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Liebe geht DOCH durch den Magen: Der letzte Stollen – Teil 2

Archivmeldung vom 07.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Grafik: Herbert Jost-Hof
Grafik: Herbert Jost-Hof

Liebeskummer ist für Außenstehende mehr oder weniger gut und schön. Wenn es jemanden sehr hart trifft, versucht man als Freund zu helfen. Aber manchmal gibt es auch Situationen in Beziehungen, da kann man nicht helfen, man kann sie nicht einmal verstehen. Vor allem, wenn es um die eigenen Eltern geht.

Es ist alles doch gar nicht so schlimm, wie es aussieht. Das ist die Botschaft, die Du nun schon seit rund zwei Wochen Deiner Freundin Flora beizubringen versuchst. Bislang ohne nennenswerten Erfolg und langsam gehen Dir zu gleichen Teilen die Argumente und der gute Wille aus. Wenn sie nun wirklich meint, ihr Leben sei zu Ende, bloß weil sie diesen verdammten Assistenzarzt von der Chirurgischen nicht becircen kann, dann soll es wohl so sein.

Liebeskummer ist natürlich immer etwas Schlimmes und Trauriges und all das. Und es ist immer schrecklich, wenn eine Beziehung in die Brüche geht. Aber hier gab es doch gar nichts, was hätte brechen können. Die Beiden hatten noch nicht einmal etwas, was man vielleicht als „Proto-Beziehung“ hätte bezeichnen können, nichts, rein gar nichts. Es ist sogar fraglich, ob dieser Arzt überhaupt weiß, wie entsetzlich Schwester Flora ihn anhimmelt. Sie sagt, er weiß es. Aber Flora sagt auch, Salami auf Erdnussbutter ist lecker. Was für Dich nicht wirklich ein Zeichen dafür ist, sich auf ihre Einschätzungen verlassen zu können.

Ach, Du hast es irgendwie satt. Du wärst bereit, alles für Deine Freundin zu tun, um ihr zu helfen. Wenn da nur irgendein Fortschritt auf ihrer Seite zu erkennen wäre, der Dich ermutigen könnte. Nun hast Du schon Deinen Eltern für Weihnachten abgesagt, weil Du sie nicht allein lassen möchtest. Denn natürlich wird sie an den Feiertagen nicht nach Hause fahren. Schließlich hat Dr. Rademacker Dienst und es könnte ja sein, dass …
Glaubt Flora.
Du glaubst es nicht.
Stattdessen glaubst Du nun fast, es wäre eine gute Idee, doch nach Hause zu fahren zu Deinen Eltern. Auch wenn Dein Bruder nicht da sein wird. Das ist seine Sache. - Noch so ein Beziehungsding, das Du nicht wirklich verstehst. Aber das musst Du ja auch nicht. Du musst … Du musst einen Anruf auf Deinem Mobiltelefon annehmen. Sicher ist es Flora. Nein, ist es nicht. Es ist die Nummer Deiner Eltern. Also Deine Mutter. Gut, dann kannst Du ihr gleich sagen, dass Du wohl doch kommen wirst …

Also meldest Du Dich mit „Hallo, Mama“, so wie üblich und es ist für einen Moment still in der Leitung. Einen zu langen Moment, wie Du findest. Gerade willst Du etwas sagen, da hörst Du eine Stimme: „Ich bin das.“
Es ist die Stimme eines Mannes. Du erkennst sie nicht. Was heißt das? Wer ruft da vom Telefon Deiner Eltern aus an?
„Wer?“ ist alles, was Du herausbekommst. Du spürst bereits, es ist etwas nicht in Ordnung. Aber Du weißt noch nicht, was oder warum.

„Dein Vater“, sagt die fremde Stimme. Das ist er nicht. Oder doch? - Wenn er es ist …. Er ruft Dich NIE an, sie ruft an.
„Papa …?“ fragst Du leise. Nun stehst Du unter Strom. Das kann nur bedeuten, Deiner Mutter ist etwas geschehen. „Was ist mit Mama?“ Du spürst, wie Du panisch wirst.
Statt einer Antwort kommt eine Gegenfrage von dem Mann, der Dein Vater ist, aber überhaupt nicht wie Dein Vater klingt: „Weißt du, wo sie ist?“
„Wer?“ Du ahnst die Antwort, trotzdem drängt Dich etwas dazu, es nicht zu akzeptieren. Nicht bevor er es gesagt hat.

