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EZB-Direktor Coeuré sieht länger anhaltende Nullzinsphase voraus

Archivmeldung vom 13.02.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.02.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Benoit Coeure Bild: OECD Organisation for Economic Co-operation and Development, on Flickr CC BY-SA 2.0
Benoit Coeure Bild: OECD Organisation for Economic Co-operation and Development, on Flickr CC BY-SA 2.0

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Leitzins nach den Worten von EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré noch für eine länger anhaltende Zeitspanne nahe Null halten müssen. "Die Zinsen werden so lange niedrig bleiben müssen, bis wir sehen, dass sich die Inflationsrate in der Euro-Zone wieder auf unseren Zielwert von knapp unter zwei Prozent zubewegt", sagte Coeuré der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post".

"Wir brauchen die Niedrigzinsen weiterhin dringend, um die Inflationsrate wieder stabil auf zwei Prozent zu bringen und die Erholung der Euro-Zone abzusichern", sagte der Franzose. "Schon im Januar haben wir gesagt, dass die Inflation nur sehr langsam wieder in Richtung zwei Prozent steigen wird", erläuterte der EZB-Direktor. "Im Vergleich zum Dezember sehen wir neue Abwärtsrisiken. Hauptursache sind der sinkende Ölpreis und eine Abschwächung des globalen Wachstums." Zudem sei in den letzten Tagen eine steigende Volatilität an den Finanzmärkten zu sehen. "Wenn das zu lange anhält, kann auch diese Entwicklung das Risiko erhöhen, dass die Inflation erst später anzieht", sagte Coeuré. Die EZB werde notfalls alle ihre Instrumente einsetzen, um eine lang andauernde Phase des Preisrückgangs in Europa zu verhindern. "Wenn es nötig ist, stehen wir bereit, alle unsere Instrumente einzusetzen. Das beinhaltet die Leitzinsen und Umfang, Zusammensetzung und Dauer unserer Wertpapierkäufe", sagte Coeuré. Er appellierte an die Regierungen der Euro-Staaten, "dass sie die Einsparungen, die sie durch die niedrigen Zinsen bei der Finanzierung ihrer Schulden haben, auf wachstumsfördernde Art nutzen". Die Regierungen "könnten zum Beispiel die Steuern auf Arbeit verringern, mehr Anreize für private Investitionen schaffen, oder - wo erforderlich - ihr Defizit senken", forderte er. Die Notenbank brauche die Unterstützung der Regierungen der Euro-Länder, um das Wachstum in der Euro-Zone zu steigern. "Wenn das nicht passiert, werden wir die Zinsen sehr lange niedrig halten müssen", warnte Coeuré.

EZB appelliert an Umsetzung vereinbarter Reformen in Griechenland

EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré hat die Reformfortschritte in Griechenland als noch unzureichend eingestuft. "Die Experten von EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) hatten produktive Diskussionen in Athen, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen", sagte Coeuré der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". "Es geht nicht mehr um die grundsätzlichen Ziele, es geht um die Umsetzung. Hier muss Griechenland der im August 2015 geschlossenen Vereinbarung über das dritte Hilfspaket treu bleiben", betonte der Franzose. "Wir in der EZB wollen, dass der Internationale Währungsfonds diese Initiative weiter unterstützt", sagte er. "Die Frage, ob Griechenland die Anforderungen des dritten Hilfspakets erfüllt, sollten wir nicht mit der Flüchtlingsfrage vermischen", erklärte der EZB-Direktor.

EZB-Direktoriumsmitglied plädiert für Abschaffung des 500-Euro-Scheins

Das EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré hat sich für die Abschaffung des 500-Euro-Scheins ausgesprochen. "Ich persönlich sage: Wir haben heute weniger Gründe als bei Einführung des Euros, den 500-Euro-Schein beizubehalten, weil der elektronische Zahlungsverkehr heute viel wichtiger ist", sagte Coeuré der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". "Uns wird gesagt, dass der Schein zunehmend kriminellen Geschäften dient. Deshalb glaube ich, dass der 500-Euro-Schein letztendlich abgeschafft wird, aber das muss auf bedachte Weise geschehen", sagte der Franzose. Die Entscheidung, den Schein abzuschaffen, obliege jedoch dem Rat der EZB, nicht ihm allein. "Wir wissen von den zuständigen Behörden, dass der 500-Euro-Schein zunehmend genutzt wird, um Terrorismus zu finanzieren und Geld zu waschen. Diese Warnung nehmen wir im EZB-Rat sehr ernst", sagte Coeuré. Dies bedeute jedoch nicht, dass die EZB Bargeld generell abschaffen wolle. "Bargeld ist elementar für unser tägliches Leben. Selbst wenn also der 500-Euro-Schein nicht mehr existiert, werden die Bürger weiter alle anderen Scheine nutzen können", sagte das EZB-Direktoriumsmitglied.

EZB fordert von EU-Staaten europäische Lösung der Flüchtlingskrise

Das EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré hat vor dem EU-Gipfel kommende Woche eindringlich an die EU-Staaten appelliert, eine gemeinsame europäische Lösung für die Flüchtlingskrise zu finden. "Je mehr Europa in der Flüchtlingskrise zusammensteht, desto eher kann sie gemeistert werden", sagte Coeuré der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". "Als europäischer Bürger glaube ich, dass wir jetzt den historischen Moment haben, in dem die EU zeigen muss, dass sie zu einer europäischen Lösung in der Lage ist", sagte der Franzose. Europa habe ähnliche Situationen schon gemeistert, etwa in der Schuldenkrise. "Gerade weil es dieses Mal um Millionen Menschen geht, die nach Europa fliehen, hat die EU aus meiner persönlichen Sicht eine moralische Verpflichtung für eine gemeinsame europäische Lösung", betonte Coeuré. "Das europäische Projekt ist nicht in erster Linie ein finanzielles. Europas Idee war immer und ist es auch künftig, Menschen zu vereinen und nicht zu spalten", sagte der 46-Jährige.

Quelle: Rheinische Post (ots)

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