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DIHK: Deutscher Wirtschaft fehlen Unternehmer

Archivmeldung vom 06.08.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.08.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: berlin-pics  / pixelio.de
Bild: berlin-pics / pixelio.de

Der deutschen Wirtschaft fehlen Unternehmer: "Wir werden 2050 allein aufgrund der demografischen Entwicklung eine Millionen weniger Selbstständige in Deutschland haben als heute", sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dem "Handelsblatt". "Das ist ein Problem. Denn wir haben eine stark vom Mittelstand geprägte Wirtschaftsstruktur, die vom aktiven Unternehmertum lebt."

Doch nicht nur die demografische Entwicklung bereitet Schweitzer Sorge, auch die mangelnde Bereitschaft, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, treibt ihn um: "Die Zahl derjenigen, die von sich sagen, sie könnten sich eine Selbstständigkeit vorstellen, sinkt in Deutschland Jahr für Jahr. Der Wert liegt jetzt bei nur noch 29 Prozent. In China dagegen sagen 56 Prozent der Menschen, für sie komme Selbstständigkeit in Frage", sagte Schweitzer.

2007 waren es in Deutschland noch 41 der Erwerbstätigen, die sich grundsätzlich vorstellen können, ein Unternehmen zu gründen. 2000 waren es sogar 46 Prozent. Die Probleme, die sich daraus ergeben könnten, sind aus Sicht des DIHK beachtlich: "Ein kleiner werdender deutscher Mittelstand tritt in den Wettbewerb mit Millionen neuer innovativer Startups in aller Welt", heißt es in einem aktuellen DIHK-Papier, mit dem der Verband seinen im April vorgestellten "Gründerreport 2013" fortschreibt.

Besonders alarmierend ist aus Sicht des DIHK aber nicht nur die quantitative Entwicklung, sondern auch die qualitative: In Deutschland seien nur acht Prozent aller Gründungen als "technologisch innovativ" einzuordnen. Deutschland liegt damit laut DIHK lediglich im Mittelfeld der Industrienationen. Als Ursache für die unterdurchschnittliche Bereitschaft, in die Selbstständigkeit zu wechseln, nennt Schweitzer verschiedene Faktoren.

"Wir sind in Deutschland einerseits sehr risikoscheu. Auf der anderen Seite wird Scheitern nicht akzeptiert. Man ist gesellschaftlich geächtet, wenn man mit einem Unternehmen Schiffbruch erleidet. Beide Aspekte gemeinsam haben eine lähmende Wirkung", sagte der DIHK-Präsident.

Der DIHK fordert, Unternehmertum für alle gesellschaftlichen Gruppen attraktiv zu machen. So könne ein Ausbau der Ganztagsschulen Eltern die Unternehmensgründung erleichtern. Auch das Potenzial älterer Gründer könne man besser erschließen, ebenso das der Hochschulabsolventen: "Nur sechs Prozent der deutschen Studenten wollen sich nach dem Studium selbstständig machen, der weltweite Durchschnitt liegt fast doppelt so hoch", heißt es in dem Papier des DIHK. Gerade junge, hoch qualifizierte Gründer hätten aber das Potenzial, sogenannte "Durchbruchsinnovationen" zu entwickeln.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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