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Finanzanalyst Hellmeyer: Woran die „Grüne Revolution“ zu scheitern droht

Archivmeldung vom 06.11.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.11.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Banknoten Geld
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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Die Corona-Krise hat die globale Wirtschaft mächtig durcheinandergewirbelt: Massive Lieferengpässe, steigende Preise und Energiekrise sind die Folge. Gleichzeitig sei der deutsche Wohlstand durch einen ideologischen Ansatz innerhalb der „Grünen Revolution“ bedroht, warnt Finanzexperte Folker Hellmeyer im SNA-Interview.

„Die deutsche Wirtschaft kann man nur im Kontext der globalen Wirtschaft verstehen und begreifen, weil wir dort eine Schlüsselfunktion einnehmen, insbesondere bezüglich unserer exportseitigen Ausrichtung“, erklärt der Finanzanalyst Folker Hellmeyer im Interview mit SNA.

Hellmeyer verweist deshalb auf die Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das globale Wirtschaftswachstum. Der IWF erwartet ein Wirtschaftswachstum von 5,9 Prozent im Jahr 2021. Für das Jahr 2022 wird mit einem Wachstum von 4,9 Prozent gerechnet, wie die Organisation mitteilte. Das sei weit über der Norm und bedeute für Deutschland, dass das Thema Rezession überhaupt nicht im Raum stehe, meint der Wirtschaftsexperte.

Mit Blick auf die weltweiten staatlichen Wirtschaftsprogramme in Billionenhöhe zeigt er sich zuversichtlich, dass die Nachfrage „absolut gesichert“ sei.

„Wir haben beinahe einen administrierten Aufschwung über mehrere Jahre.“

Doch daran müsse sich auch das Gerüst der Weltökonomie ausrichten.

„Das heißt, Kapazitäten müssen erweitert werden - nicht nur bei Halbleitern. Das gilt für ganz viele Bereiche.“

Zwar erlebe die Bundesrepublik derzeit eine Abschwächung der Konjunkturlage. Diese sei aber nicht Ausdruck einer Nachfrageschwäche, sondern einer Nachfragestärke – „eine Schwäche von Lieferketten und gegebenen Lagerbeständen“.

Hausgemachte Probleme des Westens

Hellmeyer ist sich sicher: Viele Probleme seien hausgemacht. So habe die gesamte Problematik auch mit den US-Häfen global zu tun. Während in Deutschland die Häfen 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche geöffnet haben, arbeiten die Häfen dem Finanzexperten zufolge in den Vereinigten Staaten fünf Tage die Woche - 17 Stunden am Tag. „Die aktuelle Lage würde eigentlich hier eine gewisse Flexibilität von den USA erwarten lassen, um zumindest dieses Problem im Bereich der Lieferketten international ein Stück weit zu neutralisieren.“

Auch die Energiekrise im Westen sei „selbstgemacht“:

„Eine solche Fehleinschätzung wie derzeit hat es seit langer Zeit nicht gegeben, denn alle Profis am Markt wussten, dass alle in der gleichen Situation waren. Obwohl die Erdgasreserven zur Neige gingen, hätten die „westlichen Einkäufer“ weiter darauf gesetzt, dass die Energiepreise fallen. „Lager laufen runter, und wenn Lager runterlaufen und alle am Ende kaufen müssen, dann hat das Preisfunktionen und das sehen wir derzeit“, moniert der Finanzanalyst.

Diese Fehleinschätzung habe seiner Ansicht nach auch mit einem „ideologischen und esoterischen“ Ansatz zu tun, dass Investitionen in fossile Brennstoffe durch die sogenannten ESG-Richtlinien (Kurzbezeichnung für Nachhaltigkeitskriterien in der Finanzbranche – Abkürzung für: Environment, Social, Governance – Anm. d. Red.) „diskriminiert“ würden.

Woran die „Grüne Revolution“ scheitern könnte

„Wenn Sie heute die Reaktionen sehen, die von den großen Lobbyverbänden kommen, dann ist die Bereitschaft, diese gesamte ‚Grüne Revolution‘ umzusetzen, im Bereich der Unternehmen weitestgehend auf homogener Basis global gegeben“, betont der Wirtschaftsexperte.

Gleichzeitig warnt er davor, die Energiesicherheit Deutschlands weiter zu riskieren. Hellmeyer erinnert zugleich daran, dass bereits Anfang des Jahres Europa kurz vor einem Brownout (starke Netzschwankungen – Anm. d. Red.) und Blackout gestanden hatte. So kam es beispielsweise am 8. Januar in Österreich zu einem starken Frequenzabfall im Stromnetz infolge eines Kraftwerkausfalls in Rumänien.

Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hält in einem aktuellen Bericht die Wahrscheinlichkeit einer durch einen Stromausfall verursachten Katastrophe höher als jede andere Gefahr. An diesem Zustand habe nicht zuletzt die schrittweise Abschaltung der deutschen Kernkraftwerke Schuld.

„Wir leisten uns die teuersten Energiepreise, und wenn dann nicht mal mehr die Energiesicherheit gewährleistet ist, dann bekommt dieser Investitionsstandort Deutschland einen Schaden zugefügt, der extrem hoch ist. Und wenn die Investition einmal hier nicht mehr stattfinden kann, dann wird der Kapitalstock, von dem wir alle leben, von dem auch der Sozialstaat und grüne Investitionen abhängig sind, geschwächt und damit die Zielerreichung (der klimapolitischen Transformation - Anm. d. Red.) ultimativ unterminiert“, mahnt der Experte.

Energiesicherheit durch Nordstream 2

Vor diesem Hintergrund sei die Inbetriebnahme der Leitung Nord Stream 2 „zwingend erforderlich“. „Wenn man mit Russland gute Gasverträge haben will, dann sollte man unter Umständen - da schaue ich auch auf Analena Baerbock (Chefin von Bündnis 90/Die Grünen) - nicht in die privatwirtschaftlichen Verhältnisse bezüglich Nord Stream 2 eingreifen. Denn dafür gibt es keine Veranlassung – außer wenn eine ideologische. Und wir wissen aus der deutschen Geschichte, dass Ideologie diesem Land und auch dem Rest der Welt, wenn sie von Deutschland ausging, nie gutgetan hat. Was Deutschland gutgetan hat, war immer ein pragmatischer Ansatz, der sich nicht von der Realität entfernte.“

In einem neuen „Spiegel“-Interview Ende Oktober hatte Baerbock behauptet, die in den Koalitionsverhandlungen auch als Außenministerin ins Gespräch gebracht wurde, dass die Gaspipeline europäischen Interessen zuwiderlaufe. Oder auch: dass die europarechtlichen Vorgaben besagen würden, dass Gazprom die Pipeline nicht gleichzeitig besitzen und betreiben dürfe.

Fakt aber sei, so Hellmeyer, dass Europa lange Zeit niedrigere Preise als in Asien, insbesondere am Gasmarkt genossen habe. Asien habe in den letzten Jahren für Erdgas deutlich höhere Preise zahlen müssen. So müsse sich die Bundesrepublik bestimmten Realitäten stellen: „Wo sind die zukünftigen Förderländer? Wo gibt es die Ressourcen? Und dabei spielt Russland eine Rolle. Und Russland war der verlässlichste Partner, den wir im Energiegeschäft jemals gehabt haben“, betont der Finanzanalyst Hellmeyer gegenüber SNA News."

Interview mit Folker Hellmeyer zum Nachhören:

SNA Radio · Woran die „Grüne Revolution“ zu scheitern droht – Finanzanalyst Hellmeyer

Quelle: SNA News (Deutschland)

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