Er sagt es nicht. Er schreit: „Deine Mutter, verdammte Scheiße, deine Mutter …!“ Dann sind da Geräusche, die Du nicht einordnen kannst. Was tut er? Lacht er? Weint er etwa? Was macht er mit dem Hörer des Telefons? Es klingt, als wenn er ihn auf den Tisch schlagen würde.

„Papa ...“, nun verstehst Du, warum Du seine Stimme nicht erkannt hast. Deine eigene klingt ebenfalls völlig fremd. Irgendetwas oder irgendjemand in Dir wundert sich darüber. Gleichzeitig sagst Du: „Was ist mit Mama?“ Keine Antwort.
Du schreist ins Telefon: „Was ist mit Mama?“
Die fremde Männerstimme ist wieder da, sehr weit entfernt. Du verstehst es nicht richtig, aber sie sagt wohl „Sie ist weg. Und nur der verdammte Stollen ...“. Und dann ist die Verbindung unterbrochen.

So stehst Du nun für etwa tausend Jahre. Verwirrt, völlig verwirrt. Ein Telefon an Dein Ohr gepresst, aus dem kein Ton mehr kommt. Dann merkst Du, dass Du zitterst und Dir wird kalt. Ein leichter Schwindel erfasst Dich. Du setzt Dich auf Deinen Bürostuhl. Das Telefon ist in Deiner Hand. Du beendest die Verbindung. Vielleicht ruft er noch einmal an und erklärt das Ganze. Du musst erreichbar sein.

Was soll das heißen, Deine Mutter ist „weg“? Niemand ist einfach so „weg“. Schon gar nicht Deine Mutter.
Das war nicht Dein Vater, denkst Du. Aber es war der Anschluss Deiner Eltern. Nein, Du musst ihn anrufen. Auch wenn Du Angst davor hast, die fremde Stimme wieder zu hören. Du musst ihn anrufen.
So lauschst Du nun auf das automatische Wählen des Telefons. Der Anschluss ist besetzt. Den Kopf schief gelegt und die Augen zugekniffen betrachtest Du Dein Telefon, als müsste es Dir etwas sagen. Dann wirst Du es später noch einmal probieren. Später … Wann später? Wie viel später?

Sie ist weg, hat er gesagt. Und offensichtlich weiß er nicht, wo sie ist. Er würde nicht anrufen, wenn er nur nach Hause gekommen wäre und sie ist nicht in der Wohnung. Also muss er wissen, dass sie nicht einfach nur eben einmal bei einer Nachbarin ist oder so. Eine Nachricht. Er wird eine Nachricht von ihr bekommen haben. Aber was sollte das mit dem Stollen bedeuten? Oder vielleicht hast Du es falsch verstanden …

Dein Telefon klingelt. Schon wieder. Das muss er wieder sein. - Nein, es wird keine Nummer angezeigt.
Du willst mit niemandem sprechen. Trotzdem meldest Du Dich.
„Tine“, sagt ihre Stimme. Dann nichts mehr.
„Mama ...“, Du bist glücklich. Nun wirst Du alles erfahren. Sie ist am Telefon. Alles ist gut. Aber wieso krampft sich dann Dein Magen zusammen?

„Mama, wo bist du? Was ist denn los?“ Tränen steigen in Dir auf, Du schluchzt.
„Tine“, wiederholt sie, „Kind, … was ist? Hat dein Vater dich angerufen?“
„Was ist denn bloß los?“ Du verstehst nichts mehr und bist völlig aufgelöst.
„Kind, beruhige dich doch.“
„Wo bist du denn? Was ist …?“
„Ich kann dir nicht sagen, wo ich bin. Jedenfalls jetzt nicht“, sie klingt zittrig, bemüht. „Kind, komm, Tine – bitte, reg dich nicht so auf.“
„Was ist denn bloß los?“
„Ich hab deinen Vater verlassen.“ Sie wartet auf eine Reaktion, doch Du weißt nicht, was Du sagen sollst. Es würgt Dich in der Kehle und Du hast das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.
„Wieso denn verlassen?“, bringst Du mühsam heraus.
„Es war so weit“, antwortet Deine Mutter; Du hast keine Ahnung, was sie damit meint. Die ganze Sache geht nicht in Deinen Kopf: Das sind Deine Eltern. Die leben schon immer zusammen. Das hört doch nicht einfach auf.
„Ich wollte nur ...“, Deine Mutter muss husten, „ … ich wollte dir nur Bescheid sagen. Ich werde auch Markus anrufen. Macht euch keine Sorgen. Ich melde mich wieder, Tine.“ - Stille. Das war's.

