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Vodafone will mit Bündnis gegen Funklöcher vorgehen

Archivmeldung vom 23.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Leider wird über die Gefahren zu wenig gesprochen, wie dass ein Gericht in Italien eine Tumorbildung durch Mobilfunk-Strahlung anerkannte! (Symbolbild)
Leider wird über die Gefahren zu wenig gesprochen, wie dass ein Gericht in Italien eine Tumorbildung durch Mobilfunk-Strahlung anerkannte! (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Der Mobilfunknetzbetreiber Vodafone will in Deutschland mit einem Bündnis gegen Funklöcher vorgehen. Er wünsche sich eine Allianz von Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica für den Ausbau der Infrastruktur gegen weiße Flecken auf der Landkarte ohne Handyempfang, sagte der Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter der "Welt am Sonntag".

Sein Vorschlag: "Wir drei Netzbetreiber, die wir wirklich in Deutschlands Infrastruktur investieren wollen, teilen uns die Flecken auf. Jeder baut dann ein Drittel davon aus", so der Vodafone-Deutschlandchef. Dann würde einer die Mobilfunkstation bauen, und alle drei Netzbetreiber könnten dann ihre Antennen daran hängen. Eine zusätzliche öffentliche Förderung würde ebenfalls helfen. "Es geht ja oft um abgelegene Regionen, bei denen es auch ein politisches Interesse gibt, dass dort ausgebaut wird", so Ametsreiter weiter. Nationales Roaming hält er dagegen für den falschen Weg, um ein besseres Netz zu bekommen.

"Ich ärgere mich ja selber über Funklöcher", sagte der Vodafone-Chef. Er wisse, dass "wir noch nicht gut genug sind". Aber das nationale Roaming schließe kein einziges Funkloch. Dies könne nur durch neue Mobilfunkmasten geschehen. Durch nationales Roaming werde "da nichts besser, nur noch schlechter". Hoffnungen nach einem schnellen Ausbau der 5G-Netze versetzt er einen Dämpfer. "Es braucht acht bis zwölf Jahre, um mit einem neuen Netz eine gute Abdeckung zu erreichen", sagte Ametsreiter. Nicht jeder Nutzer in ländlichen Regionen brauche zudem zu Beginn 5G. In vielen Fällen würde das bisherige LTE-Netz ausreichen.

"Es ist auch gar nicht möglich, 5G mit einem Schlag an jede Milchkanne zu bringen, jedes Netz muss sich entwickeln", so der Vodafone-Deutschlandchef weiter. Er warnte außerdem davor, chinesische Unternehmen vom Bau der neuen 5G-Mobilfunknetze auszuschließen. "Der Netzausbau in Deutschland würde teurer werden, und er würde erheblich länger dauern, möglicherweise sogar zwei oder drei Jahre", sagte Ametsreiter der "Welt am Sonntag". Um mehr Sicherheit zu gewährleisten, schlägt er aber schärfere Sanktionsmöglichkeiten vor. "Ich fände es besser, wenn wir eine europäische Lösung finden würden, die alle Ausrüster mit einschließt - und nicht nur bestimmte diskriminiert", so der Vodafone-Chef weiter. Dafür brauche man strengere Kontrollen und unabhängige Prüfinstitute für alle Hersteller. Und "knallharte Konsequenzen, wenn tatsächlich Datenmissbrauch oder Sabotage" stattfinde. "So müssten dann überführte Unternehmen die Investitionen der vergangenen fünf Jahre zurückerstatten, und zwar in allen Ländern", so Ametsreiter weiter.

Man käme so auf Summen von 20 bis 30 Milliarden Euro. Dies könne präventiv wirken. Eine solche Regelung müsste aber für europäische, chinesische und US-Ausrüster gleichermaßen gelten. Für einen generellen Ausschluss vom Netzausbau müsse es Beweise geben. "Derzeit wird die Diskussion leider frei von Fakten geführt", sagte der Vodafone-Deutschlandchef der "Welt am Sonntag". Sowohl das nationale Roaming als auch der mögliche Ausschluss chinesischer Netzausrüster beim Bau der kommenden Mobilfunknetze der fünften Generation werden derzeit in Berlin politisch diskutiert. Möglich wäre eine entsprechende Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Die Bundesnetzagentur bereitet aktuell die Versteigerung von 5G-Frequenzen vor. Unter anderem wegen des nationalen Roamings klagen alle drei Netzbetreiber gegen die Lizenzbedingungen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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