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Werden Vegetarier wieder Fleisch essen?

Archivmeldung vom 26.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Flickr.com/mmmmmrob/cc-by-nc-sa 3.0 - "Stimme Russlands"
Bild: Flickr.com/mmmmmrob/cc-by-nc-sa 3.0 - "Stimme Russlands"

„Unsere Wissenschaftler haben es gelernt, Fleisch künstlich zu züchten.“ Mit dieser sensationellen Erklärung haben sich Ingenieure der US-Firma Modern Meadow unlängst an die wissenschaftliche Community gewandt. Sie präsentierten eine einzigartige Technologie zur künstlichen Fleischzüchtung. Der Technologie liegt die Herstellung von Fleischfasern aus Zellen des tierischen Muskelgewebes zugrunde, die mittels Biopsie erhalten werden. Die Fasern werden in verschiedene Formen gepresst und anschließend in einem Bioreaktor gezüchtet.

Aljena Rakitina schreibt bei Radio "Stimme Russlands" zu diesem Thema: "Die Entwickler nennen das Gerät, das dem Rohstoff die Form eines Steaks vermittelt, den Spitznamen scherzhaft einen „Drucker“ und den Rohstoff – „Biotinte“, mit der man die erfreuliche Zukunft der Welt ohne Gewalt gegen Tiere zeichnet. Auf diese Weise plant Modern Meadow auch Lederware herzustellen.

An sich ist die Idee großartig: Man kann sich vorstellen, wie vielen Tieren künstlich gewonnene Fleisch und Leder das Leben retten würde. Außerdem ist wird die Zucht im Labor viel umweltfreundlicher, als auf herkömmlichen Tierzuchtbauernhöfen. Möglicherweise wird sich die neue Methode auch wirtschaftlich zweckmäßiger erweisen.

Laut Angaben der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation de r Uno wurden allein im letzten Jahr 320 Millionen Kühe, 1,4 Milliarden Schweine und 55 Milliarden Hühner geschlachtet.Modern Meadow setzt sich zum Ziel, diese Kennziffern etwas zu reduzieren. Außerdem würde im Falle künstlicher Produktion von Fleisch und Leder der ethische Aspekt des Tötens nicht mehr relevant sein, was die Zahl potenzieller Fleischesser auf Kosten der heutigen Vegetarier deutlich steigern würde.

Peter Thiel, einer der ersten Facebook-Investoren und Paypal-Begründer soll nach einigen Angaben ca. 350.000 US-Dollar in das neue Projekt eingelegt haben. Thiel wird mit Recht als ein Mann angesehen, der nicht aus dem Fenster hinaus redet und sehr pingelig bei der Auswahl zu finanzierender Projekt ist. So könnte man annehmen, dass Modern Meadow vor einer großen und erfreulichen Zukunft steht. Der Kampfgeist der Entwickler wird auch von der Tierrechte-Organisation PETA geteilt, die dem ersten Unternehmen, das künstlich produzierte Hühnerfleisch in Massenproduktion bringt, eine Prämie in Höhe von einer Million US-Dollar zusichert.

Dabei ist es noch nicht klar, wie sich der Kunstfleischgenuss auf die Menschengesundgeit auswirkt und ob es viele Vegetarier gibt, die auf so einen Kompromiss eingingen. Ihre Meinung hierzu sagte der STIMME RUSSLANDS Ernährungswissenschaftlerin Marina Zapowitsch:

„Ich glaube, dass nur Zeit und gründliche Untersuchung diesem Produkt einen Blankoscheck geben können. Niemand weiß, was dieses „Fleisch“ nach 10-15 Jahren Konsum dem Körper antun würde und wie es sich auf künftige Generationen auswirken würde. Alle können sich noch wohl an die Euphorie erinnern, die ersten GMO-Produkte hervorriefen. Nun sind wir ja nur noch darum bemüht, dass diese „Meisterwerke“ wissenschaftlichen Fortschritts nicht auf unsere Tische gelangen. Die Praxis zeigt, dass nur Naturprodukte der Gesundheit zugute kommen und uns junge Kräfte einpumpen. Ich würde gerne die neue Entwicklung verfolgen, riete wohl aber nie meinen Patienten dazu, solches Fleisch zu essen.“

Nicht weniger skeptisch zeigte sich gegenüber dem künstlich gezüchteten Fleisch der Leiter des Projeks „Essen zum Gedankenmachen“, Vegetarier Pjotr Schtschekaljow:

„Ich persönlich halte dieses Vorhaben für sinnlos, denn wer auf Fleisch verzichten will, wird es auch ohne Ersätze tun. Diejenigen aber, die sich an Fleisch gebunden fühlen, werden Kunstfleisch als eine Schändung empfinden. Vielleicht könnte das Produkt zwar helfen, einen erzwungenen Kompromiss in Familien zu erzielen, wo die Gatten verschiedene Ernährungsansichten haben, doch auf einem Kompromiss kann man kaum ein gesellschaftliches System aufbauen.“

Ob das künstlich gezüchtete Fleisch eine Ernährungsrevolution bewirkt, oder die Idee nie eine weitere Entwicklung findet, wird die Zeit zeigen. Bis dahin kann man nur den weiteren Lauf der Ereignisse abwarten."

Quelle: Text Aljena Rakitina - „Stimme Russlands"

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