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Liebe geht DOCH durch den Magen: Der Ein-Personen-Kuchen

Archivmeldung vom 13.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Grafik: Herbert Jost-Hof
Grafik: Herbert Jost-Hof

Geteilter Kuchen ist halber Kuchen. Das ist auch mit einem Basiswissen an Mathematik nachvollziehbar. Aber wenn man einen Kuchen teilt, der für einen geliebten Menschen gebacken wurde, ist das etwas anderes – was nur zeigt, dass Liebe nichts mit Mathematik zu tun hat.

Das ist eine kurze Geschichte über einen kleinen Kuchen. Eigentlich ist es sogar eine SEHR kurze Geschichte, denn sie handelt von einem SEHR kleinen Kuchen.
Wäre der Kuchen größer, hätte die Geschichte vielleicht auch länger sein können. Vielleicht. Sicher ist das nicht.

Er liebt Pflaumenkuchen, Dein Paul. Du wiederum liebst Deinen Paul, deshalb möchtest Du ihm einen Pflaumenkuchen backen, einen noch, auch wenn es schon spät im Jahr dafür ist. Das ist der Grund, warum der Kuchen so klein und die Geschichte so kurz ist: Die letzten Pflaumen, die Du noch auftreiben konntest, haben gerade einmal zwei Hände gefüllt. Macht nichts. Du hast trotzdem alles vor- und zubereitet und den Backofen angeworfen.

Deine Tante Elisabeth wäre an dieser Stelle ziemlich böse mit Dir. Sie würde das eine einzige Verschwendung nennen, mit dem Kopf schütteln, mit den Augen rollen, mit der Zunge schnalzen und den ganzen Rest ihres Repertoires an Zeichen extremer Missbilligung abspulen. Aber sie ist ohnehin nicht da – und schließlich: Kann etwas eine Verschwendung sein, was man aus Liebe tut?

Natürlich hättest Du auch lieber ein ganzes Backblech mit Kuchen gefüllt, aber dazu hat es eben nicht gereicht. Es ist einfach ein Kreuz mit diesen Pflaumen. Solange sie am Baum hängen, sind sie in der Regel noch nicht reif, zumindest hast Du es noch nicht geschafft, sie reif zu pflücken. Irgendwann aber purzeln sie hinunter auf die Erde und werden zum Fraß der Wespen. Vermutlich sind Pflaumen nur wirklich perfekt in dieser einen Sekunde in der Luft, während sie zu Boden fallen.
Gut, das ist eine etwas eigenartige Theorie. Doch Du hast auch nie behauptet, Wissenschaftlerin zu sein.

Jedenfalls ist der kleine Kuchen nun fertig und damit auch fast unsere kleine Geschichte. Er duftet ganz herrlich (im Gegensatz zu unserer Geschichte) und lockt den Paul an, so wie es die gepurzelten Pflaumen mit den Wespen machen.
„Der ist für dich“, sagst Du und schiebst dem Paul den Kuchen entgegen.
„Das ist … SO lieb von dir“, meint der Paul daraufhin, nimmt Dich in den Arm und küsst Dich.
Dann zieht er ein Messer aus dem gleichnamigen Holzblock und bittet Dich: „Hol' doch bitte schon mal die Teller.“
„Nein“, Du wehrst ab, „der Kuchen ist doch zu klein für zwei.“
„Quatsch“, antwortet der Paul, „quatsch. Das ist doch Unsinn. Man kann sogar Atome spalten, wenn ich nicht irre.“

Gut, es sieht tatsächlich etwas übertrieben martialisch aus, wie er nun mit diesem großen Messer vor diesem kleinen Kuchen steht. Der Gedanke drängt sich Dir auf, dass Dein Paul wohl auch kein Wissenschaftler ist und ganz bestimmt keine Atome spalten könnte, schon gar nicht mit diesem Messer – und vielleicht sollte er von dem kleinen Kuchen besser auch seine in diesem Fall eher zerstörerischen Finger lassen.
Also versuchst Du es noch einmal: „Paul, komm – das ist doch ein Ein-Personen-Kuchen.“
„Sowas gibt’s nicht“, erwidert der das Messer schwingende Paul, „ein Kuchen, den man geschenkt bekommt, schmeckt doch immer am besten, wenn man ihn teilt.“ Und damit säbelt er ihn in zwei Hälften.

Recht hat der Paul. Das ist schließlich eine der großen Wahrheiten der Liebe: dass alles, was man mit einem geliebten Menschen teilt, dadurch mehr wird.
Ach, das haben Sie schon gewusst?
Na, okay. Bitte sehr. Nicht einmal ich kann immer originell sein.

Text von Herbert Jost-Hof

Passend zur Kolumne von Herbert Jost-Hof folgen hier nun zwei Rezepte, eines davon vegan.

Pflaumenkuchen vom Blech

Rezept für 1 Portion
Zutaten:

Für den Teig:
500 g Dinkel Mehl
250 ml Milch
75 g Rohrohrzucker und 1 EL extra
1 Prise Meersalz
1 Würfel Bio Hefe
75 g Margarine
Für den Belag:
1 kg Pflaumen, ca.

Zubereitung:

Für den Teig das Mehl mit dem Meersalz in eine Schüssel geben. Die Hefe mit einem EL Zucker flüssig rühren. 75 g Zucker und die flüssige Hefe zum Mehl geben. Das Fett schmelzen und die Milch zufügen. Das Milch-Fett-Gemisch zum Mehl geben und alle Zutaten zu einem glatten Teig kneten. Zugedeckt an einem warmen Ort ca. 45 Minuten gehen lassen.

Die Pflaumen waschen, trocken tupfen, halbieren und entsteinen. Den Hefeteig nochmals gut durchkneten.

Eine Fettpfanne fetten und den Hefeteig darin ausrollen. Die Pflaumen mit der gewölbten Seite nach unten darauf legen darauf geben. Weitere 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 30 Minuten backen.

Arbeitszeit: ca. 30 Min.

Pflaumenkuchen (vegan)

Rezept für 1 Portion
Zutaten:

1 kg Pflaumen, ca
1 Blätterteig, TK, rund
Rohrohrzucker
Zimt

Zubereitung:

Den TK Blätterteig auftauen und ausrollen. Pflaumen entkernen, halbieren und den Teig so belegen, dass ein ca. 1 cm breiter Rand unbelegt bleibt.
20 bis 25 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad backen. Noch warm mit Zucker und Zimt bestreuen.

Arbeitszeit: ca. 10 Min.

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