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Afghanistan Ticker: Bundeswehr absolviert zweiten Evakuierungsflug aus Kabul

Archivmeldung vom 17.08.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.08.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Afghanistan Karte
Afghanistan Karte

Foto: TUBS
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Bundeswehr hat den zweiten Evakuierungsflug aus Afghanistan absolviert. Der Transporter vom Typ A400M habe den Flughafen Kabul am Dienstagnachmittag deutscher Zeit nach kurzem Aufenthalt wieder verlassen, berichtet die "Bild" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Demnach sollen deutlich mehr Personen an Bord sein als bei der ersten Evakuierungsmaschine, mit der in der Nacht zu Dienstag nur sieben Personen ausgeflogen wurden. Die Zeitung schreibt, dass 120 Menschen mit der zweiten Maschine ausgeflogen wurden - vorwiegend deutsche Staatsbürger, aber auch Bürger von anderen NATO-Mitgliedsstaaten. Ziel des Flugs ist Taschkent in Usbekistan. Mittelfristig soll eine Luftbrücke zwischen Kabul und der usbekischen Hauptstadt etabliert werden, mit der nach Angaben des Verteidigungsministeriums "so viele zu Schützende wie möglich" ausgeflogen werden sollen. Die Lage in Kabul gilt aber weiter als extrem unübersichtlich. Der militärische Teil des Flughafens von Kabul wird noch vom US-Militär gehalten, der Rest der Stadt ist in der Hand der radikal-islamistischen Taliban.

Zweite Evakuierungsmaschine der Bundeswehr in Kabul gelandet

In Kabul ist am Dienstag die zweite Evakuierungsmaschine der Bundeswehr gelandet. Der Transporter vom Typ A400M kam kurz nach 13 Uhr deutscher Zeit in der afghanischen Hauptstadt an. Primär sollen deutsche Staatsbürger außer Landes gebracht werden, aber auch Personen anderer Nationalitäten inklusive Afghanen könnten dem Vernehmen nach mitgenommen werden. Das Flugzeug war am Mittag in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gestartet. Mittelfristig soll eine Luftbrücke zwischen beiden Städten etabliert werden, mit der so viele Menschen wie möglich ausgeflogen werden sollen. Beim ersten Evakuierungsflug, den die Bundeswehr in der Nacht zu Dienstag absolvierte, waren allerdings nur sieben Menschen außer Landes gebracht worden. Dies war in Deutschland auf heftige Kritik gestoßen. Das Auswärtige Amt hatte zur Begründung mitgeteilt, dass nicht gewährleistet gewesen sei, "dass weitere deutsche Staatsangehörige und andere zu evakuierende Personen ohne Schutz der Bundeswehr überhaupt Zugang zum Flughafen erhalten würden". Hintergrund seien "chaotische Umstände am Flughafen und regelmäßige Schusswechsel am Zugangspunkt" gewesen. Mit Unterstützung der in Kabul eingetroffenen Kräfte der Bundeswehr sollen nach Planungen der Bundesregierung bei künftigen Evakuierungsflügen aber mehr Personen an Bord sein.

Deutschland streicht Entwicklungshilfe für Afghanistan

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan streicht die Bundesregierung die Entwicklungshilfe für das Krisenland. "Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit ist derzeit ausgesetzt", sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) der "Rheinischen Post". Der CSU-Politiker forderte eine schnelle Evakuierung auch von Ortskräften der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die verbliebenen deutschen und internationalen Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit hätten das Land bereits verlassen. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Ortskräfte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und mit uns kooperierender Hilfsorganisationen, die dies wollen, sicher aus Afghanistan zu bringen." Sie hätten denselben Anspruch wie Ortskräfte der Bundeswehr, so Müller.

Laschet hält Konzept des "Nation Building" für gescheitert

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hält das Konzept der Nationenbildung nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan für gescheitert. "Das ist eine Lehre aus den letzten 20 Jahren, dass das Konzept, militärisch einzugreifen, um eine Diktatur zu beenden und eine Demokratie aufzubauen, komplett gescheitert ist", sagte der CDU-Chef am Dienstag bei einer Veranstaltung des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in Warnemünde.  Er sei "überrascht" über eine Erklärung von US-Präsident Joe Biden gewesen, wonach "Nation Building" nie das Ziel der Mission in Afghanistan gewesen sei, so der CDU-Chef. Man müsse die Sicherheitslage in Afghanistan auch nach dem Ende der aktuell laufenden Rettungsmission genau beobachten, sagte Laschet weiter. "In Afghanistan darf kein neuer rechtsfreier Raum entstehen."

