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Betriebskrankenkassen-Chef zu Merkel: „Wir sind Bürger, keine Untertanen“

Archivmeldung vom 21.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Haben die Mitteleuropäer nichts aus der Geschichte gelernt? (Symbolbild)
Haben die Mitteleuropäer nichts aus der Geschichte gelernt? (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Der Chef des Betriebskrankenkassen-Verbandes, Franz Knieps, gilt als einer der kompetentesten Kenner des deutschen Gesundheitswesens und hat viele Jahre Kanzlerin Merkel beraten. Jetzt kritisiert er die Corona-Politik von Bund und Ländern in einem Interview. Dies berichtet das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter ist auf deren deutschen Webseite dazu folgendes geschrieben: "Franz Knieps spricht in dem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) von gravierenden politischen Fehlentscheidungen sowie falschen Zahlen und Zielen. Der Gesundheitsexperte fordert außerdem, die Schulen umgehend wieder zu öffnen. Das Interview wurde einen Tag vor der Verlängerung und Verschärfung des Corona-Lockdowns veröffentlicht.

Knieps sagte dem RND:

„In Wirklichkeit wissen wir nicht ansatzweise, wie stark das Virus die Bevölkerung durchdrungen hat. Es ist ein schweres Versäumnis, dass es ein Jahr nach Beginn der Pandemie noch immer keine Kohortenstudien gibt – also eine Untersuchung darüber, wie stark sich das Virus zu unterschiedlichen Zeitpunkten in einer bestimmten Gruppe ausgebreitet hat.“

Franz Knieps (64) war nach seiner Tätigkeit im AOK-Bundesverband zwischen 2003 und 2009 Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium. Dort galt er als rechte Hand von Ministerin Ulla Schmidt, erst im Kabinett von Gerhard Schröder und dann in der ersten großen Koalition von Angela Merkel. Epidemie der Alten Ähnlich wie ein Teil der mit dem Coronavirus beschäftigten Virologen, wie der Direktor des Institutes für Virologie der Universität Bonn, Hendrik Streeck, kritisiert auch Knieps, dass sich die Regierung nicht auf den „Schutz der Alten“ konzentriert:

„Es war nach unserer Meinung sehr früh klar, dass es sich um eine 'Epidemie der Alten' handelt. Statt sich aber im Sommer sehr gezielt mit speziellen Präventionsprogrammen für die Risikogruppen auf den Herbst und Winter vorzubereiten, werden Lockdowns aneinandergereiht, die die Älteren nicht schützen. Ende 2020 waren 88 Prozent der Corona-Toten über 70 Jahre alt. Allein die Pflegeheimbewohner machen ein knappes Drittel aller Sterbefälle in Deutschland aus, obwohl sie nur ein Hundertstel der Bevölkerung stellen. Das liegt nicht an der Biologie des Erregers, sondern ist die Konsequenz gravierender politischer Fehlentscheidungen.“

Schulöffnungen – je schneller, desto besser

Knieps, der seit 2013 Chef des Verbandes der Betriebskrankenkassen ist, sprach sich im Gespräch mit RND auch für Schulöffnungen aus:

„Die Schulen müssen wieder geöffnet werden, je schneller, desto besser. Zwar wissen wir inzwischen, dass Kinder beim Infektionsgeschehen eine größere Rolle spielen als bisher vermutet. Aber das Risiko müssen wir eingehen. Der Staat kann doch nicht hinnehmen, dass es vom Geldbeutel oder dem Improvisationstalent der Eltern abhängt, ob die Kinder Zugang zu Bildung bekommen.“

Desweiteren plädiert Knieps dafür, „unter 14-Jährige nicht in die rigiden Kontaktbeschränkungen einzubeziehen“.

Bürger sind keine Untertanen

Knieps ist Teil eines Teams von Wissenschaftlern und Praktikern um den Internisten Prof. Dr. med. Matthias Schrappe, die sich in mittlerweile sieben Thesenpapieren kritisch mit der Corona-Politik von Bund und Ländern auseinandersetzen. Auf die Frage, ob vom Kanzleramt Druck auf die Autoren der Thesenpapiere ausgeübt wurde, sich nicht mehr zu äußern, antwortete Knieps gegenüber RND:

„Ach, Druck würde ich das nicht nennen. Ja, es gab frühzeitig eine Bitte aus dem Umfeld der Kanzlerin, das zu beenden. Ich habe Merkel mitteilen lassen, dass wir Bürger seien, keine Untertanen. Leider ist es nach wie vor so, dass insbesondere im Kanzleramt eine Bunkermentalität vorherrscht. Dort wird allein auf Virologen gehört, und dann auch immer auf dieselben. Abweichende Ansichten oder Ratschläge anderer wissenschaftlicher Disziplinen werden bis heute ignoriert. Dabei ist gerade in schwierigen Zeiten wie diesen jede fachkundige Stimme dringend notwendig.“ "

Quelle: SNA News (Deutschland)

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