Du schalltest Dein Telefon ab. Nun weißt Du es also. Du musst Deinen Vater nicht mehr anrufen. Du willst mit niemandem sprechen. Du KANNST mit niemandem sprechen. Was ist da passiert? Was ist da nur passiert? Wie ist das möglich?

Deine Gedanken drehen sich im Kreis. Es dauert lange, bis Du Dich wieder halbwegs beruhigt hast. Nun machst Du Dir Vorwürfe. Wieso hast Du die Nerven verloren? Du hast ja kein gescheites Gespräch mit ihr führen können.
Markus … Sie wollte Markus anrufen, Deinen Bruder. Vielleicht weiß er mehr. Sie wird es ihm sagen. Sie wird es IHM sagen. Vielleicht …

(Fortsetzung folgt)

Text von Herbert Jost-Hof

Passend zur Kolumne von Herbert Jost-Hof folgen hier nun zwei Rezepte, eines davon vegetarisch

Schokoladen - Stollen

Rezept für 1 Portion
Zutaten

80 g Haselnüsse, geröstet
80 g Mandel(n), braun, grob gestoßen
160 g Oblaten (Karlsbader), grob gestoßen
340 ml Schokolade (Zartbitter), flüssig
310 ml Sahne, warm
40 ml Weinbrand
Für die Dekoration:
Mandel(n) geröstet
Schokolade (Zartbitter), flüssig

Zubereitung

Braune Mandeln und braune Haselnüsse im Backofen getrennt rösten, die Haselnüsse im warmen Zustand von der Haut befreien. In eine große Schüssel geben, beide Nusssorten grob zerstoßen und kühl stellen.

Karlsbader Oblaten grob zerstoßen, zu den Nüssen geben und gut mischen. Eine 1-Liter-Rehrückenform mit Trennpapier auslegen, aber nur die bauchige Seite. Die Sahne erwärmen und nach und nach in die flüssige Schokolade rühren. Danach den Weinbrand unterrühren.

Unter diese Mischung die Nussmischung rühren. In die vorbereitete Form füllen, glatt streichen und im Kühlschrank fest werden lassen.

Die beiden Seitenteile vom Stollen aus der Form schneiden und das Pralinendessert langsam aus der Form heben. Stürzen und das Trennpapier vom Dessert abziehen. Mit der flüssigen Schokolade bestreichen, mit Mandelblättchen dekorieren und mit einem heißen Messer in die gewünschten Stücke einteilen.

Arbeitszeit: ca 55 Min. - Ruhezeit ca. 3 Std.

Süßer Stollen-Auflauf

Rezept für 1 Portion
Zutaten

700 g Stollen, (trockener Quarkstollen)
1 Glas Apfelmus
700 ml Milch
2 Ei(er)
1 EL Butter
200 g Joghurt, (Bratapfelgeschmack)

Zubereitung

Die Milch mit der Butter erhitzen. So lange, bis die Butter geschmolzen ist. Etwas abkühlen lassen, dann die Eier darin verquirlen. Nun den Stollen in ca. 1 cm breite Scheiben schneiden in und eine ausreichend große Schale / Schüssel legen. Darauf die Eiermilch verteilen und es mindestens eine halbe Stunde durchziehen lassen.

Eine Auflaufform ausfetten und die Hälfte der eingeweichten Stollenscheiben auf dem Boden ausbreiten. Geht besser, wenn man die Scheiben vorher etwas zerteilt. Darauf das Apfelmus verteilen. Nun die restlichen Stollenscheiben obenauf legen. Die verbliebene Eiermilch in der Schüssel mit dem Joghurt verrühren und über den Auflauf verteilen.

Nun das Ganze in die Backröhre stellen und bei 200 Grad 40 bis 45 Minuten backen.

Arbeitszeit: ca 25 Min.

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