Auswärtiges Amt verteidigt ersten Evakuierungsflug

Das Auswärtige Amt hat bestätigt, dass beim ersten Evakuierungsflug aus Afghanistan in der Nacht zu Dienstag nur sieben Personen evakuiert wurden. Es sei nicht gewährleistet gewesen, "dass weitere deutsche Staatsangehörige und andere zu evakuierende Personen ohne Schutz der Bundeswehr überhaupt Zugang zum Flughafen erhalten würden", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstagmorgen. Gründe seien "chaotische Umstände am Flughafen und regelmäßige Schusswechsel am Zugangspunkt" gewesen. "Eine Aufnahme von Personen, die sich am zivilen Teil des Flughafens aufhielten, wurde von den Partnern, die die Sicherheitsverantwortung am Flughafen ausüben, nicht ermöglicht", fügte der Sprecher hinzu. Das Flugzeug habe zudem aufgrund der örtlichen Sicherheitsvorgaben Kabul nach kurzer Zeit wieder verlassen müssen. "Aufgrund der gerade abends und nachts äußerst gefährlichen Lage auf den Zufahrtswegen zum Flughafen wäre es ein untragbares Risiko für Leib und Leben der Menschen vor Ort gewesen, die zu Evakuierenden vor Erteilung der Landeerlaubnis und vor Sicherung des Zugangs durch Bundeswehrkräfte aufzurufen, sich zum Flughafen zu begeben." Mit Unterstützung der in Kabul eingetroffenen Kräfte der Bundeswehr arbeite man jetzt "unter Hochdruck" daran, dies im Laufe der nächsten Stunden für erste Evakuierungsgruppen zu ermöglichen.

AKK will Afghanistan-Evakuierung mit 600 Soldaten absichern

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat angekündigt, die Evakuierung der deutschen Staatsbürger und afghanischen Ortskräfte mit mehreren Hundert Bundeswehrsoldaten abzusichern. Man hoffe, eine richtige Luftbrücke aufbauen zu können, sagte sie am Dienstag im "ARD-Morgenmagazin". Dafür sehe man bis zu 600 Soldaten vor. Einem Bericht der "Bild-Zeitung", wonach mit dem ersten Flug nur sieben Personen ausgeflogen wurden, widersprach die Verteidigungsministerin nicht. Hauptauftrag sei es gewesen, am Montagabend erste Soldaten auf den Flughafen zu bringen, um die weiteren Evakuierungen abzusichern. Man warte auf die Erlaubnis der US-Amerikaner für weitere Flüge. Sollte der Flughafen nur für kurze Zeit für Flüge in Betrieb sei, habe man "robuste Kräfte" vor Ort. Zur Kritik an der langsamen Rückholung in der letzten Wochen sagte Kramp-Karrenbauer, alle seinen von der Dynamik der Ereignisse überrascht worden.

Bericht: Taliban haben Flughafen Kabul umzingelt

In der afghanischen Hauptstadt Kabul haben die Taliban offenbar den Zugang zum Flughafen von außen abgeriegelt. Deswegen konnte am späten Montagabend wohl nur eine begrenzte Zahl an Personen ausgeflogen werden, berichtet "Business Insider". Laut Bericht der "Bild" sollen nur sieben Menschen an Bord des ersten Evakuierungsflugs in Richtung Usbekistan gewesen sein. Die in Kabul verbliebenen deutschen Botschaftsmitarbeiter sollen nach Vorstellung der Bundesregierung nun einen Evakuierungsplan entwickeln. Sie befinden sich angeblich am Flughafen, das eigentliche Botschaftsgebäude ist laut internem Regierungsbericht verwaist. Wie genau die Handlungsoptionen für die kommenden Tage aussehen, bleibt offen und sei lageabhängig, wie es hieß.

Bundeswehr absolviert ersten Evakuierungsflug aus Afghanistan

Die Bundeswehr hat in der Nacht einen ersten Evakuierungsflug aus Afghanistan absolviert. Der erste A400M hat den Flughafen Kabul nach kurzem Aufenthalt wieder verlassen. "Mit zu Schützenden" flog die Maschine nach Taschkent in Usbekistan, wie es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums hieß. Wie viele Menschen an Bord waren, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Die "Bild" berichtet, es seien nur sieben Menschen ausgeflogen worden. Eigentlich hätten mindestens 57 Botschaftsangehörige und 88 weitere Deutsche evakuiert werden sollen, doch die hätten es wegen der nächtlichen Ausgangssperre nicht rechtzeitig zum Flughafen geschaft. Vor Ort in Kabul blieben nach Angaben des Ministeriums "Sicherungskräfte" der Bundeswehr, um weitere Evakuierungsflüge vorzubereiten. Die Bundeswehr setzt drei A400M und einen A310 ein. Der Flughafen von Kabul wird zum Teil noch von US-Militär gehalten, der Rest der Stadt ist in der Hand der radikal-islamistischen Taliban.

