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MH17: Privatermittler Resch will Beweise auch Malaysia und Russland übergeben

Archivmeldung vom 08.08.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.08.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
MH17: Niederländische und australische Einsatzkräfte untersuchen ein Wrackteil.
MH17: Niederländische und australische Einsatzkräfte untersuchen ein Wrackteil.

Lizenz: CC0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Im Fall MH17 ist der deutsche Privatermittler Josef Resch immer noch bereit, ihm vorliegende Informationen öffentlich zu übergeben. In einem Sputnik-Interview hat er erklärt, warum er das machen will. Gleichzeitig hat er klargestellt, wem er damit vor allem helfen will und dass er sich nur auf die ihm bekannten Fakten stützt.

Weiter heißt es hierzu auf der deutschen Webseite des Magazins: "Der Privatermittler Josef Resch hat erneut seine Bereitschaft erklärt, die ihm vorliegenden Informationen zum Absturz des Flugzeuges MH17 mit 298 Toten am 17. Juli 2014 öffentlich zu übergeben. Das sagte er in einem Interview mit Sputnik, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. In diesem erläuterte er ausführlich, warum er sich zu diesem Schritt entschlossen hat.

Der Privatermittler berichtete, dass das Ganze mit seinem 2016 erschienenen Buch „Gefahr ist mein Beruf“ begann. Darin berichtet er von den Fällen, mit denen er zu tun hatte und bei denen er half, aufzuklären. Dazu gehört, was er im Zusammenhang mit MH17 erlebte. 2014 hatte ein anonymer Auftraggeber Resch gebeten, Informationen zu Katastrophe in der Ostukraine zu finden und dafür einen Millionen-Betrag ausgelobt.

Im Buch gibt er einen Einblick in das, was dann geschah, wer sich an ihn wandte und ihm Informationen anbot. Der Auftrag gilt als erfüllt, wie der Detektiv auf seiner Webseite am 15. Juni 2015 mitteilte. Doch die Geschichte lässt ihn seitdem nicht mehr los.

Kaum sei das Buch fertig gewesen, habe der Bundesgerichtshof am 18. Februar 2016 einen Durchsuchungsbeschluss gegen ihn verfasst. Das gedruckte Buch sei erst am 26. Februar 2016 gedruckt erschienen. Die Zeitschrift „Capital“ berichtete im Jahr 2016 darüber: „Am 15. März 2016 wurden sein Wohnhaus und die Geschäftsräume seiner Wirtschaftsdetektei Wifka in Lübeck durchsucht. Die niederländischen Behörden, die federführend die Ermittlungen zum Absturz leiten, hatten ein Rechtshilfegesuch an die deutsche Generalbundesanwaltschaft gerichtet. Die stellte den Durchsuchungsbeschluss aus.“ Die niederländische Justiz führt das internationale Ermittlerteam JIT (Join Investigative Team) an, das den Fall MH17 aufklären soll.

Danach hätten die niederländischen Ermittler am 1. Juni mit Hilfe der Schweizer Behörden sein Bankschließfach in Zürich öffnen lassen, berichtete Resch. Sie hätten wahrscheinlich dort die im Buch erwähnten Informationen vermutet. In der Schweiz bekomme er seitdem kein Bankschließfach und kein Konto mehr, berichtete er gegenüber Sputnik. Dabei sei er nur als Zeuge, nicht als Angeklagter behandelt worden, wie ihm erklärt worden sei.

Im Interview beschreibt der Privatdetektiv, was im Schließfach war: neben Zeitschriften auch Dokumente. „Da war etwas drin, was ihnen nicht schmeckt, was unangenehm war.“ Danach sei er vom Bundeskriminalamt (BKA) und beim Bundesgerichtshof (BGH) verhört worden. Das zeigen auch die Unterlagen, die Resch dem JIT, zahlreichen Medien und diplomatischen Vertretungen am 5. Juli übermittelt hatte. Diese sind auf der Webseite seiner Kanzlei einzusehen. Dazu gehört das Schriftstück, dass er am 7. Dezember 2016 an die BGH-Richterin Renate Wimmer übergab, indem er aufzählt, welche Informationen ihm zu MH17 vorgelegt wurden.

Darin ist unter anderem zu lesen, was der entscheidende Informant im Mai 2015 Resch gesagt hat. Dazu gehört, „dass der BND und der britische Geheimdienst hinsichtlich des Abschusses von Flug MH17 voll über die diesbezügliche Verschleierung informiert sind und er hierfür stichhaltige Beweise vorlegen kann.“ Es sei auch belegbar, dass das Kanzleramt und die zuständigen Bundesministerien informiert seien, betonte Resch im Interview und verwies noch einmal auf das Schreiben an den BGH.

Sputnik hatte auf der Regierungspressekonferenz am 29. Juli bei der Bundesregierung nachgefragt, was sie von den Vertuschungen zu MH17 seit 2014 weiß. Dazu würden keine Informationen vorliegen, antwortete die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Sie wiederholte statt einer tatsächlichen Antwort, „dass die Bundesregierung die Bemühungen der gemeinsamen internationalen Ermittlergruppe unterstützt, das Verbrechen vollständig aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“.

