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Niedersachsens Umweltminister Lies: Zeitplan für Endlager-Suche ist "sehr ambitioniert"

Archivmeldung vom 16.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Olaf Lies (2018)
Olaf Lies (2018)

Foto: Author
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hält den Zeitplan für die Suche nach einem atomaren Endlager in Deutschland nach eigenen Worten für "sehr ambitioniert". Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag) warnt der SPD-Politiker zugleich davor, sich schon zum jetzigen Zeitpunkt von dem Plan zu verabschieden, bis zum Jahr 2031 einen Standort gefunden und die nukleare Deponie tief unter der Erde bis 2050 fertiggestellt zu haben.

"Es wäre zu früh, jetzt schon zu behaupten, dass wir das nicht schaffen und mehr Zeit benötigen. Wir haben schließlich auch eine Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen und den Standorten der Kernkraftwerke. In den Zwischenlagern steht hoch radioaktiver Abfall, für den wir dringend ein sicheres Endlager benötigen", sagte Lies der "NOZ" am Rande einer Informationsreise in die Schweiz.

Lies informiert sich zurzeit mit einer Delegation aus Niedersachsen in dem Nachbarland zum Thema Endlagersuche. Die Schweizer sind schon deutlich weiter, haben drei mögliche Standorte in der engeren Auswahl und setzen auf Ton als Wirtsgestein - eine Gesteinsart, die auch in Niedersachsen in großen Teilen vorkommt. Lies hält es daher nicht für unmöglich, dass es am Ende bei der Standortauswahl auf Niedersachsen hinauslaufen könnte.

"Auszuschließen ist es jedenfalls nicht. Wenn es um die Wirtsgesteine Ton, Salz und Granit geht, kommt bei uns in Niedersachsen alles vor. Es wäre aber völlig verfrüht zu sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, Endlager-Standort zu werden, in dem einen Bundesland größer ist als in dem anderen", sagte der Ressortchef der "NOZ" und fügte hinzu: "Mindestens die Salz-, aber eben auch die großen Tonvorkommen in Niedersachsen machen deutlich, dass es bei uns Potenziale gibt." Am Ende sei aber auch gar nicht die Bundesland-Frage maßgeblich, sondern sei vielmehr entscheidend, "dass der Standort wirklich sicher ist".

In diesem Zusammenhang äußerte der niedersächsische Minister heftige Kritik an den Bundesländern Bayern und Sachsen, die ein Endlager bei sich ablehnen. Ein solches Verhalten halte er für "absolut falsch". "Wir suchen ein Endlager mit einer Sicherheit für eine Million Jahre, und da kann und wird die Suche nicht an Bundesland-Grenzen haltmachen. Den Bürgern so etwas zu suggerieren, halte ich für unseriös. Wenn der sicherste Standort gefunden ist, wird ein Bundesland sich kaum dagegen wehren können, dass das Endlager dort dann auch errichtet wird", betonte Lies und forderte eine ergebnisoffene Suche sowie ein Ende von "Ablehnungsdebatten": "Gerade Bayern sollte damit aufhören, solche Botschaften zu verbreiten."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)


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