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Medien: Steuert Soros den Westen auf Kalten Krieg gegen China?

Freigeschaltet am 29.01.2019 um 08:11 durch Thorsten Schmitt
George Soros (2018)
George Soros (2018)

Foto: Niccolò Caranti
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

„Gefährlichster Gegner“ der offenen Gesellschaft: Diese Kritik des US-Milliardärs George Soros hat Chinas Außenministerium als „völlig unsinnig“ bezeichnet und enthielt sich einer Antwort. Sputnik sprach mit dem Londoner Politikberater Adriel Kasonta und dem kanadischen Experten Michel Chossudovsky.

Auf der deutschen Webseite des russischen Magazins ist dazu folgendes zu lesen: In der vergangenen Woche hatte George Soros auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gesagt, dass China zwar nicht das einzige autoritäre Regime in der Welt sei, dafür aber das reichste, stärkste und technologisch fortgeschrittenste, was den chinesischen Staatschef Xi Jinping zum „gefährlichsten Gegner“ der offenen Gesellschaft des Westens mache.

Sputnik: Inwieweit ist Ihres Erachtens die Kritik von George Soros am chinesischen Staatschef gerechtfertigt?

M. Chossudovsky: Ich denke, dass es ein Ablenkungsmanöver ist. Das ist eine Art Verleumdungskampagne gegen Präsident Xi Jinping. Ich würde sagen, dass es Teil mehrerer Vorstöße ist, die als China-Gate bezeichnet werden können. Wenn er über autoritäre Gesellschaften spricht, erwähnt er die jüngsten Handlungen des US-Präsidenten nicht, die gegen Venezuela gerichtet sind, bei denen der Vorsitzende des Repräsentantenhauses zum Präsidenten dieser Republik erklärt wurde.

In der westlichen Welt gibt es ziemlich viele autoritäre Personen, die sich als Demokraten präsentieren, darunter Macron in Frankreich mit der Unterdrückung der Gelbwesten, und natürlich Theresa May.

Meines Erachtens ist diese Rede ziemlich unbedarft, weil die wichtigsten Probleme der modernen Welt nicht angeschnitten werden, darunter der Kampf um die Macht gegen die Hegemonie der USA und der Kampf um den Regimewechsel.

Zudem hat Soros Erfahrung bei solchen Angelegenheiten – er förderte Regimewechsel durch so genannte bunte Revolutionen.

  • Bei seinem Auftritt führte Soros mehrere interessante Argumente an. Eines davon war über die künstliche Intelligenz und darüber, dass sie nach ihrer Natur undemokratisch ist. Inwieweit ernsthaft ist die Bedrohung durch künstliche Intelligenz? Ist die Behauptung von Soros sinnvoll oder beruft er sich nur auf seine persönliche Tagesordnung?
  • Künstliche Intelligenz ist ein Instrument, das von verschiedenen Menschen genutzt werden kann. George Soros nutzte künstliche Intelligenz in Kombination mit Insider-Informationen, um auf den Finanzmärkten via seinen Hedgefonds zu spekulieren. Das ist ein Standardverfahren, und das ist abscheulich.

Ich denke, dass wir das weiter betrachten sollen. Natürlich wird in China künstliche Intelligenz genutzt. In den USA wird ja auch künstliche Intelligenz und eine Reihe repressiver Apparate genutzt…

  • George Soros sprach im vergangenen Jahr von einer möglichen Bedrohung seitens der Technologie-Riesen, in diesem Jahr von China. Angeblich gibt es Absprachen zwischen ihm und der US-Administration. Was denken Sie über die ständigen Angriffe auf China?
  •  China ist Spitzenreiter in einigen wichtigen Technologiebereichen. Es bestehen keine Zweifel an seinen Vorteilen. Ich denke, dass die USA und ihre Verbündeten wollen, dass China nicht mehr die Hauptrolle im Bereich globale Technologien spielt. Das ist an der Geschichte mit Huawei, den Vorwürfen wegen der technischen Sicherheit den Handelssanktionen gut zu erkennen.

Doch letzten Endes, wenn man den Westen mit China vergleicht, wird der Westen von Personen wie George Soros symbolisiert, die ihr Geld durch Spekulationen verdienen. Das stimmt für die meisten Finanzexperten in den USA und in Westeuropa, während ein großer Teil der Realwirtschaft nach China überging. China entwickelt seine Realwirtschaft in einem Ausmaß, dass die Hegemonie der USA an Stärke verlor.

