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Assad streitet C-Waffen-Einsatz weiter ab

Archivmeldung vom 05.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Assadplakat in Damaskus
Assadplakat in Damaskus

Foto: Bertilvidet at the English language Wikipedia
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat dem "Spiegel" ein Interview gegeben, in dem er sich ausführlich zur Kontrolle seiner Chemiewaffen, möglichen Neuwahlen sowie zur Rolle Deutschlands, der USA und Russlands äußert. Giftgasangriffe auf Zivilisten und die bewaffnete Opposition streitet er weiterhin vehement ab: "Wir haben keine Chemiewaffen eingesetzt. Das ist falsch. Und das Bild, das Sie von mir zeichnen, von einem, der sein eigenes Volk umbringt, ist es auch."

Er zweifelt den Uno-Bericht zu den Giftgasangriffen vom 21. August an: "Keiner kann mit Bestimmtheit sagen, dass Raketen verwandt wurden." Stattdessen wirft er den Rebellen vor, selbst Sarin eingesetzt zu haben. Zu den nun beginnenden Chemiewaffeninspektionen sagte Assad: "Wir sind transparent, die Experten dürfen zu jeder Anlage gehen. Sie werden alle Daten von uns bekommen." Bis zur Zerstörung seien die Chemiewaffen "sehr gut geschützt".

Assad äußert sich zudem sehr kritisch gegenüber der Weltgemeinschaft. "Ich glaube, der Westen vertraut lieber al-Qaida als mir." Über Obama sagt er, dieser habe "nichts zu bieten als Lügen". Dagegen bezeichnet er die Russen als "wahre Freunde". "Die verstehen viel besser, worum es hier wirklich geht."

Deutschland hält er geeignet für eine Vermittlerrolle in Europa: "Ich würde mich freuen, wenn Gesandte aus Deutschland nach Damaskus kämen, um mit uns über die wahren Verhältnisse zu sprechen."

Zudem gesteht er eine Kooperation seiner Armee mit der Hisbollah bei Kämpfen im Grenzgebiet zum Libanon ein. Gefragt danach, ob eine Lösung auf dem Verhandlungsweg möglich sei, entgegnet er: "Mit den Militanten? Nein. Nach meiner Definition trägt eine politische Opposition keine Waffen." Er bietet Neuwahlen an, bevor im August 2014 seine Amtszeit endet. "Ob ich dann selbst noch einmal antrete, vermag ich im Moment nicht zu sagen", erklärt er. "Wenn ich nicht mehr den Willen der Menschen hinter mir weiß, werde ich nicht antreten." Und Assad gesteht: "Persönliche Fehler Einzelner hat es gegeben. Wir alle machen Fehler. Auch ein Präsident macht Fehler." Man könne nicht einfach sagen "die haben hundert Prozent Schuld und wir null", es gebe "Grautöne". Zum Schluss gibt er zu: "Wir haben doch gar keine andere Option, als an unseren Sieg zu glauben." Sorgen um sich selbst mache er sich jedenfalls nicht, denn: "Würde ich Angst verspüren, hätte ich Syrien schon vor langer Zeit verlassen."

Syrischer Bischof verurteilt deutsche Chemikalien-Lieferung

Der armenisch-orthodoxe Bischof von Damaskus, Armash Nalbandian, hat sich enttäuscht über die Lieferung von waffentauglichen Chemikalien aus Deutschland gezeigt. "Das tut weh", sagte Nalbandian dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Gerade weil sich die Bundesrepublik überall auf der Welt für freiheitliche Werte und Menschenrechte einsetzt, ist das nicht zu verstehen." Nalbandian plädierte dafür, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als Verhandlungspartner für die geplante Vernichtung der Chemie-Waffen zu akzeptieren. "Die Sicherheit der syrischen Christen ist an eine starke Regierungsgewalt geknüpft", sagte der Bischof. "Das muss nicht unbedingt die Regierung von Assad sein. Aber wir brauchen einen starken Staat. Ich bin weder für noch gegen Assad als Staatschef. Mein Interesse ist eine funktionierende Regierung."

Deutschland hatte beteuert, dass die Chemikalien, die auch für militärische Zwecke eingesetzt werden können, ausschließlich zivil genutzt wurden, unter anderem für die Herstellung von Zahnpasta.

PressTV – Saudischer Geheimdienst hinter den Ghouta-Giftgasattacken

Im Nachrichtenblog "politaia.org" erschien eine Meldung von Press TV,  wonach eine russische Quelle aus Diplomatenkreisen sagt, dass die Attacke mit Chemiewaffen in Ghouta in der Nähe von Damaskus von Agenten des saudischen Geheimdienst durchgeführt wurde.

In der Meldung heißt es: "“Auf der Basis einer Anzahl von Quellen ergibt sich ein Bild. Die kriminelle Provokation in Ost-Ghouta wurde von einem Team für verdeckte Operationen durchgeführt, welches die Saudis über Jordanien einschleusten und welches mit der Unterstützung der Liwa al-Islam-Gruppe handelte,” meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf eine russische Quelle.

Am Mittwoch sagte der russische Außenminister Sergei Lawrow nach einem Treffen mit dem indischen Außenminister Salman Khurshid auf einer Pressekonferenz, es gäbe Hinweise, dass Komponenten von Chemiewaffen von Militanten, die vom Ausland unterstützt werden, in Syrien eingesetzt und für mögliche “Provokationen” in den Irak transferiert wurden.

Am 21. August wurden Hunderte von Menschen getötet und eine große Zahl weiterer Menschen verletzt, als eine Chemiwaffenattacke in Ost-Ghouta in den Vororten von Damaskus stattfand. Die Terroristen, welche mittlerweile halb Syrien in Schutt und Asche gelegt haben, behaupteten, die syrische Armee stecke hinter den Giftgas-Angriff.

Damaskus hat die Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen und dargelegt, dass es sich um einen Angriff unter falscher Flagge durch die Takfiristen gehandelt habe, welcher eine ausländische Militäroperation provozieren sollte.

Nach dem Angriff begann in den USA ein großes Kriegsgeschrei gegen die syrische Regierung und man verlangte eine Strafaktion gegen Damaskus. Die syrische Regierung konnte eine potentielle Aggression der USA dadurch abwenden, dass sie dem russischen Plan zustimmte, ihr chemisches Arsenal unter internationale Kontrolle zu stellen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur / politaia.org

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