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Mitglied des Deutschen Bundestages Robby Schlund: Deshalb bin ich nach Russland gereist

Archivmeldung vom 01.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Robby Schlund (2018)
Robby Schlund (2018)

Foto: Urheber
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Für ihn war es wichtig, kurz nach dem 80. Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion nach Kaluga zu kommen und Blumen am Gedächtnisort niederzulegen, um nochmal zu zeigen, „dass wir uns vor den Opfern verbeugen und dass wir uns entschuldigen, auch wenn das viele Generationen her ist“. Dies schreibt das russische online Magazin „SNA News“ .

„Wir sind in der Region, wo in der Vergangenheit schreckliche Verbrechen passiert sind, wo viele russische Opfer zu beklagen sind,“, sagte er im SNA-Interview.

„Und trotzdem wurden wir so gastfreundlich aufgenommen. Das ist ein Zeichen der Menschlichkeit und der guten Beziehungen, die wir zusammen auch in der Zukunft behalten sollen und, wie sagt man, wie einen kleinen Schatz bewahren müssen.“

„Da der Präsident des Deutschen Bundestages es abgelehnt hat, am 22. Juni eine Gedenksitzung anzusetzen“, fuhr Schlund fort, „war es für mich persönlich sehr wichtig, in dieser russischen Stadt Präsenz zu zeigen und Blumen am Grab des Unbekannten Soldaten niederzulegen, um unsere Entschuldigung dem russischen Volk entgegenzubringen. Das ist einer der Punkte, warum ich als Vorsitzender der deutsch-russischen Parlamentariergruppe hierher gefahren bin.“

Über seine Beteiligung an der XVI. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz sagte der Politiker: „In unserer Parlamentariergruppe hatten wir ein vertikales Regionalkonzept entwickelt und auch projektmäßig mit Austausch von Lokalparlamentariern von Jamal im Norden Russlands nach Thüringen und zurück ausprobiert. Mich hat positiv überrascht, dass man das auch bei der Städtepartnerkonferenz macht. Man hat sowohl Parlamentarier aus der Duma und dem Bundestag, dann Regionalparlamentarier, Wirtschaft und die Städtepartnerschaft, also die Zivilgesellschaft, zusammengeführt.“

Es sei ein wichtiges Zeichen, betont Schlund, „dass man in Zeiten von politischen Diskrepanzen ganz oben hier in Kaluga zeigt, dass es andere Themen gibt wie Kultur, wie Wirtschaft, wie die Zivilgesellschaft. Deshalb halte ich viel von solchen vertikalen Konzepten und deswegen bin ich auch hier, um das zu unterstützen. Enttäuscht hat mich nur das Prozedere, dass wir nach der Rückkehr 14 Tage in Quarantäne gehen sollen. Damit konnten viele Politiker und Akteure der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft nicht kommen, weil sie einfach zwei Wochen zu Hause nicht bleiben können.“

Wer reist dann noch freiwillig ins Risikogebiet Russland?

Als Mediziner sieht Schlund die Situation so: „Wir leben in dieser Welt immer mit Krankheiten und mit Viren, wir leben auch mit der Gefahr, einen Unfall zu erleiden. Irgendwann müssen wir auch sterben. Deswegen habe ich relativ wenig Angst. Ich finde es aber richtig, dass Hygienemaßnahmen stattfinden und dass man das auch kontrolliert. Das wird in Russland sehr gut gemacht, das ja ist keine Frage.“

„Zwar leben wir in einer Online-Konferenz-Welt“, merkt der Abgeordnete an, „wo wir zweidimensional uns sehen. Das ist nicht schlecht, aber dreidimensional ist wesentlich besser, und nonverbale Kommunikation spielt eine enorme Rolle. Dies ist bei hybriden oder bei Online-Formaten eingeschränkt. Man muss in die Nähe kommen, man sieht, wie der Partner reagiert. Das sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie kann man nicht online ersetzen. Und das zu fühlen, nicht nur was der Gesprächspartner sagt, sondern wie er das macht, ist wichtig.“

In der realen Form der Kommunikation könne man sich das schwierig verstellen, so Schlund weiter, „weil wir diese Veranlagung mitbekommen und genau in die Augen geschaut haben. Wir müssen uns persönlich treffen, um einander zu fühlen. Dabei muss man nicht unbedingt aufeinander sitzen, man kann Abstand halten, aber man kann die nonverbale Kommunikation finden, und das sind die Dinge, die wir auch vermissen. Unter Einhaltung der gesamten Hygienemaßnahmen können wir alte Kontakte pflegen und neu knüpfen. Das sollte es uns wert sein.“ "

Quelle: SNA News (Deutschland)

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