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Liebe geht DOCH durch den Magen: Direkt danach – oder: Hausrezepte

Archivmeldung vom 06.04.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.04.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Grafik: Herbert Jost-Hof
Grafik: Herbert Jost-Hof

Es ist immer schwierig und oft auch schlimm für die Betroffenen, wenn eine Beziehung zu Ende geht. Manchmal braucht man dann den Trost von Schokolade oder vielleicht sogar Alkohol. Mitunter genügen aber Mutters Hausrezepte, um das seelische Gleichgewicht wiederherzustellen.

Er ist weg. Und Du wärest glücklicher, wenn Du dieser Erkenntnis ein „einfach so“ anfügen könntest. Aber es war nicht „einfach so“, sonst hätte es sich nicht so elend angefühlt.
Er ging auch nicht im Streit. Großes Drama wäre ja auch noch in Ordnung gewesen: Schreien, Toben, Türenknallen … Es hätte nach Leidenschaft ausgesehen, nach großen Gefühlen. Doch das war ja gerade das Schreckliche, das war ja gerade das, was unausweichlich zum Ende geführt hatte: Die Abwesenheit von Leidenschaft und das langsame Schrumpfen der großen Gefühle, die kleiner wurden und kleiner und kleiner … bis sie unter Routinen und Angewohnheiten verschwanden, bis der Alltag sie unter seiner unförmigen, von den Motten der Langeweile zerfressenen Decke der Belanglosigkeiten verschwinden ließ.

Ein Gedicht von Erich Kästner fällt Dir ein, das Du vor gefühlten zwei Millionen Jahren in der Schule gelernt hast: „Sachliche Romanze“.
„Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen, sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie anderen Leuten ein Stock oder Hut.“
Ja, irgendwie passt das. - Als Du damals zum ersten Mal diese Zeilen gelesen hattest, waren sie Dir absurd erschienen, denn da war in Dir noch diese Idee gewesen, dieser Glaube an die ganz, ganz große romantische Liebe, wie man ihn nur als Teenager haben kann, ohne sich komplett lächerlich zu machen.

So ist das jetzt … die Liebe kam abhanden. Und nun – folgerichtig – auch er. Wo seine Schuhe standen, ist nun ein freier Fleck, wo seine Sachen im Schrank hingen, blieben leere Kleiderbügel. Und Du stehst zwischen all jenen Dingen, die nicht mehr sind, die keine Spuren und keine Schatten hinterlassen haben und fragst Dich, wie es so weit kommen konnte. Womit Du nicht das Ende dieser Beziehung meinst, sondern ihren Anfang.
Die Antwort ist ebenso schlicht wie unangenehm. Es kam so, weil Ihr beide es wolltet. Nur dummerweise wurde Euch nicht klar, dass Ihr nicht das Selbe, ja nicht einmal wirklich das Gleiche wolltet. Es schien alles so gut zu passen. Ihr habt Euch nie wirklich gestritten … ja, das hätte Dir zu denken geben sollen. Offensichtlich ist es leicht, mangelndes Interesse an der anderen Person mit Harmonie zu verwechseln.

Dir ist nicht einmal zum Heulen. Auch das wäre zu viel Engagement. Diese ganze Beziehung hatte nicht so viel Emotionen, kein Wunder, wenn ihr Verlust nicht tränenreich ist. Nein, Dir ist nicht zum Heulen. Eigentlich ist Dir nur flau im Magen. Es fühlt sich an wie eine Darmgrippe. Dieser Gedanke bringt Dich zum Lachen. Das ist also, was aus den wenigen Schmetterlingen im Bauch geworden ist, die Du Dir in der ersten Phase der Verliebtheit eingeredet hast!

Und diese Einsicht hilft. Er hilft Dir zu dem Entschluss, etwas zu tun, endlich wieder aktiv zu werden. Du wirst, in ehrendem Gedenken Deiner und aller anderer Mütter, das tun, was seit Generationen als Standard gilt bei allen Formen körperlicher Verstimmung und aufkeimenden Ungemachs. Du wirst Dir eine Hühnersuppe kochen – das ist gut für und gegen alles. Da ist noch das gerupfte Skelett des Osterbratens, Eures letzten gemeinsamen umfangreicheren Mahls und das ist ausreichend, um Dir zu geben, was Du nun benötigst: Etwas Warmes in den Magen, dass Dich erinnert an eine Zeit, als für Dich gesorgt wurde und Du es Dir noch leisten konntest, an Ritter auf weißen Pferden zu glauben und auf deren Erscheinen zu warten.

Ja, manchmal kann man eine Beziehung mit Champagner begießen. Und manchmal mit einer Tasse wirklich guter Suppe nach altem Hausrezept.
Auf das Ende, das ein Anfang sein wird! Und auf die Romantik, die nie wirklich ganz untergeht ...

Text von Herbert Jost-Hof

Passend zur Kolumne von Herbert Jost-Hof folgen hier nun zwei Rezepte, eines davon vegan.

Hühnersuppe

Zutaten für 4 Portionen
800 g Huhn (Hühnersuppenteile)
1 Stück Lauch /Porree
1/2 Knolle/n Sellerie
5 Möhre(n)
4 Zwiebel(n)
3 Würfel Brühe, instant
100 ml Weißwein
1/2 Bund Petersilie
Olivenöl

Zubereitung
In einer Pfanne die Hähnchenteile leicht anbraten.
Parallel zwei Zwiebeln halbieren und anschließend die vier Hälften im großen Suppentopf mit Olivenöl anbraten.
Sellerie, Lauch, Möhren und die übrigen zwei Zwiebeln in Würfel schneiden, zu den Zwiebelhälften in den Suppentopf geben und ebenfalls anbraten. Nach einigen Minuten den Weißwein hinzu geben und weiter braten lassen. Nachdem der Weißwein fast verkocht ist, noch die Hühnerteile, die grob gehackte Petersilie sowie die Brühewürfel mit 1,5 L Wasser dazu geben. Die Hühnersuppe gute 60 Minuten köcheln lassen.
Nach 45 Minuten die Hühnerteile heraus nehmen, das Fleisch abrupfen und wieder hinzu geben.
Arbeitszeit: ca. 30 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 1 Std.

Kohlsuppe

Zutaten für 4 Portionen
1 kl. Kopf Weißkohl
6 große Karotte(n)
1 kl. Kopf Sellerie
2 Stange/n Lauch
Gemüsebrühe, gekörnte
1 kl. Bund Petersilie

Zubereitung
Den geputzten Weißkohl hobeln, Karotten und Sellerie schälen und klein schneiden, Den Lauch putzen, gründlich waschen und ebenfalls klein schneiden.

Alles Gemüse in einen großen Topf geben und mit Wasser auffüllen, bis das Gemüse bedeckt ist. Zum Kochen bringen und ca. eine halbe Stunde köcheln lassen.

Die Petersilie fein hacken, zu dem Gemüse geben und die Suppe mit gekörnter Brühe würzig abschmecken. Nochmals 5-10 Minuten köcheln lassen, dann servieren.

Arbeitszeit: ca. 20 Min.

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