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Coronavirus: FDP-Politiker Theurer will Absage von Reisemesse ITB

Archivmeldung vom 28.02.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.02.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Michael Theurer (2019)
Michael Theurer (2019)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, fordert, die Internationale Tourismusbörse (ITB) in der nächsten Woche in Berlin angesichts des neuartigen Coronavirus abzusagen.

"Die öffentliche Gesundheit hat hier klar Vorrang, so bedauerlich eine Absage der ITB wäre", sagte Theurer dem "Handelsblatt". Er wies dabei auf das Krisenmanagement in der Schweiz hin. "Wenn ein Land mit einem hochentwickelten Gesundheitssystem wie die Schweiz zum Schluss kommt, dass die Gefahr erst durch die Absage von Großveranstaltungen wie dem Genfer Autosalon beherrschbar wird, sollte sich Deutschland hier ein Vorbild nehmen", so der FDP-Politiker weiter. Der Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Rechts- und Tourismusausschuss des Bundestages, Roman Müller-Böhm, hält eine Absage der ITB ebenfalls für unausweichlich.

"Es wäre sehr bedauerlich, wenn die ITB nicht stattfinden würde, da sie eine einzigartige Möglichkeit zum Austausch mit der ganzen Tourismusbranche ist. Angesichts der, sich ständig verändernden Corona-Situation, sollte hier aber ganz klar die öffentliche Gesundheit vorgehen und der Senat entsprechend handeln", sagte Müller-Böhm der Zeitung. "Bund und Länder sollten sich mit vereinten Kräften dafür einsetzen, dass die Schäden durch Covid-19, für Bevölkerung wie Wirtschaft, so gering wie möglich gehalten werden", so der FDP-Politiker weiter. Der Grünen-Tourismuspolitiker Markus Tressel zeigte sich offen für eine Absage der ITB. Der Veranstalter müsse sich fragen, "ob es in der Situation noch Sinn macht, eine Messe durchzuziehen, bei der immer mehr Aussteller und auch das Publikum fernbleiben", sagte Tressel dem "Handelsblatt". Gleichwohl müsse die Entscheidung über die ITB "auf Grundlage einer Gefahrenanalyse der Gesundheitsbehörden gefällt werden".

Union für Absage von Großveranstaltungen mit hohem Infektionsrisiko

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Karin Maag (CDU), begrüßt die Absage von Großveranstaltungen wegen des Coronavirus, wenn ein hohes Infektionsrisiko besteht. Sie halte es etwa für "richtig, dass im nordrheinwestfälischen Kreis Heinsberg im Hinblick auf die dort aufgetretenen Corona-Fälle die lokalen Fußballspiele abgesagt wurden", sagte Maag der "Welt". Insbesondere auch bei Veranstaltungen, "die mit viel Reiseverkehr einhergehen", halte sie "solche Absagen für grundsätzlich richtig", so die CDU-Politikerin weiter. Mit Blick auf Messen und deren Besucher sagte die Christdemokraten, die Zuständigkeit gemäß Infektionsschutzgesetz obliege den Ländern und Kommunen.

"Ich gehe davon aus, dass die Zuständigen die Situation angemessen abwägen, das mögliche Gefahrenpotenzial bewerten und gegebenenfalls notwendige Absagen tätigen", sagte Maag. "Ich habe den Eindruck, dass die Bundesregierung sich ihrer besonderen Aufgabe, für eine hohe Transparenz zu sorgen, bewusst ist", sagte Kordula Schulz-Asche, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, der "Welt" mit Blick auf den Krisenstab der Bundesregierung. Sie halte es "aber nicht für notwendig, Großveranstaltungen zu diesem Zeitpunkt pauschal abzusagen", so die Grünen-Politikerin weiter. Sie sei für eine besonnene Bewertung und Entscheidung abhängig vom Einzelfall.

