Der Großteil Amerikas liest republikanische Literatur.

Auf der Landkarte wird allen 50 US-Bundesstaaten eine entsprechende politische Farbe zugeteilt - rot für Republikaner und blau für Demokraten. Wenn man sich die aktuelle Landkarte ansieht, sind mit der Ausnahme von New York, Vermont und Massachusetts, alle Bundesstaaten dem konservativen Wählerlager zuzuordnen - sogar das als liberal eingestufte Kalifornien.

Insgesamt entfallen 56 Prozent auf rote Bücher, 44 Prozent bleiben demnach den blauen Obama-Anhängern. Die beliebtesten Bücher unter den potenziellen Romney-Wählern sind "The Amateur" von Edward Klein und "Killing Lincoln" des Fox-News-Moderators und erklärten Obama-Gegners Bill O´Reilly. Die Liste der demokratischen Literatur wird von Howard Zinns "A People´s History of the United States" und "The New Jim Crow" von Michelle Alexander und Cornel West angeführt.

Datenschützer mahnen

Ob man aufgrund von Bücherkäufen auf die politische Einstellung der Amerikaner schließen kann, wird sich spätestens am 6. November zeigen, wenn in den USA der Urnengang zur Präsidentschaftswahl ansteht. Indessen muss sich Amazon aber der Kritik von Datenschützern stellen, die Persönlichkeitsrechte von Kunden verletzt sehen.

"Grundsätzlich muss man sagen, dass personenbezogene Daten nur dann veröffentlicht und verwertet werden dürfen, wenn der Betreiber das Einverständnis des Kunden hat. Es ist oft unklar, welche Absichten Online-Portale mit solchen Daten haben und meistens sind sie aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die der Nutzer akzeptieren muss, nicht herauslesbar", sagt der Journalist und Datenschutzbeauftragte Horst Greifeneder im pressetext-Interview. Der Experte sieht eine generelle Problematik mit Anbietern, die im Ausland sitzen und rät zu Anonymitäts-Diensten, die keine Rückschlüsse auf die Person zulassen.

Amazon wird die Election Heat Map täglich aktualisieren und will damit einen Einblick in das politische Denken der Amerikaner ermöglichen. "Bücherkäufe bieten sehr interessante Informationen über die Bundesstaaten und vor allem in einer Wahlkampfsaison könnte damit die politische Konversation angeregt werden", sagt Chris Schluep von Amazon. Der Unternehmens-Sprecher übt sich aber in Vorsicht: "Bücher sind keine Wahlstimmen. Diese Landkarte spiegelt beides, die Neugier und Zustimmung unserer Kunden wider."

Quelle: www.pressetext.com/Peter Oslak

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