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Sanktionen: Die Folgen des Ukraine-Russland-Krieges treffen alle: Bald Lebensmittelkrise in Europa?

Archivmeldung vom 05.03.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.03.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Freepik / WB / Eigenes Werk
Bild: Freepik / WB / Eigenes Werk

Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges können schon bald die Ernährungssicherheit der Europäer gefährden. Denn die beiden Nationen sind Top-Exporteure von Weizen. Durch die militärische Auseinandersetzung zwischen den benachbarten Schwarzmeerländern wird eine Lebensmittelkrise ausgelöst werden, die die EU und die ganze Welt mit voller Wucht trifft. Dies berichtet Guido Grandt im Magazin "Wochenblick.at".

Weiter berichtet Grandt: "Politisch wird der damit verbundenen starken Beeinträchtigung der Lebensmittelversorgung bislang jedoch wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Und gerade das könnte sich bitter rächen.

Der heiße Krieg zwischen Russland und der Ukraine erschüttert die Welt. Und ebenso die internationalen Getreidepreise. Denn die beiden Nachbarländer machen 29 Prozent der globalen Weizenexporte aus. Gemeinsam führen sie jährlich 60 Millionen Tonnen Getreide aus. Außerdem gehört die Ukraine zu den größten Exporteuren von Gerste, Mais und Raps und besitzt ein Drittel der „schwarzen Erde“. Diese gilt als der weltweit beste Boden. Kurzum: In der Ukraine, der „Kornkammer Europas“, liegen die ertragreichsten Äcker.
Jährlich werden in der Ukraine über 60 Millionen Tonnen Getreide produziert. Mehr als die Hälfte wird exportiert. Insgesamt spielt der Agrarsektor mit einem Anteil von 18 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) und 42 Prozent vom Gesamtexport eine wichtige volkswirtschaftliche Rolle. Allein 2021 verdiente das Land mit der Getreideausfuhr 12,3 Mrd. US-Dollar. Beim Weizen konkurriert die Ukraine direkt mit Russland um nahe gelegene Märkte wie beispielsweise Ägypten oder die Türkei.

Größte Weizenexporteure

Der Hauptkanal für internationale Getreidelieferungen aus Russland und der Ukraine ist das Schwarze Meer. Das Binnenmeer zwischen Kleinasien und Südosteuropa mit den Anrainerstaaten Ukraine, Russland, Georgien, Türkei, Bulgarien und Rumänien ist bereits zu einem weiteren Kriegsschauplatz geworden. Denn von hier aus bombardierte die russische Schwarzmeerflotte am 22. Februar 2022, dem ersten Kriegstag, unter anderem die wichtige Hafenstadt Odessa. Würde es im Weiteren zu einer möglichen Störung oder gar Unterbrechung der Getreideexporte aus der Schwarzmeerregion über diesen Hauptkanal kommen, hätte das verheerende Folgen. Denn im Extremfall könnten Lieferungen von bis zu 16 Millionen Tonnen Weizen aus Russland und der Ukraine davon betroffen sein. Schon jetzt halten Experten Lieferengpässe für die kommenden Wochen für möglich.

Katastrophale Folgen

Weitere dramatisch steigende Weizenpreise, mit denen zu rechnen ist, würden nicht nur dafür sorgen, dass die Nahrungsmittel-Inflation deutlich anzieht, sondern auch eine Lebensmittelkrise in Europa, im Nahen Osten und dem Rest der Welt ausgelöst wird.
Schon jetzt leben wir in einer Zeit, in der sich die Ernährungsunsicherheit aufgrund der Corona-Pandemie mit den staatlich verordneten Maßnahmen und den damit verbundenen globalen Lieferketten-Unterbrechungen erhöht hat. Lebensmittelpreise stiegen bereits drastisch an. Verschärft sich dieser Trend noch mehr, erhöhen sich beispielsweise auch die Brotpreise weiter, würde das zusammen mit dem starken Anstieg der Energiepreise zahlreiche Regionen der Welt destabilisieren.

Bedrohung Lebensmittelkrise

Aus einem Bericht des European Journal of Public Health geht hervor, dass durch die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft einer enormen Belastung ausgesetzt ist. Dadurch wird sich die Gefahr einer längerfristigen Ernährungsunsicherheit erhöhen. Eine solche sei bereits in vielen Ländern mit hohem Einkommen weit verbreitet. Nach der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 seien schätzungsweise 13,5 Millionen europäische Haushalte von Ernährungsunsicherheit betroffen. Allerdings sei die derzeitige Rezession viel tiefer und würde voraussichtlich auch länger andauern. Dabei könnte die gesamte Lebensmittelversorgung zum Erliegen kommen, wie ein Vertreter des Landwirtschaftsverbandes ergänzt.

Erhöhte Gefahr

Es gibt zwei miteinander verbundene Bedrohungen für die Ernährungssicherheit: Einerseits eine Nahrungsmittelknappheit, die, wie bereits aufgezeigt, Preissteigerungen auslöst. Und andererseits eine ungerechte Verteilung der verfügbaren Nahrungsmittel. Ein Warnzeichen dafür ist die steigende Zahl von Menschen, die sich an Notfalltafeln wenden.

Trifft besonders die Armen

Aufgrund der Verknappung landwirtschaftlicher Rohwaren beklagen schon jetzt europäische Landwirte die hohen Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen und Reis, die zur Herstellung von Brot, Nudeln und anderer Produkte verwendet werden. Die Preissteigerungen betragen seit Anfang 2020 bis zu 17 Prozent. Diese erhöhen nicht nur die Verbraucherpreise, sondern treffen gerade jene Menschen noch härter, die schon jetzt kaum über die Runden kommen.

Krieg betrifft uns unmittelbar

So kommt zur Angst einer weiteren Eskalation des Krieges auch noch die Furcht vor einer umfassenden Lebensmittelkrise hinzu, die sich nicht zweieinhalbtausend Kilometer von Deutschland entfernt abspielt, sondern direkt vor der eigenen Haustür. Die das eigene Leben, die eigene Ernährungssicherheit betrifft. Überdies belastet der Konflikt den europäischen und insbesondere den deutschen Energiesektor dramatisch.

Obwohl immer wieder betont wird, dass man beim Gas versorgungssicher sei, ist das ein Trugschluss. Ehrlicher ist da schon beispielsweise der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, der bekennt, dass Europa von russischem Gas abhängig sei. Die EU würde knapp die Hälfte des Bedarfs aus Russland beziehen. Diese Gaslieferungen könnten nicht vollständig kompensiert werden. Damit wird der Russland-Ukraine-Krieg zu einer unmittelbaren Bedrohung für uns alle. Die hiesige Politik täte gut daran, die Bürger auch ehrlich darüber zu informieren."

Quelle: Wochenblick

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