Ärztepräsident will Priorisierung von Patienten bei Coronavirus-Tests

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert eine Priorisierung der Patienten bei den Tests auf das Coronavirus. "Wir werden nicht flächendeckend screenen können", sagte Reinhardt der "Welt" (Samstagsausgabe). Man müsse sich bei den Tests "auf Menschen mit schwerem Krankheitsverlauf konzentrieren". Dazu gehörten Patienten mit Vorerkrankungen wie Asthma, Diabetes, Fettleibigkeit oder Patienten über 60 Jahre. "Denn bei denen besteht besondere Gefahr, dass es zu tödlichen Verlaufsformen kommt", so der Ärztepräsident weiter.

Menschen mit milden Symptomen müssten "zugunsten schwerer erkrankter Menschen zunächst warten". Man könne "nicht jeden, der leicht hustet, testen", so Reinhardt. Von Menschen, die keine Symptome haben, erfahre man zudem meist gar nicht. Der Ärztepräsident glaubt daher nicht, dass es gelingen wird, die Infektionsketten zu unterbrechen und das Virus einzudämmen. "Es wird eine epidemische Welle durch die Bevölkerung gehen", sagte Reinhardt. Er warnte zudem vor fehlendem Personal in den Krankenhäusern. "Ein Problem sehe ich bei dem Personalmangel. Die Mitarbeiter selbst können ja auch erkranken", so der Präsident der Bundesärztekammer weiter. Es gebe außer der Schutzkleidung keinen effektiven Schutz für Pfleger und Ärzte. Im Notfall müsse man planbare Operationen, wie die des Hüftgelenks, verschieben. "Es werden dann wohl auch noch mehr Überstunden von den Mitarbeitern geleistet werden. Und glauben Sie mir, wenn es eng wird, dann werden sie dazu auch bereit sein", sagte Reinhardt der "Welt".

Zudem kritisierte er die Informationspolitik einzelner Ämter. "Wenn einzelne Behörden unzureichend informieren, muss dem nachgegangen werden. Das darf nicht sein und das muss auch nicht sein", so der Ärztepräsident weiter. Er verwies auf "fundierte und stets aktuelle Informationen" auf den Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums, des Robert Koch-Instituts, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Bundesärztekammer und der Landesärztekammern für Ärzte und Patienten. "An Informationen mangelt es sicher nicht", so Reinhardt.

Coronavirus: Sondersitzung von Bundestags-Gesundheitsausschuss am Montag

Der Gesundheitsausschuss des Bundestags wird am Montag in einer Sondersitzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über die neueste Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus informiert. Das geht aus der Einladung des Ausschusses hervor, über welche die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Samstagsausgaben) berichten. Als einziger Tagesordnungspunkt sei der "Bericht der Bundesregierung zum aktuellen Stand des Coronavirus insbesondere in Deutschland und Europa" vorgesehen. Auch bei seiner regulären Sitzung am Mittwoch werde sich der Ausschuss unter dem ersten Tagesordnungspunkt von der Bundesregierung über die aktuelle Lage informieren lassen. Die Berliner Charité teilte den Zeitungen auf Anfrage mit, dass die Kapazität für Laboruntersuchungen auf das Coronavirus derzeit noch ausreiche, um dem Bedarf an Tests gerecht zu werden.

"Die Anzahl der angeforderten Proben liegt aktuell deutlich unter der Kapazität für Laboruntersuchungen auf SARS-CoV2", sagte eine Sprecherin der Charité. Die Tests in der Region werden demnach größtenteils von "Labor Berlin" durchgeführt, einem gemeinsamen Unternehmen der Kliniken Charité und Vivantes. Zusätzlich könne das Institut für Virologie am "Campus Charité Mitte" Tests vornehmen. Das Labor leiste darüber hinaus anderen Laboren in ganz Deutschland Hilfestellung in seiner Funktion als Konsiliarlabor für Coronaviren, sagte die Sprecherin der Charité den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Die Möglichkeiten für Corona-Tests seien deshalb angesichts des Bedarfs derzeit ausreichend.