In den ihm vorliegenden Informationen, die er öffentlich übergeben wolle, seien die Namen der tatsächlich Verantwortlichen zu finden, erklärte Resch im Interview. Es sei den Behörden darum gegangen, das entsprechende Material von ihm zu bekommen. Als das nicht gelungen sei, sei seinem Anwalt beim BGH sogar vorgeschlagen worden: „Der Herr Resch könnte doch sagen, das war ein Joke, das war irgendein Gag, und dann schicken wir das so weiter nach Holland. Da sind die zufrieden und es ist alles vorbei.“ Das habe ihn geschockt, berichtete er. Für ihn sei nicht in Frage gekommen, darauf einzugehen.

Zu seinen Gründen gehöre, „dass es niemals sein kann, dass man mit 298 Toten so spielt. Das funktioniert nicht.“ An dem Punkt sei er misstrauisch geworden, ob die Behörden selber glauben, was sie tun und sagen. Er wundere sich, dass er seit Ende 2016 nichts mehr von den Behörden gehört habe, nachdem erst ein solcher Druck gegen ihn aufgebaut worden sei.

Resch berichtete ebenso, dass er sich im Jahr 2017 mit Angehörigen deutscher Opfer der MH17-Katastrophe getroffen hat. Alle 298 Passagiere und Besatzungsmitglieder waren ums Leben gekommen, darunter vier Deutsche. Das Treffen sei im Beisein von deutschen und niederländischen Journalisten erfolgt. Dabei habe eine Frau ihn flehentlich gebeten: „Helfen Sie mir!“ Das bewege ihn bis heute, gestand er ein: „Da sage ich mir: Ich kann ihr das Kind nicht wiederbringen, aber ich kann Gerechtigkeit bringen. Das kann ich tun.“

Den Angehörigen zu helfen, die Wahrheit zu erfahren, das beschrieb der Privatermittler bereits Mitte Juli gegenüber Sputnik als sein Motiv. Deshalb habe er sich am 5. Juli mit dem Angebot an die JIT-Ermittler gewandt, die ihm vorliegenden Informationen öffentlich zu übergeben. Doch bisher erhielt er darauf nur eine eher merkwürdige Antwort der niederländischen Staatsanwaltschaft.

Eine der Staatsanwältinnen schrieb, es könne der Untersuchung schaden, wenn die Beweise von den Medien und anderen Personen vorher eingesehen werden. Doch das wollte Resch gar nicht, sondern nur, dass die Medien bei der Übergabe dabei sind. Stattdessen wurde dem Privatermittler vorgeschlagen, er solle sich doch an die deutschen Behörden wenden. Mit diesen würde die niederländische Justiz im Fall MH17 eng zusammenarbeiten.

Er wolle sich nun noch einmal an das internationale Ermittler-Team wenden, kündigte der Privatermittler nun im Interview an. Darüber werde er auch international informieren und dann die Reaktion abwarten. „Ich kann ja keinen vom JIT oder wen auch immer zwingen, dass sie das Beweismittel nehmen müssen.“

Resch fügte hinzu: „Wenn es nicht weitergeht, wäre der nächste Schritt zu überlegen, das einem betroffenen Staat anzubieten, wie Russland und Malaysia.“ Dann würde er die Materialien an diese Staaten öffentlich übergeben, damit sie die Beweise prüfen und auswerten können. Dazu würden ebenso internationale Medien eingeladen. „Aber ich werde es nicht nur einem anbieten“, stellte er klar.

Zu den Materialien gehören nach seinen Worten Satellitenaufnahmen der USA zu den Vorgängen am 17. Juli 2014 in der Ostukraine, die es offiziell angeblich nicht mehr gibt. Das ist auch in dem Schreiben des Privatermittlers vom 7. Dezember 2016 an den BGH nachzulesen. „Die werden mit preisgegeben“, kündigte er im Interview an und ergänzte: „Die spielen sehr wohl eine Rolle, weil es dauernd hieß: Wir brauchen die Satellitenbilder. Und auf einmal sind sie nicht mehr gebraucht worden, weil sie angeblich nicht mehr so wichtig waren. Da fragt man sich doch: Warum sind sie nicht mehr wichtig?“

Bei dem Interview mit Sputnik war auch der ständige Begleiter des Privatermittlers Mustafa Afschar, ein ehemaliger Elitesoldat der Bundeswehr, dabei. Er verwies darauf, dass das JIT zwar Reschs Angebot bisher nicht annahm. Dafür würden sich die internationalen Ermittler aber entscheidend auf Angaben der privaten angeblichen Recherche-Organisation „Bellingcat“ stützen. Das hat das JIT auch betont, als es seine als offiziell anerkannte Theorie vorlegte, nach der Russland für den Abschuss der MH17-Maschine mit einer Buk-Rakete sein soll.

