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Dosenirrsinn bei Aldi zur Fußball-Europameisterschaft: Discounter missachtet Abfallvermeidung und Klimaschutz

Archivmeldung vom 23.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Jürgen Resch (2018)
Jürgen Resch (2018)

Bild: Screenshot Youtube Video: "Jürgen Resch zu Gerichtsurteil über Diesel-Fahrverbote in Mainz am 24.10.18" / Eigenes Werk

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert den massenhaften Verkauf von Bier in klimaschädlichen Getränkedosen beim Discounter Aldi Nord zur Fußball-Europameisterschaft. Seit dem Start der Europameisterschaft am 11. Juni 2021 werden bei Aldi Nord dutzende neue Biersorten in Dosen angeboten.

Zahlreiche Ökobilanzen belegen jedoch, dass Dosen zu den unökologischsten Getränkeverpackungen gehören. Nach Einschätzung der DUH nimmt der Discounter seine eigenen Aussagen zur sogenannten "Aldi-Verpackungsmission" nicht ernst. Demnach möchte Aldi Verpackungen vermeiden, wiederverwenden und recyceln. Doch in der Praxis passiert das genaue Gegenteil: Anstatt Getränke in vielfach wiederverwendbaren Mehrwegflaschen anzubieten und so Abfälle zu vermeiden, setzt der Discounter auf umweltschädliche Dosen.

"In den vergangenen Monaten hat Aldi Nord versucht, sein Image mit Nachhaltigkeitsberichten und Pressemeldungen zu Verpackungsinitiativen aufzupolieren. Pünktlich zur Fußball-EM beweist der Discounter allerdings einmal mehr, dass ihm Profitdenken und Billigstpreise wichtiger sind als Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die Bierdose ist ein klares Statement gegen den Klimaschutz. Besonders absurd ist das Angebot regionaler Biermarken in Dosen, wo doch bekannt ist, dass regionale Mehrwegflaschen die ökologischsten Getränkeverpackungen sind. Aldi hat die Zeichen der Zeit noch immer nicht verstanden", kritisiert die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Die DUH fordert den Discounter zum Stopp seiner Dosenkampagne auf und verlangt außerdem die Einhaltung der im Verpackungsgesetz festgelegten Mehrwegquote von 70 Prozent. Die aktuelle Dosenkampagne von Aldi Nord belegt einmal mehr, dass weite Teile des Handels die gesetzliche Mehrwegquote ignorieren. Deshalb fordert der Umwelt- und Verbraucherschutzverband außerdem die Einführung einer Lenkungsabgabe auf Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen von mindestens 20 Cent zusätzlich zum Pfand. Eine konsequente Mehrwegförderung muss integraler Bestandteil der Klimaschutzstrategie der kommenden Bundesregierung sein. Die Einnahmen aus der Einwegabgabe sollen zur Mehrwegförderung eingesetzt werden.

"Alle bisherigen Ökobilanzen bestätigen die ökologischen Nachteile von Getränkedosen. Die Dosenherstellung verbraucht viel Energie, belastet das Klima und verursacht durch den Abbau von Bauxit die Entstehung giftiger Abfälle wie Rotschlamm. Zu einer nachhaltigen Verpackungsmission gehören keine Getränkedosen, sondern regionale Mehrwegflaschen", sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Durch die hohen Schmelzpunkte von Aluminium und Weißblech wird bei der Herstellung von Dosen besonders viel Energie verbraucht. Sie legen aufgrund weniger Abfüllstandorte zumeist lange Transportstrecken zurück und beinhalten nur teilweise Recyclingmaterial. Getränkedosen weisen zudem ein eher kleines Füllvolumen auf, weshalb für wenig Inhalt vergleichsweise viel Verpackungsmaterial benötigt wird. Bei der Gewinnung von Aluminium entsteht als Abfallprodukt außerdem schwermetallhaltiger und giftiger Rotschlamm. Dieser muss in speziellen Becken gelagert werden und stellt eine Bedrohung für die Umwelt dar.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (ots)

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