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Liebe geht DOCH durch den Magen: Das Liebesmal vom Liebesmahl

Archivmeldung vom 04.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Grafik: Herbert Jost-Hof
Grafik: Herbert Jost-Hof

Von Beziehungen überleben oft nur Erinnerungen, manchmal aber auch sehr tiefe Gefühle. Schließlich bleiben einem viele Begegnungen nicht einfach so in den Kleidern hängen. Manche aber schon ... gewissermaßen.

Es ist Sommer. Das ist gut. Die Sonne scheint. Das ist noch besser. Und Du hast Urlaub – und das ist überhaupt das Allerbeste.
In diesem Jahr wirst Du ihn nicht am Strand verbringen, sondern auf einem Weingut in Frankreich, das dem Freund einer Bekannten Deiner Cousine gehört … und um all diese Ecken bist Du plötzlich zu einer Einladung gekommen, die Du natürlich gern angenommen hast. Erst recht, nachdem Deine Cousine Dir ein Foto gezeigt hat, auf dem so etwa alle verfügbaren heiratsfähigen Männer passenden Alter zu sehen sind, die dort herumlaufen. Jedenfalls hat sie das behauptet.

Nun willst Du nicht heiraten, jedenfalls nicht gleich. Aber so ein Sommerflirt mit einem gutaussehenden und hochromantischen Franzosen, das wäre schon irgendwie in Deinem Sinn. Schließlich warst Du schon immer frankophil … obwohl der Umstand, dass Du mit 21 Jahren für etwa drei Wochen einem Kerl namens Frank nachgeschmachtet hast, der sich als wirklicher Rohrkrepierer in jeder denkbaren Hinsicht erwies, diese Begeisterung fast zu einem abrupten Ende gebracht hätte. Aber schließlich ist das ja etwas ganz Anderes. Eigentlich und sowieso.

Also packst Du Deine Koffer und überlegst, was Du wohl an- und was Du ausziehen könntest, um gut auszusehen. Deine Kleiderschränke sind gut gefüllt, dementsprechend dauert die Klärung dieser Fragen dann doch etwas länger.
Nach mehreren Stunden hast Du das Gefühl, alles mindestens einmal in der Hand gehabt zu haben, die in Betracht gezogenen Teile Deiner Garderobe sind durch das ganze Schlafzimmer verstreut, aber nur wenig davon hat bislang den Weg in den Koffer gefunden.

Bei dem Versuch, Dich zu einem neuen Auswahlprinzip inspirieren zu lassen von all den netten Dingen, nimmst Du auch dieses sandfarbene Kostüm wieder in die Hand, drehst es hin und her, betrachtest es und prüfst es auf sein Romantik- und Verführungspotenzial.
Das ist wirklich ein schönes Stück. Man kann eine Menge damit anfangen, der Stoff ist dankbar und pflegeleicht, es lässt sich gut kombinieren und mit wenigen geübten Griffen kann man sich daraus befreien … wenn das gewünscht oder erforderlich ist.
Warum hast Du es eigentlich so lange nicht mehr angehabt?

Gerade als diese Frage durch Deinen Kopf spukt, fällt Dir der kleine Fleck am Rocksaum auf … und es scheint, als würden damit Deine Erinnerungen aufgeschlossen …

Das ist vor vier Jahren gewesen. Kaum zu glauben, aber so lange ist das wirklich schon her und hättest Du nicht dieses Händchen für weitgehend zeitlose Formen, dann wäre dieses Kostüm inzwischen längst unter den Schnittmustern und Farben vergangener Moden begraben. Damals war es ganz neu und Du hattest es nicht zuletzt mit dem Gedanken gekauft, diesem ganz bestimmten Mann zu gefallen, der damals Dein bevorzugtes Objekt der Begierde gewesen war: „Kai“ mit Namen, groß, schlank, braungebrannt und Erbe einer gutgehenden Anwaltskanzlei. Fast ein Traummann … aber auch nur fast.

Du hattest alle Register gezogen, inklusive der Umsetzung aller Verführungstipps Deiner Freundin Jules - eigentlich „Juliane“, aber „Jules“ klang doch viel besser, fand sie zumindest, und es gab ihr ihrem persönlichen Dafürhalten nach etwas von einem Hollywoodstar und amerikanischen Filmkomödien, die eigentlich Remakes von französischen Filmen waren … aber so genau will das vielleicht gar keiner wissen.

