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Liebe geht DOCH durch den Magen: Zweifelhafte Zweisamkeit mit Zwiebelkuchen

Archivmeldung vom 02.03.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.03.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Grafik: Herbert Jost-Hof
Grafik: Herbert Jost-Hof

Filme sind durchaus wichtig für unser Leben. Auch wenn das Leben an sich nie wirklich wie ein Film ist, gibt es doch Szenen, in denen wir uns wiederfinden … mit all unserer Freude, unseren Sorgen oder unseren Zweifeln. Und manchmal erwächst gerade gegenseitiges Verständnis aus dem Gefühl, nicht verstanden zu werden.

Eigentlich ist es ja gar nicht so wichtig, wie dieser Film heißt und wovon er handelt.
Eigentlich ist es ja lieb von ihm, dass er Dich fragt, ob Dir der Zwiebelkuchen seiner Mutter schmeckt und ob Du noch Kaffee möchtest. Auch, wenn er Dich dabei unterbricht, von diesem Film zu erzählen.
Das ist ja nicht schlimm. Er muss sich auch nicht entschuldigen. Aber es wäre schön, wenn ihm auffiele, dass er Dich unterbrochen hat, dass Deine Schilderung noch nicht beendet war, dass Du nun auf eine Aufforderung wartest, über den Schluss zu berichten.
Doch diese Bitte kommt nicht. Daher bleibt das Ende des Films ein Geheimnis.

Nun wird dieser Streifen von Kritikern nicht besonders geschätzt. Und vielleicht muss man deshalb auch nicht wissen, wie er ausgeht. Du selbst findest ihn ja auch nicht bedeutend – von einer bestimmten Szene abgesehen, dieser einen, die soviel mit Deinem Leben zu tun hat, mit Deiner Sicht der Dinge, Deinem Weltverständnis und den Ursprüngen Deiner Sehnsucht.
Aber das weiß er nicht, er, dem Du Dich ausliefern willst, um diese Sehnsucht zu stillen.
Das kann er nicht wissen, denn bis zu dieser Szene des Films war Deine Schilderung noch nicht gediehen.
Und nun wird er es nicht mehr erfahren. Jetzt nicht. Und vielleicht nie.

Der Kuchen verliert an Aroma, während Du ihn isst, während Du ihm zuhörst, während etwas gänzlich Anderes als Essen und Trinken Dich langsam von innen zu würgen beginnt.
Es ist das altbekannte Gefühl verratener Hoffnungen, diese Mischung aus Ärger und Scham.
Ja, Du schämst Dich vor Dir selbst, weil Du Dich lächerlich fühlst. Und dabei weißt Du nicht einmal, warum.

Was ist denn wirklich lächerlich an der Situation: dass Du wieder einmal enttäuscht wurdest, wieder einmal an einen Mann geraten bist, dessen Interesse sich doch sehr auf Deinen Körper beschränkt?
Oder Deine Erwartung, es könne - nein, es MÜSSE anders sein?

Er sagt, er liebt Dich. Und Du hoffst, er möge Dich nicht küssen. Kann ja sein, er meint, was er sagt. Aber das ist nicht die Art, wie Du geliebt werden möchtest. Wer kein Interesse daran hat, Dir zuzuhören, kann Deine Persönlichkeit nicht kennen lernen. Wer sie nicht kennt, kann sie nicht respektieren. - Und wie soll Liebe existieren ohne diesen Respekt?

Ein anderer Film fällt Dir ein: "Cabaret".
Du denkst an die Szene mit Liza Minelli und Marisa Berenson, in der der Minelli vermittelt wird, wie ihr Gegenüber von einem Mann (Fritz Wepper in diesem Fall) bestürmt wurde und in der sie sich dann mit der wichtigen Frage konfrontiert sieht: "Ist es nun Liebe oder nur Wollust und körperliches Verlangen?"
Wobei Du genauso wenig eine Antwort weißt, wie Liza Minelli sie wusste.