Ich denke, darin besteht das Problem. Das erklärt auch die Kampagne gegen China, besonders im High-Tech-Bereich. Wenn es das sogenannte China-Gate geben wird, wird es sich stark von der Kampagne unterscheiden, die derzeit gegen Russland geführt wird, das so genannte Sanktionsregime u.a. Warum? Weil die USA und die EU eine äußerst fragile Wirtschaft haben, weil sie von den in China hergestellten Waren abhängen. Würde der Handel als Waffe genutzt, könnte das massive Verletzungen in der Struktur des Handels in der gesamten westlichen Welt auslösen.

Sputnik sprach des Weiteren mit dem politischen Berater und Experten für internationale Beziehungen, Adriel Kasonta.

Sputnik: Inwieweit ist Ihres Erachtens die Kritik von George Soros am chinesischen Staatschef gerechtfertigt?

A. Kasonta: Meines Erachtens sollte das aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Auf der einen Seite richten sich die USA aus einer realistischen und geopolitisch-realistischen Position gegenüber China aus. John Mearsheimer sagte mehrmals, dass die USA bzw. Mitarbeiter der amerikanischen außenpolitischen Dienste versuchen, das rückgängig zu machen, was Henry Kissinger tat. (…)

Doch die Bemerkungen, die von George Soros gemacht wurden, über den ich vor einigen Jahren einen Artikel in der Zeitschrift American Conservative schrieb, drücken ihm selbst zufolge den „Komplex eines weißen Retters“ aus, was auf das Gedicht „Die Bürde des Weißen Mannes“ von Rudyard Kipling zurückgeht. Er kann nicht sagen, dass China ein direkter Konkurrent bzw. eine Bedrohung für westliche Gesellschaften ist, doch das ist eine Drohung für seine eigenen Staatsbürger wegen der Entwicklung der künstlichen Intelligenz u.a.

Damit versucht Soros seine Handlungen als guten Willen, Unterstützung der Menschenrechte in China und Unterstützung der demokratischen Angelegenheiten in China darzustellen. Doch die erste Frage lautet – warum sind ausländische Subjekte so stark über das Wohlergehen der Staatsbürger in anderen Ländern besorgt? Wir wissen, dass jedes Mal, wenn die USA versuchen, zu helfen oder, wie andere das nennen, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen, diese Länder gewöhnlich auf schlimme Folgen stoßen.

Deswegen versucht Soros meines Erachtens eine demokratische Grundlage für einen Krieg gegen China vorzubereiten, weil er die Demokratische Partei so stark unterstützt und ein großer Spender dieser Partei ist. Wir werden mit einem Kalten Krieg 2.0 zu tun haben, und da China und die Kommunistische Partei im Westen als neue kommunistische Bedrohung wahrgenommen werden, kennen wir bereits den weiteren Verlauf der Handlungen.

  • Soros sagte im vergangenen Jahr, dass Technologie-Riesen ebenfalls eine Bedrohung für Demokratie sind und das chinesische Volk für ihn die größte Quelle der Hoffnung war. Meinen Sie, dass es die Motivation von Soros ist, oder hat er ein grundlegendes Motiv? Ich habe das mit meinem Kollegen diskutiert, und ich sagte, dass in Großbritannien nur wenige wissen, wer Soros ist, während in anderen Ländern wie China, Russland u.a. sehr viele ihn kennen. Denken Sie, dass er eine große Bedrohung für Länder wie Großbritannien darstellt, wo er den Brexit stoppen will?
  • In Großbritannien und in der westlichen Hemisphäre weiß man nicht viel über Soros. Er wurde wegen seiner Beteiligung an der Entwertung des britischen Pfunds bekannt – der schwarze Mittwoch. Vor vielen Jahren war das ein sehr starker Schlag für die britische Wirtschaft. Er stellt eine Bedrohung für die Demokratie, die Willensäußerung des Volkes dar, und wie er in seiner Rede sagte, ist er über das Schicksal anderer Menschen besorgt, und zwar der Chinesen. Doch ich möchte zur Phrase von Rudyard Kipling über den „Komplex des weißen Retters“ zurückkehren.

Das betrifft den weißen Menschen, der handelt, um den nicht weißen Menschen zu helfen, doch diese Hilfe wird im bestimmten Kontext als eigennützig betrachtet. Er ist ein eigennütziger Mensch, alles, was er in Mitteleuropa, Ungarn, Großbritannien machte, machte er in eigenem Interesse. Er ist nicht der Mensch, der einfach anderen Menschen hilft. Er kann zwar Philanthrop sein, doch er ist ein reicher Mann, er will auf Menschen setzen. Die Hauptsache, die berücksichtigt werden muss, dass Menschen, die auf das Leben anderer Menschen setzen, nicht die besten Anhänger der Menschenrechte bzw. des Volkswillens sind. Er kann zwar schön reden, doch seine Worte erinnern an die Sprache von Orwell – er sagt, dass er anderen Menschen helfen will, doch was er tatsächlich macht – er stopft seine Taschen mit Geld voll."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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