Der Resch-Begleiter machte darauf aufmerksam, dass in der Antwort aus den Niederlanden auf das Angebot betont wurde, es gebe kein Interesse an einer öffentlichen Übergabe. Das mache deutlich, dass die Gefahr besteht, etwas könnte vertuscht werden, weil es nicht in die offizielle Version passt. „Deshalb ist der Weg von Herrn Resch, alles öffentlich zu machen, im Beisein der Öffentlichkeit, damit weder diese Seite noch diese Seite die Möglichkeit hat, eine eigene Wahrheit dazu zu erfinden.“

In seinem Schreiben an den BGH vom 7. Dezember 2016 betonte der Privatermittler: „Ich möchte, dass der zur Zeit international stattfindende politische und juristische Weg in eine ehrliche, offene und richtige Bahn kommt.“ Das gelte heute noch, hob er im Interview mit Sputnik hervor. Unter den Vorgängen würden viele leiden, auch Russland durch die unter anderem mit MH17 begründeten Sanktionen. „Es muss mal Schluss sein mit dem ganzen Blödsinn“, forderte Resch. „Das ist die Sache im Kern, worum es geht.“

Sein Begleiter Afschar stellte klar: „Was am Ende siegen muss, das ist die Wahrheit. Die 298 Toten müssen ihre Gerechtigkeit finden. Darum geht es, um nichts anderes.“ Der Privatermittler selbst fügte hinzu: „Mord verjährt nicht.“ Deshalb sei er gelassen, was die Zeit angeht, bis die Wahrheit zu MH17 aufgedeckt wird. „So eine große Lüge, die da läuft, kann man nicht dauerhaft unter den Tisch kehren. Das wird nicht klappen.“

Resch und Afschar betonten gemeinsam, sie würden auf keinen Fall die Arbeit der internationalen Ermittler oder anderer Institutionen im Fall MH17 beurteilen wollen. Darum gehe es ihnen nicht: „Wir stützen uns nur auf unsere Fakten und Beweise, die wir kennen“, stellte der Privatermittler klar, was sein Begleiter bestätigte.

Resch will entscheidende Satellitenaufnahmen vorlegen

Der deutsche Privatermittler Josef Resch, hat sich bereit erklärt, an Russland, Malaysia und andere Länder Satellitenaufnahmen und Informationen zu liefern, die entscheidend für die MH17-Ermittlungen sein könnten. Das hat er in einem Interview gegenüber Sputnik mitgeteilt. Resch hat 2014 für einen anonymen Auftraggeber mit Hilfe einer Millionen-Prämie nach Informationen gesucht, die den Absturz der malaysischen Passagiermaschine mit der Flugnummer MH17 am 17. Juli 2014 über der Ostukraine aufklären können.

Laut Resch beinhalten die neuen Informationen Erkenntnisse zu Ursachen der Tragödie und entscheidende Satellitendaten. Er betont, dass aus den Unterlagen auch die Namen von verantwortlichen Personen hervorgehen. Der Privatermittler erklärte, dass er diese Daten offenlegen wolle, wenn die von der niederländischen Staatsanwaltschaft angeführte internationale Untersuchung nicht auf seine wiederholte Bitte, diese Beweise zu akzeptieren, antworten werde.

Zuvor hatte er bereits versucht, die neuen Erkenntnisse dem internationalen Ermittler-Team JIT (Joint Investigative Team) zu übergeben. Diese seien bei den bisherigen Ermittlungen nicht berücksichtigt worden, so Resch. Das JIT habe sich jedoch geweigert, diese Daten anzunehmen – wegen der Bedingung, dass all diese Erkenntnisse sofort der Öffentlichkeit im vollen Umfang gezeigt werden sollten. Nach Meinung von Resch müssten sich zudem deutlich mehr Länder an der Untersuchung beteiligen, darunter auch Deutschland, Belgien und die USA.
Entscheidende Satellitenaufnahmen

Zu den Informationen, die er öffentlich übergeben will, gehören US-Satellitenaufnahmen. Diesen misst der Privatermittler eine große Bedeutung zu. Washington habe behauptet, dass es sie nicht mehr habe – nun könnten sie aber veröffentlicht werden und in die Aufklärung der Katastrophe einbezogen werden.

In diesem Zusammenhang verwies Resch auf die uneinheitliche Reaktion des JIT zum Thema Satellitenfotos. Zunächst habe die Untersuchungskommission ständig betont, dass Satellitenaufnahmen notwendig seien. Aber ab einem Moment habe sich die Meinung des JIT komplett geändert und die Ermittler hätten die Aufnahmen nicht mehr haben wollen.

Der Hintergrund

Privatermittler Resch hat seit 2014 rund ein Jahr nach Informationen zum Absturz von MH17 gesucht. Sein Auftraggeber, dessen Name er aufgrund der Vertragsbedingungen nicht nennt, hat ihn über einen Mittelsmann darum gebeten. Für die gesuchten Informationen wurde eine millionenschwere Belohnung ausgeschrieben."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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