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Experte: Verbrecherischer US-Angriff auf Syrien – Trump ging Islamisten auf den Leim

Archivmeldung vom 11.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Mark 41 Vertical Launching System
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Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Nicht die syrische Armee, sondern islamistische Milizen sollen am 4. April in Syrien Chemiewaffen eingesetzt haben. Diese haben damit versucht, die USA zum Einsatz auf ihren Seiten zu bringen. Das erklärt Militärexperte Jürgen Rose im Sputnik-Interview. Er kritisiert, dass die Bundesregierung den US-Angriff nicht verurteilt.

Im Interview, das von Ilona Pfeffer verfasst wurde und auf der deutschen Webseite des russischen online Magazins "Sputnik"nachzuhören ist, heißt es: "Dass es einen Giftgas-Angriff in Syrien gegeben habe, steht für Rose, Oberstleutnant der Bundeswehr a.D., außer Frage. Jedoch stecke nicht die syrische Armee, sondern die Al Nusra-Front dahinter. US-Präsident Donald Trump sei den Dschihadisten auf den Leim gegangen und der Westen habe aus falscher Bündnissolidarität zugesehen.

Vergleichbar sei dieser Angriff mit dem von Ghouta 2013, betonte der Ex-Soldat. Die Attacke vor vier Jahren seit „mit hoher  Gewissheit“ von Leuten der Al Nusra-Front durchgeführt worden, um sie den syrischen Regierungstruppen in die Schuhe schieben zu können. Die türkische Polizei habe kurz zuvor Angehörige der Al Nusra mit zwei Kilogramm Sarin an der türkischen Grenze festgenommen, erinnerte Rose. Wenn man das ins Kalkül ziehe, deute vieles darauf hin, dass der neuerliche Giftgasangriff  ein Versuch der Dschihadisten war, die USA zum Eingreifen zu bewegen.

Damit sei die rote Linie überschritten worden, von der damalige US-Präsident Obama gesprochen habe. Der Chef der US-Geheimdienste, James Clapper, hätte Obama jedoch davor bewahrt, militärische Schritte zu unternehmen – aufgrund fehlender Beweise für die angebliche Schuld von Damaskus.

„Trump ist in eine Falle gelaufen“

Der ehemalige Bundeswehroffizier kritisierte die Entscheidung des jetzigen US-Präsidenten deutlich: „Von dem Troll in Washington wissen wir jetzt, dass er so blöd ist, in jede Falle zu laufen, die man ihm stellt. Dass er sogar bereit ist, ein zweifelsfreies Kriegsverbrechen damit zu kontern, indem er einen ganz klaren völkerrechtswidrigen Aggressionsakt begeht.“ Es liege kein Mandat des UN-Sicherheitsrates vor. Dieser sei „die einzige Institution weltweit, die dazu befugt ist, militärische Gewaltanwendung zu erlauben“. Daraus ergebe sich, dass dieser Angriff der USA verbrecherisch war.

„Es gab auch keine Notwehrsituation“, stellte Rose klar. „Die USA waren von Syrien nicht angegriffen wurden. Der Artikel 51 der UN-Charta, der die Selbstverteidigung eines Staates erlaubt, wird also auch nicht tangiert. Das Resümee ist: Es handelt sich um ein völkerrechtliches Verbrechen für das der Verantwortliche, Donald Trump zur Rechenschaft gezogen werden muss.“

Eine nachvollziehbare Strategie im Vorgehen des US-Präsidenten sieht der ehemalige Oberstleutnant der Bundeswehr nicht. Trumps jüngste innenpolitische Misserfolge könnten aber zumindest eine Erklärung dafür liefern, warum er sich jetzt auf die Außenpolitik verlegt habe. Innenpolitisch scheiterte Trump jüngst an seiner Gesundheitsreform und am rechtswidrig erklärten Dekret über den  Einreisestopp für Muslime.

Falsche Bündnissolidarität in der Nato

Rose empörte sich, dass Deutschland den amerikanischen Angriff nicht scharf verurteilt, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ihn gar gelobt habe. „Deutschland ist auf das Grundgesetz und das Völkerrecht verpflichtet. Da liegt jetzt ein ganz klarer völkerrechtswidriger Aggressionsakt vor. Der muss scharf verurteilt werden.“

Seit Trumps Aussage, die Nato sei obsolet, hätten die Bündnispartner Angst vor einer weiteren Schwächung des Pakts. Daher würden sich nun vor allem die europäischen Regierungen davor hüten, dem US-amerikanischen Präsidenten öffentlich in die Parade zu fahren und zum Beispiel die Unterstützung in Syrien zu versagen. Rose bedauerte:

„Wir erleben da ein Trauerspiel falscher Bündnissolidarität: Koste es, was es wolle, wir stehen an der Seite der USA. Egal welches Verbrechen sie begehen.“

Der Ex-Soldat glaubt aber nicht, dass die Welt kurz vor einem Dritten Weltkrieg steht. Der russische Präsident Wladimir Putin habe klug und mit viel Bedacht reagiert. Auch aus Washington habe es bereits Signale gegeben, dass es sich bei dem Angriff vom 7. April um einen einmaligen Akt gehandelt habe."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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