Inzwischen erzählt er von einer Reise durch die USA. Und Du hast keine Ahnung, warum, denn Du hast nicht zugehört. Also sagst Du: "Der Kuchen von Deiner Mutter ist wirklich toll. Gibst Du mir noch ein Stück - auch auf die Gefahr hin, dass ich platze und Du die Scherben zusammenfegen musst?"
Er lacht und gibt Dir, wonach Du verlangt hast. Von Amerika spricht er nun nicht mehr.

Und Du fragst nicht nach, denn Du wüsstest ja gar nicht, was.
Schließlich hast Du ihm nicht zugehört.
Dann siehst Du - nein, Du glaubst zu sehen - nein, Du bist sicher: Er denkt das, was Du zuvor gedacht hast.
Aber, wenn es so ist, dann seid Ihr einander näher, als Du annahmst. Mag sein, es gibt ein Happy-End.
Wie in diesem Film, dessen Inhalt und Titel nun wirklich nicht mehr so wichtig sind.

Text von Herbert Jost-Hof

Passend zur Kolumne von Herbert Jost-Hof folgen hier nun zwei Rezepte, eines davon vegan.

Zwiebelkuchen mit Schmandguss

Zutaten für 1 Portion
500 g Mehl
1 Würfel Hefe oder 1 Pck. Trockenhefe
250 ml Milch
1 Prise Meersalz
5 Ei(er)
5 EL Öl
500 g Zwiebel(n), rote und weiße
150 g Schinken
1 EL Butter
200 g Schmand oder Creme fraiche
Pfeffer
Paprikapulver
100 g Käse, gerieben
evtl. Kräuter

Zubereitung
Mehl anhäufen, eine Mulde hineindrücken und Hefe hineinbröckeln. Mit der warmen Milch und etwas Mehl vom Rand verrühren. 30 Min. gehen lassen. Dann den Vorteig mit Salz, 2 Eiern, Öl und übrigen Mehl verkneten. Zugedeckt 30 Min. gehen lassen. Den Ofen auf 200 ° (Umluft: 180 °) vorheizen.

Den Teig auf einem gefettetem Blech ausrollen. Die Zwiebeln abziehen und in Ringe schneiden. Schinken in Streifen teilen. Beides in Butter ca. 5 Min. braten. Auf dem Teig verteilen.

3 Eier mit Schmand oder Creme fraiche, Salz, Pfeffer und Paprikapulver verrühren. Auf den Kuchen gießen und mit Käse bestreuen. Ca. 45 Min. backen.
Evt. mit Kräutern bestreuen und servieren.
Arbeitszeit: ca. 35 Min.
Ruhezeit: ca. 1 Std.

Veganer Zwiebelkuchen

Zutaten für 1 Portion
150 g Mehl (Type 405)
100 g Mehl (Dinkel)
1 Würfel Bio Hefe
150 ml Wasser
½ TLMeersalz
4 EL kalt gepresstes Olivenöl
500 g Zwiebel(n), in dünne Ringe geschnitten
200 g Champignons, in dünne Scheiben geschnitfen
1 Bund Petersilie, gehackt
2 EL Kümmel
200 g Tofu
Meersalz und schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Hefe in etwas von dem warmem Wasser auflösen und mit Mehl zu einem Vorteig vermischen. 15 Minuten gehen lassen.
Restliches Mehl, Salz, Öl und so viel warmes Wasser zugeben, bis sich der Teig von der Schüssel löst. Ca. 30 bis 45 Minuten gehen lassen, bis er sich im Volumen verdoppelt hat.
Währenddessen Zwiebeln glasig dünsten, dann Champignons zugeben und kurz mitdünsten. Tofu und Petersilie pürieren (eventuell etwas Wasser zugeben, um eine streichfähige Masse zu erhalten). Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Teig auf einem Backblech ausrollen. Mit der Tofumasse bestreichen, dann die Zwiebeln und Champignons darauf verteilen. Mit Kümmel bestreuen.

Im vorgeheizten Backofen bei 220°C etwa 30 Minuten backen (bis die Oberfläche schön gebräunt ist).

Sofort servieren.
Arbeitszeit: ca. 40 Min.
Ruhezeit: ca. 1 Std.

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