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Spanien: Sozialistische Partei will Abtreibungsgegner kriminalisieren

Archivmeldung vom 02.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Children´s Lives Matter / UM / Eigenes Werk
Bild: Children´s Lives Matter / UM / Eigenes Werk

Auch wenn die spanische PSOE-Regierung de öfteren irgendeine Grenze ins Reich der Ignoranz überschreitet, ist es schwierig, sich an diese Routine zu gewöhnen, ohne schockiert zu sein. Der neueste Vorschlag dieser Regierung ist es, Gefängnisstrafen für Abtreibungsgegner vorzuschlagen, die versuchen, Frauen, die ihre Schwangerschaft beenden wollen, Informationen über verfügbare Alternativen anzubieten. Dies berichtet das Magazin "Unser Mitteleuropa" unter Verweis auf Berichte in Twitter und der spanischen Zeitung "España Confidencial".

Weiter berichtet das Magazin: "

Unnötig zu sagen, dass das, was es hier nicht um Maßnahmen gegen Abtreibungsgegner handelt, die eine Frau beleidigen oder bedrohen, geschweige denn Gewalt gegen sie anwenden. Es geht auch nicht um Streikposten, Boykott oder andere Aktionen. Die bloße Tatsache, ein Informationsblatt wie das hier abgebildete zu verteilen, könnte bereits zu einem Verbrechen werden, das mit Gefängnis bestraft wird.

Um ein Beispiel zu nennen: Die Freiwilligen der Rettungsschule Johannes Paul II. behaupten, 2.900 Abtreibungen von Kindern verhindert zu haben. Den Vorschlägen der PSOE zufolge hätten diese 2.900 Kinder sterben müssen, da es nicht mehr erlaubt sein soll, ihr Leben an der Tür von Abtreibungskliniken zu retten. Und dass die Abtreibungsgegner, die vor die Tür der Abtreibungskliniken Aufstellung beziehen, ins Gefängnis gehen sollen.

Erst vor kurzem interviewte der lokale Fernsehsender 13 TV Michelle Ortiz, eines der sichtbarsten Gesichter dieser Realität von Frauen, die an der Tür einer Abtreibungsklinik angesprochen wurden und sich, als ihnen eine Alternative angeboten wird, dafür entscheiden haben, ihr Kind leben zu lassen. Michelles 7 Jahre alte Tochter wäre aufgrund des neuen PSOE-Gesetzes tot.

In Wirklichkeit ist es ein Skandal, wenn man bedenkt, dass es Frauen gibt, die in eine Abtreibungsklinik kommen, ohne sich über mögliche Hilfen und Alternativen zu informieren, Alternativen und Hilfen, wenn sie darüber informiert gewesen wären, sie veranlasst hätten, sich nicht zur Abtreibung zu entscheiden.

Mehr als 30.000 Frauen wandten sich 2019 an die Stiftung Red Madre und suchten Hilfe, um ihre Kinder zu bekommen, anstatt sie abzutreiben. Solche Gruppierungen haben alleine das Ziel, Frauen zu helfen, die vor einer Abtreibungsentscheidung stehen.

Dass eine Frau sich für eine Abtreibung entscheidet, ist offenbar kein Problem. Dass sie sich entscheidet, ihr Kind zu bekommen, scheint hingegen ein Problem zu sein. Spanien ist eines der Länder, das schwangeren Frauen am wenigsten Hilfe bietet. Und sicherlich eines der Länder, in denen Frauen nicht die geringste Hilfe vom Staat erhalten, wenn sie sich gegen eine Abtreibung entscheiden. Die Entscheidung für eine Abtreibung ist hingegen in vielen Fällen nur die Folge davon, dass man die möglichen Alternativen und die Hilfen, die einer Frau zustehen können, gar nicht kennt, sei es durch die öffentliche Diskussion oder durch beratende Vereine und private Stiftungen. Eine Frau, die abtreibt, ist eine Frau, die falsch informiert ist, bevor sie schwanger wird, und die falsch informiert ist, nachdem sie schwanger geworden ist. In jedem Fall kann eine Abtreibung nicht das Ergebnis davon sein, dass eine Frau keine Alternative hat oder nicht von ihr weiß, weil die öffentlichen und staatlichen Bemühungen sich nur darauf konzentrieren, ihr zu einer Abtreibung zu verhelfen, anstatt ihr eine Alternative anzubieten.

Der Gipfel des Wahnsinns ist es jedoch, diejenigen ins Gefängnis stecken zu wollen, die versuchen, Frauen über diese Alternativen zu informieren. In einer gesunden Gesellschaft würden Menschen nicht eliminiert werden, weil sie ungewollt sind. Aber selbst in einer Gesellschaft, die der Abtreibung offen gegenübersteht, sollten die öffentlichen Bemühungen, eine Abtreibung zu vermeiden, sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch in Bezug auf die Information, 100-mal größer sein als diejenigen, die sich dafür einsetzen, eine Abtreibung zu ermöglichen. Es scheint, dass in Spanien jetzt das Gegenteil der Fall ist. Was wird der nächste Schritt dieser total radikalisierten PSOE sein und wo ist die Linke, wenn es darum geht, dabei zu helfen zu leben, anstatt zu helfen zu töten? Im Jahr 2019 gab es in Spanien 99.149 Abtreibungen, sodass man meinen könnte, dies sei der gesetzlich gewollte „Normalfall“…

Quelle: Unser Mitteleuropa

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