„Himbeeren“, hatte Jules jedenfalls gesagt, „Himbeeren sind eigentlich sehr erotisch. Und sie sind einfach lecker. - Außerdem kenne ich jemanden, der Dir Himbeeren gewissermaßen aus eigener Zucht besorgen kann, garantiert biologisch okay und so...“, denn, so schloss sie an, man könnte niemanden verführen mit minderwertigem Obst, das wäre a) ungesund und b) schlechter Stil, weshalb man c) sich und gegebenenfalls auch dem betreffenden Mann mehr schuldig wäre.

So prätentiös Jules auch sein konnte, von solchen Dingen verstand sie – zugegebenermaßen – mehr als Du und so hattest Du ihren Rat gern angenommen.
Wie sich die Dinge dann im Einzelnen entwickelt hatten, war inzwischen für Dich nicht mehr zu rekapitulieren. Jedenfalls hatte Kai wirklich angebissen. Die Himbeeren, die Deine Freundin Dir aus ihrer Privatquelle mitgebracht hatte, hatten ihre Wirkung nicht verfehlt.- Er hatte sie geliebt und auch Dich, etwa in dieser Reihenfolge. Und Du hattest daher auf den Meister der Rechtsfragen eine zweite süße Attacke mittels einer leckeren Quarkspeise geplant, die ihn Dir endgültig und verbindlich in die Arme hatte treiben sollen.
Diesmal aber hatte Jules Dir den Obstgärtner persönlich schicken müssen, da es um eine kurzfristige Folgeverabredung gegangen war, deren Vorbereitungen sich mit ihrem Terminkalender nicht vertragen hatten.

Als Du ihm die Tür geöffnet hattest, hattest Du bereits dieses Kleid getragen. Eine halbe Stunde später nicht mehr. Undstatt Dich auf das Rendez-vous mit dem Anwalt vorzubereiten, hattest Du mit dem leckeren Obstbauern ein beschleunigtes mündliches Verfahren eröffnet, dessen Schauplatz sich rasch aus der Küche in Dein Wohnzimmer verlagert hatte und in dem die zur Fortführung eines ganz anderen Falles gedachten Himbeeren sich unter die Beweise Eurer Leidenschaft eingereiht hatten, wodurch die meisten von ihnen in Euren Mägen verschwunden waren … und eine einen Fleck auf diesem Rock hinterlassen hatte, während es draußen an der Wohnungstür geklingelt hatte.

Das war das Ende von Dir und Kai gewesen. Und auch der Obstbauer war letztlich nicht mehr geblieben als eine stürmische Affäre … die allerdings noch immer präsent ist und deren Erinnerung aufregend geblieben ist, wohingegen die an den Anwalt ad acta gelegt wurde.

Du nimmst das Kostüm in den Arm, drückst es gegen Deine Wange und schließt für einen Moment die Augen. Dann betrachtest Du es noch einmal, Deine Finger streichen über den Fleck am Saum. - Nein, Du wirst es nicht reinigen lassen. Du wirst es mitnehmen, so wie es ist. Und Du wirst es tragen in Gedanken an all das, was es Dir bedeutet.
Mit der Erkenntnis, dass die Beziehung einer Frau zu einem Mann sich oftmals als flüchtig und oberflächlich erweisen, die Beziehung einer Frau zu ihrer Garderobe aber durchaus tief gehen und andauern kann, legst Du es in den Koffer.

Text von Herbert Jost-Hof

Passend zur Kolumne von Herbert Jost-Hof folgt hier nun das Rezept (das Zweite ist vegan).

Himbeer - Smoothie

Zutaten für 2 Portionen
100 g Himbeeren
150 g Joghurt, fettarmer
½ TL Vanillezucker aus Rohrohrzucker

Zubereitung
Himbeeren waschen und putzen. Die Hälfte der Himbeeren mit Joghurt im Mixer oder mit dem Rührstab fein pürieren, mit Vanillezucker abschmecken und in ein Glas füllen. Die restlichen Himbeeren leicht zerdrücken und unter den Joghurt ziehen.
Arbeitszeit: ca. 2 Min.

Himbeer - Smoothie (vegan)

Zutaten für 2 Portionen
300 g Himbeeren, frisch oder TK
150 g Erdbeeren
½ Banane(n)
2 EL Zitronensaft
50 ml Apfelsaft, naturtrüb
Himbeeren, zum Garnieren

Zubereitung
Die Tiefkühl-Himbeeren auftauen bzw. die frischen Himbeeren zusammen mit der halben Banane, den Erdbeeren und dem Zitronen- und Apfelsaft in einen Mixer geben und fein pürieren. Den gemixten Smoothie vorsichtig durch ein Sieb streichen und in die vorbereiteten Gläser füllen. Mit frischen Himbeeren dekorieren und sofort servieren.
Arbeitszeit: ca. 15 Min.

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