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Nach Vorfällen in Dresden und Chemnitz: Ministerpräsident Michael Kretschmer bleibt bei seiner Medien- und Journalistenkritik

Archivmeldung vom 01.10.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.10.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Lügenpresse
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Bild: Unbekannt / Unbekannt

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält im Interview mit dem Medienmagazin journalist an seiner Bewertung der Vorgänge von Dresden und Chemnitz fest und erneuert seine Kritik an Medien und Journalisten. In Dresden war im August ein Team des ZDF-Magazins Frontal 21 von Polizisten 45 Minuten lang an der Arbeit gehindert worden. In einer ersten Reaktion auf ein Video, das den Vorfall dokumentiert, hatte der Ministerpräsident erklärt, lediglich die Polizisten hätten sich in der Situation seriös verhalten.

Kretschmer unterstellte damit den Journalisten, unprofessionell aufgetreten zu sein. An dieser Position hält Kretschmer im journalist-Interview auch im Rückblick fest. "Andere haben das Video wie ich finde ziemlich heftig kommentiert. Also habe auch ich meine Meinung zu dem Video geäußert. Auf mich hat es so gewirkt, wie ich es geäußert habe."

Anders als der Dresdner Polizeipräsident, der nach der Aufarbeitung des Vorfalls gegenüber dem ZDF-Team sein Bedauern zum Ausdruck gebracht hat, unterstellt Kretschmer im journalist-Interview den Journalisten weiter, an der Zeitverzögerung mitschuldig gewesen zu sein. "Bei einer Anzeige erfolgt logisch die Identitätsfeststellung. Das geht schnell, wenn die Beteiligten mitwirken." Der Ministerpräsident sieht die Journalisten und den Sender in der Pflicht: Die Dresdner Polizei habe den Einsatz selbstkritisch bewertet, "diese selbstkritische Reflexion hätte ich mir vom ZDF auch gewünscht."

Im Gespräch mit dem journalist bekennt sich der sächsische Ministerpräsident zur Pressefreiheit und stellt sich vor die Arbeit von Journalisten: "Es gilt Nulltoleranz bei jedem Angriff auf Journalisten." Gleichzeitig kritisiert Kretschmer die Berichterstattung über Chemnitz besonders von solchen Medien, die nicht aus der Region stammen. "Man muss ja den Kollegen, die vor Ort sind und die ganze Geschichte erlebt haben, mehr vertrauen als jemandem, der vielleicht in Berlin oder Hamburg sitzt oder mal eben vorbeigefahren kommt und dann etwas aufschreibt." Kretschmer wirft besonders überregionalen Redaktionen vor, pauschal über Chemnitz, Sachsen und Ostdeutsche berichtet zu haben. "Wenn man sich die Blätter anschaut und auch Fernsehberichte, dann war genau das mein Eindruck. Da wird pauschalisiert", so Kretschmer.

In seiner Regierungserklärung vom 5. September hatte der Ministerpräsident den umstrittenen Satz gesagt, es habe in Chemnitz "keinen Mob, keine Hetzjagden" gegeben. Auch von dieser Aussage tritt Kretschmer im Interview mit dem Medienmagazin journalist nicht zurück. Kretschmer sagt dazu: "Es sind Straftaten passiert, die mit aller Härte aufgeklärt und verfolgt werden."

Das komplette Interview mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des journalists, die am Dienstag erscheint. Darin finden Sie auch ein Interview mit dem ZDF-Journalisten Arndt Ginzel darüber, wie er die Situation in Dresden erlebt hat. Außerdem hat journalist-Autor Michael Kraske die Abläufe in Chemnitz und die Berichterstattung darüber detailliert aufgearbeitet.

Quelle: journalist - Das Medienmagazin (ots)

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