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AfD-Chef Lucke befürchtet Rückkehr der Euro-Krise

Archivmeldung vom 25.08.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.08.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Thommy Weiss / pixelio.de
Bild: Thommy Weiss / pixelio.de

Der Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, befürchtet angesichts der Regierungskrise in Frankreich eine Rückkehr der Euro-Krise. "Wie eine Hydra hebt die Euro-Krise erneut ihr Haupt", sagte Lucke "Handelsblatt-Online".

Die Regierung des größten deutschen Partnerlandes müsse sich eingestehen, "dass sie der Entwicklung der Arbeitslosigkeit und der steigenden Staatsverschuldung machtlos gegenübersteht". Lucke verwies darauf, dass erst in der vergangenen Woche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von zahlreichen Ökonomen wegen ihrer Euro-Politik scharf kritisiert worden sei. So hielt der Wirtschafts-Nobelpreisträger von 1996, James Mirrlees, der Kanzlerin vor, aus den Konstruktionsmängeln des Euro die falschen Schlüsse zu ziehen.

Mirrlees räumt dem Euro daher keine großen Überlebenschancen ein. Lucke sagte dazu: "Dass die französische Regierung jetzt kapituliert hat, bestätigt dies eindrucksvoll." Das sei das, was die AfD schon immer gesagt habe. "Die Euro-Krise ist völlig unbewältigt. Mit Frankreich hat sie jetzt die zweitwichtigste Wirtschaftsmacht in der EU erfasst."

Die französische Industrie schrumpfe seit Jahren, weil sie nicht mehr wettbewerbsfähig sei, die Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich liege bei fast 30 Prozent, Frankreich bekomme seine exzessive Neuverschuldung nicht in den Griff und die neuesten Wachstumszahlen seien so enttäuschend, dass das Abgleiten in die Rezession befürchtet werden müsse, sagte der AfD-Chef.

Umfrage: Deutsche sehen Wirtschaftsentwicklung pessimistisch

Die Deutschen blicken mehrheitlich pessimistisch in die nahe Zukunft. Wie eine Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin "Focus" ergab, gehen 52 Prozent davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland im kommenden Jahr verschlechtern wird. 32 Prozent der Befragten würden hingegen davon ausgehen, dass sich die Wirtschaftslage in den nächsten zwölf Monaten verbessern wird. Zwölf Prozent rechnen nicht mit einer Veränderung, hieß es weiter.

Insbesondere Anhänger der Partei AfD sehen die Wirtschaftsaussichten den Angaben zufolge pessimistisch (77 Prozent), im Lager der Linkspartei sollen es 64 Prozent sein. Auch bei den Anhängern der Grünen sei der Anteil der Pessimisten mit 55 Prozent überdurchschnittlich hoch. Im Lager der SPD gingen 52 Prozent davon aus, dass sich die Wirtschaftslage verschlechtert, in dem der Union 48 Prozent und in dem der FDP 33 Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte am 20. und 21. August für "Focus" 1.006 repräsentativ ausgewählte Personen.

Schäuble sieht keine Gefahren für wirtschaftliche Erholung

Trotz des schwachen zweiten Quartals sieht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) keine Gefahren für die weitere wirtschaftliche Erholung in Deutschland. Das Wachstum könne dieses Jahr sogar noch höher ausfallen als die 1,8 Prozent, mit denen die Bundesregierung in ihrer Frühjahrsprognose rechnet, berichtet der "Spiegel".

"Chancen auf eine günstigere Wirtschaftsentwicklung als erwartet ergeben sich insbesondere auf der binnenwirtschaftlichen Seite", heißt es demnach in einer internen Vorlage des Finanzministeriums. Voraussetzung sei, dass die Beschäftigungsentwicklung und das Zukunftsvertrauen der Konsumenten und Investoren stärker ausfällt als bislang unterstellt.

Die Chancen dafür halten Schäubles Experten für gut. "Die Investitionstätigkeit ist nunmehr offenkundig in einen dynamischen Aufwärtsprozess eingemündet", schreiben sie dem Bericht zufolge. Die Auftragseingänge der Industrie nähmen weiter zu. "Zusammengenommen weisen die Indikatoren weiterhin auf eine Fortsetzung der dynamischen Wirtschaftsentwicklung, insbesondere der Binnenwirtschaft, hin."

Auch vom Konsum erwarten die Konjunkturexperten spürbare Impulse für das Wachstum. "Darüber hinaus könnte die Erholung im Euroraum stärker ausfallen als erwartet." Als Risiken für die Konjunktur nennt das Papier den Konflikt in der Ukraine und "geopolitische Spannungen".

Euro-Krise: Nobelpreisträger kritisieren Bundesregierung scharf

Gleich vier Ökonomie-Nobelpreisträger haben die Politik der Bundesregierung in der Euro-Krise gegenüber der "Welt am Sonntag" scharf kritisiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verfolge "in Europa eine völlig falsche Politik", sagte Eric Maskin, der an der Harvard University lehrt und 2007 mit dem Nobelpreis geehrt wurde. "Der von ihr verordnete Sparkurs wird die Euro-Zone in die Depression schicken."

"Ich habe nicht mehr viel auf den Euro gegeben und war überrascht, wie stark der politische Wille an der Gemeinschaftswährung ist. Aber wenn man sich für den Euro entschieden hat, muss man auch etwas dafür tun", sagte Lars Peter Hansen, der an der University of Chicago arbeitet und 2013 den Nobelpreis bekam.

"Einem Land, das bereits am Boden liegt, mit weiteren Strafmaßnahmen zu drohen, halte ich für keine so gute Idee", sagte Hansen mit Blick auf die Politik der Bundesregierung. Noch weniger Zurückhaltung gegenüber dem Kurs der Kanzlerin übte Edmund Phelps von der New Yorker Columbia University.

"Europa ist intellektuell und in Sachen Einfallsreichtum bankrott", urteilte der Nobelpreisträger von 2006. "Merkel scheint den Ernst der Lage nicht kapiert zu haben." Cambridge-Professor James Mirrlees hält die Kanzlerin für wirtschaftlich falsch beraten. "Immerhin hat sie bereits erkannt, dass der Euro Konstruktionsmängel hat. Nur zieht sie daraus die falschen Schlüsse."

Der Nobelpreisträger von 1996 räumt dem Euro keine großen Überlebenschancen ein. Die dramatisch hohen Arbeitslosenraten in einzelnen Mitgliedsstaaten drohten den Euro zu sprengen. "Die Kosten für das Festhalten an der Gemeinschaftswährung sind hoch", sagte Mirrless. "Die man muss man bereit sein zu tragen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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