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Milieustudie: Trump-Wahl keine Frage von Ober- oder Unterschicht

Archivmeldung vom 19.01.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.01.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Donald Trump während einer Wahlkmapf-Veranstaltung 2016. Bild: Darron Birgenheier from Reno, NV, USA - CC BY-SA 2.0
Donald Trump während einer Wahlkmapf-Veranstaltung 2016. Bild: Darron Birgenheier from Reno, NV, USA - CC BY-SA 2.0

Nach der Wahl des künftigen US-Präsidenten Donald Trump ist eine Milieustudie zu dem Ergebnis gekommen, dass die Wahlentscheidung keine reine Frage von sogenannter Ober- oder Unterschicht war. Vielmehr gab die Wertorientierung den Ausschlag, so eine Analyse des Meinungsforschungsinstituts YouGov auf Basis der sogenannten "Sinus-Milieus".

Während der künftige US-Präsident Donald Trump neben dem konservativen Establishment auch in hohem Maße die abstiegsängstliche Mitte und die Modernisierungsverlierer mobilisieren konnte, punktete Hillary Clinton sowohl im liberalen Intellektuellenmilieu als auch bei der jungen kosmopolitischen Elite bis hin zu Menschen, die zwar über wenig Geld und Bildung verfügen, aber "spaßorientiert" sind.

74 Prozent der vom Sinus-Institut so bezeichneten "Traditionals" haben Donald Trump gewählt. In diesem sicherheits- und status-quo – orientierten Milieu der "kleinen Leute" hatte der neue Präsident den höchsten Wähleranteil, im ältesten Milieu in den USA. Hillary Clinton dagegen erreichte die höchste Wählerzustimmung in den sogenannten "Zukunftsmilieus".

72 Prozent der so bezeichneten "Adaptive Navigators", der jungen anpassungs- und leistungsbereiten Mitte der Gesellschaft, und 69 Prozent der "Digital Avantgarde", der jungen, ambitionierten urbanen Kosmopoliten, haben Clinton gewählt. Im gut situierten Milieu der "Intellectuals" hat Clinton mit 64 Prozent mehr als doppelt so viele Stimmen bekommen wie Trump mit 31 Prozent.

Bei diesem Milieu handelt es sich um die aufgeklärte Bildungselite in den USA mit liberaler Grundhaltung und postmateriellen Wurzeln. Im konservativen, traditionell republikanernahen Oberschicht-Milieu der "Established" liegt Donald Trump – trotz Kritik an seinem teilweise rüpelhaften Auftreten – deutlich vor Clinton, nämlich mit 59 Prozent zu 38 Prozent. In diesem Milieu zählt Leistung ebenso wie Status und traditionelle Moral.

Eine ähnliche Verteilung zeigt sich im zahlenmäßig großen "Modern Mainstream Milieu": Trump erreicht hier 58 Prozent, Clinton 35 Prozent. Es ist das klassische Milieu des "middle America", in dem Familienwerte hoch gehalten werden und das nach gesicherten, harmonischen Verhältnissen strebt.

Weil diese in der modernen Welt zunehmend weniger erreichbar sind, leiden viele an wachsender Überforderung und Abstiegsängsten. Interessanterweise ist die US-amerikanische Unterschicht genauso gespalten wie das ganze Land. Im Milieu der spaß- und erlebnisorientierten "Sensation-Oriented" wählten 56 Prozent Clinton und 33 Prozent Trump.

Bei den "Consumer-Materialists", dem prekären, vernachlässigten und verbitterten Milieu der "American Poor", ist es genau umgekehrt: 60 Prozent wählten Trump und nur 29 Prozent Clinton. In diesen beiden bildungsfernen Milieus war die Wahlbeteiligung erwartungsgemäß am niedrigsten. Die Milieuanalyse zeige sehr deutlich die Gräben innerhalb der US-amerikanischen Gesellschaft, sagte Sinus-Chef Manfred Tautscher.

Ähnliche Entwicklungen beobachte man auch in Europa und speziell auch in Deutschland. "Die entscheidende Frage im jetzt anstehenden Wahljahr wird sein, wem es gelingt, die verunsicherten Milieus der Mitte zu erreichen", so Tautscher. Bei den sogenannten Sinus-Milieus wird die Gesellschaft für die Analyse in Gruppen eingeteilt, die sich nicht nur durch den ökonomischen Status bestehend aus Geld und Bildung, sondern auch durch ihre Wertorientierung voneinander unterscheiden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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