Ärztekammer fürchtet unnötige Arztbesuche

Die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Heidrun Gitter, hat die Bürger dazu aufgerufen, nicht unnötig zum Arzt zu gehen, um Kapazitäten freizuhalten für mögliche Corona-Patienten. "Es ist wirklich wichtig, dass die Leute jetzt besonnen bleiben", sagte Gitter den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.  "Wer Bagatellerkrankungen mit nur leichten Beschwerden hat, sollte nicht die Notaufnahmen und Praxen verstopfen, sondern zuhause bleiben, im Zweifel telefonischen Kontakt zum Arzt suchen." Das sei wichtig, so die Medizinerin, damit die Kapazitäten für die ernsten Fälle zur Verfügung stünden. Gitter rief zudem Patienten, die möglicherweise wegen Corona-Fällen nicht-dringliche Behandlungen verschieben müssen, dazu auf, Verständnis zu zeigen. "Wir haben ein sehr hochkarätiges Gesundheitssystem, die Krankenhäuser sind gut vorbereitet. Aber wenn es sehr viele Fälle an einem Ort geben sollte, kann es natürlich sein, dass dann weniger dringliche Eingriffe zum Beispiel warten müssen", so Gitter weiter. Es werde so lange priorisiert, bis die Welle vorbei sei. "Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, in einem solchen Fall Verständnis für Wartezeiten aufzubringen, und nicht unfreundlich zu werden gegenüber dem medizinischen Personal. Mit Vernunft und Gemeinschaftssinn ist das zu bewälti gen."

Künast warnt vor "Verbraucherabzocke" wegen Coronavirus

Die Grünen-Verbraucherschutzpolitikerin Renate Künast hat davor gewarnt, dass unseriöse Anbieter im Internet aus der Angst vieler Menschen vor dem Coronavirus Profit schlagen wollen. "Es ist Verbraucherabzocke, wenn Anbieter das Coranavirus nutzen, um `Schutz-Artikel` überteuert an die Frau und den Mann zu bringen", sagte die frühere Verbraucherschutzministerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). Wenn Verbraucher überteuerte Angebote entdecken, sollten sie die "Abzocke bitte öffentlich machen oder beim Verbraucherzentrale Bundesverband melden", appellierte das Mitglied im Bundestagsausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Zudem rief Künast dazu auf, sich auf "seriösen Internetseiten wie zum Beispiel beim Robert-Koch-Institut" über Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus zu informieren, anstatt "Hals über Kopf Hamsterkäufe zu starten". In Italien war es am Mittwoch zu Razzien bei Amazon und Ebay wegen Geschäftemacherei gekommen. Ein Sprecher von Amazon Deutschland sagte den Funke-Zeitungen, dass es die Amazon-Richtlage untersage, überzogene Preise durchzusetzen. "Wir entfernen Angebote, die gegen unsere Richtlinien verstoßen", sagte der Sprecher. Die Entwicklung der Lungenkrankheit Covid-19 beobachte Amazon, bei Bedarf werden "notwendige Maßnahmen" getroffen, kündigte der Amazon-Sprecher an.

Coronavirus: Spahn aktuell gegen Grenzschließungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich trotz des sich weiter ausbreitenden Coronovirus gegen sofortige Schließungen der deutschen Grenzen ausgesprochen. "Wir sind gemeinsam mit allen Gesundheitsministern aus der Region zu dem Ergebnis gekommen, zu diesem Zeitpunkt wäre eine Grenzschließung oder auch Einschränkung nicht verhältnismäßig", sagte Spahn dem Fernsehsender n-tv am Freitag. Eine Grenzschließung hätte laut Spahn Auswirkungen auf die Versorgung Deutschlands, man müsse die Verhältnismäßigkeit prüfen. Allerdings habe sich die Lage in den vergangenen Tagen in Deutschland verändert. "Es gibt viel mehr Infektionen und Infektionsketten, die wir noch nicht alle nachvollziehen können", so Spahn. Das Risiko für die Gesamtgesellschaft sei gestiegen, das Risiko für den Einzelnen sei in Deutschland gering bis mäßig. In der Diskussion um mögliche Absagen von Großveranstaltungen forderte Spahn eine differenzierte Sichtweise. Man müsse unterscheiden, ob die Teilnehmer einer Großveranstaltung aus besonders vom Coronavirus betroffenen Ländern wie China sowie Japan kommen, oder ob sie aus der Region kommen. "Das macht natürlich einen Unterschied", so der Bundesgesundheitsminister.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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