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Fake-News?: NDR schickt russisches Atom-U-Boot auf Manöver statt zur Parade

Archivmeldung vom 25.07.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.07.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Pjotr Weliki - Kreuzer der Kirow-Klasse in der russischen Marine.
Pjotr Weliki - Kreuzer der Kirow-Klasse in der russischen Marine.

Foto: Digitaldarkroomcreator
Lizenz: CC BY 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Um aus Russland wiederum nach Russland zu kommen, mussten der weltweit größte Atom-Raketenkreuzer „Pjotr Weliki“ und das Atom-U-Boot „Dmitri Donskoi“ internationales Gewässer passieren. Wozu wohl? Um „für Aufsehen“ bei Manövern zu sorgen, ist sich der NDR sicher. Oder einfach nur zur „Machdemonstration“, schreibt die „Bild“-Zeitung. Dies berichtet das russische online Magazin "Sputnik" auf ihrer deutschen Webseite.

Weiter heißt es im Beitrag: "In der Ostsee beginnt heute die aktive Phase des gemeinsamen Manövers der russischen und chinesischen Seestreitkräfte, die bis zum 28. Juli andauert. Zeitgleich eilen ein russisches Atom-U-Boot  und ein Raketenkreuzer  zu einer Marine-Parade in St. Petersburg anlässlich des Tags der russischen Kriegsflotte. Für einige Medien schon einmal Grund genug, ein paar Fake-News zu verbreiten.

„Neben drei modernen chinesischen Kriegsschiffen beteiligen sich daran auch das russische Atom-U-Boot "Dimitry Donskoj" und der Raketenkreuzer "Peter der Große"“, schreibt der Onlineportal des NDR-Senders am Dienstag und meint damit die Manöver Russlands und Chinas.

Dabei vermischt der Sender zwei verschiedene Dinge – eigentlich eilen das U-Boot und das es begleitende Schiff  zu der Militärparade in St. Petersburg, wie das schon am Morgen in einer dpa-Meldung verlautete, wie auch in sämtlichen russischen Medien.

Noch verwunderlicher ist auch die Tatsache, dass sich der Sender noch nebenbei auf das russische Verteidigungsministerium beruft, obwohl die Behörde keinerlei solcher Meldungen verbreitete.

Trotz der Ente, will der Sender aber auch ein bisschen relativieren —  „Die Ostsee ist abgesehen von den Territorialgewässern der Anrainerstaaten ein internationales Gewässer, und da kann zunächst einmal jeder herumfahren, wie er möchte. Und damit auch die chinesische Marine und die russische Marine“, wird ein Sprecher des Inspekteurs der Deutschen Marine zitiert.

„Das ist nur eine politische Machtdemonstration gegenüber der russischen Bevölkerung, um zu zeigen: Guckt mal, wie stark unsere Marine ist! Echte Patrouillen werden alle geheim durchgeführt“, zitiert das Blatt einen „Experten“, obwohl die Größe des riesigen U-Boots gar nicht geheimgehalten wird – mit 172 Meter Länge, 23,3 Meter Breite und 28 Meter Höhe ist der Gigant einfach nicht in der Lage ohne Gefahr für Rumpf und Besatzung die ganze Route lang unter Wasser zu bleiben, was nun einmal tatsächlich für Aufsehen gesorgt hat.

Da die „Bild“ nichts weiter parat hat, wird weiter etwas unpassend über Luft-Zwischenfälle berichtet, als ob die ganz legale Fahrt des „Dmitri Donskoi“ in eine Reihe mit Zwischenfällen gestellt werden könnte. Schade wohl also für die Kollegen von Bild und Co., dass das U-Boot sich nicht den russisch-chinesischen Manövern zugesellt hat – da könnte man ja viel mehr erschreckende Behauptungen aufstellen.

Nur einem kann man aber wirklich Recht geben: Im Grunde sind jegliche Manöver zweifelsohne eine Machtdemonstration, die auch bei Nato-Übungen unweit der russischen Grenzen unmissverständlich zum Vorschein kommt. Nur sind manche Medien wohl aber gar nicht daran interessiert, ihre Leser mit wahrheitsgemäßer Berichterstattung zu erfreuen."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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