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Josef Ackermann: Keine Alternative zur Rettung Griechenlands

Archivmeldung vom 18.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Dr. Josef Ackermann Bild: Deutsche Bank AG
Dr. Josef Ackermann Bild: Deutsche Bank AG

Josef Ackermann hat sich für eine Rettung Griechenlands eingesetzt. Ansonsten drohten weitere Probleme, die hohe Kosten nach sich zögen, sagte Ackermann auf Anfrage von Dow Jones Newswires am Mittwochabend. Die deutschen Banken hätten beträchtliche Milliarden im Feuer. Zudem setzte sich Ackermann für die Einsetzung eines Stabilisierungsfonds ein.

Ein verfügbarer Pool von Kapital zur Stabilisierung, Restrukturierung oder geordneten Abwicklung von Banken ist in meinen Augen (...) unverzichtbar, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG.

Wir ersparen uns damit die Notwendigkeit, in einer angespannten Situation und unter höchstem Zeitdruck frisches Kapital zusammenzusuchen. Die damit verbundene Unsicherheit würde einem geordneten Prozess weichen, dessen Spielregeln und Abläufe bereits vorher festgelegt seien.

Dabei gehe es nicht darum, gescheiterte Banken künstlich zu erhalten, sondern die Mittel für eine Abwicklung im Falle des Falles parat zu haben, betonte Ackermann. Die Einrichtung eines Stabilisierungsfonds wird derzeit von den Regulierungsbehörden und der Politik intensiv diskutiert.

In seiner Rede schilderte Ackermann, wie er sich eine Reform vorstellt, und forderte eine systemische Regulierung, die internationale Gültigkeit für die Finanzinstitute haben soll. Kein Land könne sich einen Alleingang leisten, warnte er. Dabei setzte sich Ackermann für eine schlagkräftigere Aufsicht ein, die über frühzeitige Eingriffsrechte verfügen und das Recht haben müsse, Geschäftsmodelle zu hinterfragen. Um hierfür die Qualifikation zu haben, müssten die Mitarbeiter der Aufsicht weitergebildet werden, sagte er.

Die Aufsicht solle kein zahnloser Tiger sein, war die Botschaft von Ackermann. Sie sollte bei Banken, die sich nicht aus eigener Kraft stabilisieren können, über robuste Eingriffsrechte verfügen und eine Restrukturierung vornehmen dürfen. Das schließt zum Beispiel das Ausgliedern und Übertragen einzelner Konzernteile ein, sagte er.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank forderte erneut eine Reform der Eigenkapitalstandards. Es sei klar, dass das Niveau an Eigenkapital insgesamt zu gering war, sagte er und forderte eine Stärkung der Eigenkapitaldecke des Finanzsystems. Dabei zitierte er die vom Baseler Ausschuss in Aussicht gestellten Maßnahmen wie antizyklische Kapitalpuffer und eine dynamische Risikovorsorge, höhere Kapitalanforderungen für bestimmte Geschäfte zwischen Banken sowie eine Leverage Ratio (Verschuldungshebel.)

Ackermann verteidigte bei seiner Rede zudem Risiko-Investitionen. Bei der Suche nach einer der richtigen Lösung für eine Reform der Finanzaufsicht seien Schuldzuweisungen an sogenannte Spekulanten im Zusammenhang mit den Problemen Griechenlands nicht zielführend, kritisieret er. Die gegenwärtige Diskussion um die CDS-Märkte ist illustrativ für die Problematik, sagte er. Die Reaktion mancher Politiker legt eine Verwechslung von Ursache und Wirkung nahe.

Die Entwicklung der CDS-Prämien spiegele die Verschlechterung der fiskalischen und wirtschaftlichen Lage Griechenlands sowie die Unsicherheit über inländische Reformen und internationale Rettungsmaßnahmen wider. Es bedurfte nicht des CDS-Marktes, damit Investoren ein Haushaltsdefizit von 12% als nicht nachhaltig erkennen.

Eine Stigmatisierung von riskanten Produkten als angeblich hochriskantes Kasino-Banking mit Derivaten, Verbriefungen, Hedge-Fonds, Private Equity und Eigenhandel verbat sich Ackermann. Ohne Absicherung von Langlebigkeitsrisiken gebe es beispielsweise keine Pensionspläne und ohne Emissionszertifikate und Wetterderivate würden die Kosten zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels höher ausfallen, sagte er. Es wäre falsch zu denken, diese Instrumente dienten nur der Bereicherung einiger weniger, so genannter Spekulanten. 

Quelle: Madeleine Nissen, Dow Jones Newswire

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