Erste deutsche Evakuierungsmaschine in Kabul gelandet

Mit deutlicher Verzögerung ist die erste Evakuierungsmaschine der Bundeswehr offenbar in Kabul angekommen. Der Transporter vom Typ A400M, der in Wunstorf bei Hannover gestartet war, landete übereinstimmenden Medienberichten zufolge gegen 22 Uhr deutscher Zeit auf dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt. Zuvor musste die Bundeswehrmaschine für eine längere Zeit im afghanischen Luftraum kreisen, da keine Landegenehmigung vorlag. Eine offizielle Bestätigung der Landung gab es zunächst nicht. Der erste A400M war bereits am Montag um 6:31 Uhr gestartet und am Mittag in Baku, Aserbaidschan, zwischengelandet. Die Maschine musste aber später zum Auftanken nach Usbekistan abdrehen. Die Flugzeuge der Bundeswehr erwartet in Kabul eine weiterhin schwierige Lage. Mehrere Hundert Personen hatten dort das Rollfeld gestürmt und verzweifelt versucht, in Scharen Flugzeuge zu besteigen. Mehrere Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Aufgrund einer großen Anzahl von Personen auf der Landebahn war der Flugbetrieb für längere Zeit nicht möglich. Mittlerweile sollen zudem die Taliban den zivilen Bereich des Flughafens kontrollieren. Im militärischen Bereich haben offenbar weiterhin die US-Truppen die Kontrolle. Dort sollen die Evakuierungsmaßnahmen stattfinden.

Biden verteidigt US-Truppenabzug aus Afghanistan

US-Präsident Joe Biden hat die Entscheidung für den Truppenabzug aus Afghanistan auch nach der Machtübernahme der Taliban verteidigt. "Ich stehe voll und ganz hinter meiner Entscheidung", sagte Biden am Montag in Washington. Nach 20 Jahren sei es klar, dass es nie einen guten Zeitpunkt für einen Abzug der US-Truppen gegeben hätte. Man habe die ursprünglichen Ziele des Militäreinsatzes zudem erreicht. "Unsere Mission sollte nie die Nationenbildung sein", so Biden. Es sei nie die Aufgabe der USA gewesen, eine geeinte zentrale Demokratie zu schaffen. Für die chaotischen Zustände in dem Land machte der US-Präsident die bisherige afghanische Regierung verantwortlich. Die politischen Anführer Afghanistans hätten aufgegeben und seien aus dem Land geflohen, der afghanische Militärapparat sei zusammengebrochen. Die Entwicklungen der vergangenen Woche hätten gezeigt, dass das Ende der US-Mission in Afghanistan die richtige Entscheidung gewesen sei. US-Soldaten "können und sollten nicht" in einem Krieg kämpfen, den die afghanischen Streitkräfte nicht für sich selbst führen wollten.

Erste Evakuierungsmaschine nach Usbekistan abgedreht

Die erste am Montag in Wunstorf bei Hannover gestartete Evakuierungsmaschine der Bundeswehr ist am Montag in Richtung Usbekistan abgedreht, nachdem sie zuvor über Kabul gekreist war. Das Flugzeug müsse sich zum Nachtanken in das sichere Drittland begeben, sagte Generalleutnant Markus Laubenthal am Abend im ZDF. Eine zweite Maschine befinde sich aktuell im Anflug auf Kabul. Grund für die fehlende Landeerlaubnis ist offenbar eine weiterhin hohe Zahl an Menschen auf dem Rollfeld. Der Transporter vom Typ A400M war um 6:31 Uhr gestartet und am Mittag in Baku, Aserbaidschan, zwischengelandet. Zwei weitere Maschinen waren später gefolgt. Die Lage am Flughafen in Kabul ist unterdessen weiterhin schwierig. Mehrere Hundert Personen hatten dort das Rollfeld gestürmt und verzweifelt versucht, in Scharen Flugzeuge zu besteigen. Mehrere Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Laut Plan sollen sich die deutschen Maschinen nur kurz in Kabul aufhalten und dann nach Taschkent in Usbekistan weiterfliegen. Allerdings sollen Medienberichten zufolge die Taliban mittlerweile den zivilen Bereich des Flughafens kontrollieren. Im militärischen Bereich haben offenbar weiteren die USA die Kontrolle. Dort sollen die Evakuierungsmaßnahmen stattfinden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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