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Drastische Warnhinweise auf ungesunden Lebensmitteln helfen Konsumenten bei der Auswahl

Archivmeldung vom 09.06.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.06.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: w.r.wagner / pixelio.de
Bild: w.r.wagner / pixelio.de

Mit der Einführung der Warnhinweise auf Zigarettenschachteln sollten die Konsumenten auf ihr ungesundes Laster und die damit verbundenen Gesundheitsfolgen und Risiken aufmerksam gemacht werden. Vielerorts wird darüber diskutiert, auch ungesundes Essen wie Fastfood oder Fertigprodukte mit solchen Gesundheitshinweisen zu versehen, um die Konsumenten zu gesünderen Entscheidungen zu bewegen. Wissenschaftler der University of Melbourne haben für die Einführung solcher Warnungen nun einen wichtigen Grundstein gelegt.

Laut neuen Forschungsergebnissen schrecken Warnhinweise auf ungesunden Lebensmitteln den Konsumenten erfolgreich in dem Moment ab, in dem er entscheidet, was er essen möchte. Dabei gilt, je anschaulicher und negativer desto nachhaltiger. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler der University of Melbourne und des Cancer Council Victoria unterstützen die Argumentation, dass Gesundheitshinweise und -warnungen auf ungesunden Nahrungsmitteln den Konsumenten beeinflussen können mit dem Ziel, gesunde Produkte zu wählen und Krankheiten, die im Zusammenhang mit Übergewicht stehen, zu verhindern.

Im Rahmen der Studie wurden fünfundneunzig Teilnehmern Farbbilder von fünfzig Snacks wie Chips, Schokolade, Kekse, Nüsse oder auch Obst und Gemüse gezeigt. Sie wurden am Ende des Experiments gebeten zu bewerten, wie gern sie den jeweiligen Snack essen würden. Anschließend wurden verschiedene Gesundheitswarnungen gezeigt, und ein ähnliches Set von fünfzig Snacks sollte bewertet werden.

Die Studie, die in den Magazinen NeuroImage: Clinical (doi:10.1016/j.nicl.2018.03.004) und Appetite veröffentlicht wurde, konnte belegen, dass negativer Text in Kombination mit Bildmaterial doppelt so viel Einfluss auf die Wahl der Teilnehmer hatte, als negativer Text allein oder Bildmaterial kombiniert mit positivem Text. Zusätzlich wurde die Hirnaktivität der Teilnehmer mit Elektroden gemessen: Die Studie konnte belegen, dass die Warnhinweise zur erhöhten Selbstkontrolle anstatt zu Impulshandlungen führte.

Stefan Bode von der University of Melbourne und Co-Autor sagt dazu:"Wenn man wirklich erreichen möchte, dass die Menschen aufhören, fettige und viel zu süße Fertigprodukte zu wählen, können Warnhinweise wirklich helfen. Dank unserer Studie konnten wir das nun belegen. Sie beleuchtete wie die Hirnmechanismen bei Warnhinweisen ablaufen".

Die Co-Autorin vom Cancer Council Victoria, Helen Dixon fügt hinzu, dass das Projekt dazu beigetragen habe herauszufinden, welche Arten der Gesundheitshinweise die Wahl der Nahrungsmittel am meisten beeinflussten. „Starke Schlüsselreize, wie etwa der zu erwartende Geschmack, beeinflussen uns unbewusst. Deshalb müssen Gesundheitshinweise genau diese impulsiv hedonistischen Reaktionen unterbrechen und dafür sorgen, dass Menschen bewusst die gesundheitlichen Auswirkungen ihrer Entscheidungen bedenken".

Sie fordert die Regierung dazu auf, das „Health Star Rating" auf Nahrungsmitteln zu verbessern und verpflichtend zu machen. Das „Health Star Rating"-System wurde 2014 in Australien eingeführt und soll die Konsumenten dazu bringen, gesündere Entscheidungen bei der Wahl der Nahrungsmittel zu treffen.

Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann (idw)

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