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Verfassungsschutz will Salafismus mit Youtube-Satire bekämpfen

Archivmeldung vom 28.08.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.08.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Jean Pierre Hintze, on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: Jean Pierre Hintze, on Flickr CC BY-SA 2.0

„Wir entlarven die Propaganda der Salafisten mit den stärksten Waffen unserer freiheitlichen Demokratie: Witz, Humor und Fakten“, teilte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul vergangenen Donnerstag mit. Als erste Behörde auf Bundesebene hat der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz auf der Computer- und Videospielemesse „Gamescom“ in Köln zwei „Kanäle zur Salafismus-Prävention“ auf Youtube vorgestellt. Dies berichtet das russische online Magazin "Sputnik".

Weiter heißt es hierzu auf deren deutschen Webseite: "Der Kanal „Jihadifool“ sei ein „Sketch-Comedy-Format“, das die Absurdität von Radikalisierung, Terrorismus und Islamismus satirisch thematisiert. Eine der Folgen zeigt eine fiktive Fernsehserie mit dem Titel „Goodbye Syria – Die Heimkehr“. Darin versucht der zurückgekehrte Islamist Ahmed eine Shisha-Bar aufzumachen: „Ahmed ist vor zwei Jahren aus Marzahn nach Syrien ausgewandert. Doch es lief nicht immer ideal für ihn. Nun ist er wieder zurück in Deutschland und versucht, sich eine neue Existenz aufzubauen. Allerdings fällt Ahmed noch immer in alte Verhaltensmuster zurück“, so die Beschreibung. Die Videos von „Jihadifool“ sammelten bislang rund 30.000 Aufrufe und werden von den Zuschauern kontrovers kommentiert.

Ein weiterer Kanal mit dem Namen „hinter.gründlich“ sei ein Wissensformat, das sich auf den Comedy-Kanal beziehe und der salafistischen Propaganda Fakten entgegensetze.

„Die 3.100 extremistischen Salafisten in NRW haben sich nicht in Luft aufgelöst, nur, weil das sogenannte Kalifat des ‚Islamischen Staates‘ zerschlagen ist, und die ‚Lies!‘-Stände aus den Innenstädten verschwunden sind. Sie sind weiterhin aktiv und benutzen dabei alle Kanäle, auf denen sie junge Menschen finden“, betonte der Minister. Ein Verfassungsschutz, der seinen Auftrag zur Prävention ernst nehme, könne nicht darauf verzichten, auf solchen Portalen aktiv zu sein, sagte Reul. „Wir müssen dahingehen, wo unsere Zielgruppe ist.“ Mehr als 1,9 Milliarden Menschen sind bei Youtube angemeldet, Videos mit einer Gesamtdauer von über einer Milliarde Stunden werden sich jeden Tag dort angesehen. „Und leider geht es dabei nicht nur um Zoobesuche und lustige Missgeschicke, die irgendwelchen Hauskatzen passieren“, so der Minister.

Produziert würden die Formate des Verfassungsschutzes von der Produktionsfirma „BlueLaserBoys“, die viel Erfahrung im Bereich von Youtube und Comedy habe. Die Satire-Sendung soll einmal in der Woche online gehen und das Wissensformat alle zwei Wochen – zunächst ein Jahr lang – ausgestrahlt werden. „Wir dürfen dieses Feld einfach nicht den Extremisten überlassen“, so Reul.

Zum dritten Mal war der Verfassungsschutz mit einem eigenen Stand auf der „Gamescom“ vertreten. Er komme jährlich dorthin, um mit den Spielern ins Gespräch zu kommen, schärfe deren Sinne für extremistische Inhalte, für Propaganda, und werbe für die Demokratie, heißt es in der Pressemitteilung des Innenministeriums. Mehr als 35 Millionen Menschen würden regelmäßig am PC oder an der Konsole spielen. „Wir brauchen diese Menschen. Nur gemeinsam können wir unsere Ziele erreichen. Denn – um im Bild zu bleiben – Demokratie ist ein Multi-Player-Game“, unterstrich der Minister."


Quelle: Sputnik (Deutschland)


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