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Tag der Jugend: Die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen lebte 2021 hauptsächlich vom Einkommen Angehöriger

Archivmeldung vom 11.08.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.08.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt

Bild: Eigenes Werk /OTT

Wenn es darum geht, wie junge Menschen leben, stellt sich oft auch die Frage, wovon sie leben. Dass sich die meisten im Alter zwischen 15 und 24 Jahren noch in Schule, Studium oder Ausbildung befinden, schlägt sich auch auf ihre finanzielle Situation nieder.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Internationalen Tag der Jugend am 12. August mitteilt, war jeder zweite junge Mensch (51 %) zwischen 15 und 24 Jahren für seinen Lebensunterhalt im Jahr 2021 hauptsächlich auf das Einkommen der Eltern oder anderer Angehöriger angewiesen. 38 % verdienten ihr Geld überwiegend selbst, bezogen ihr Haupteinkommen 2021 also aus eigener Erwerbstätigkeit.

Vor 30 Jahren war dieses Verhältnis noch umgekehrt: Im Jahr 1991 bestritt mehr als die Hälfte (52 %) der 15- bis 24-Jährigen ihren Lebensunterhalt hauptsächlich aus eigener Erwerbstätigkeit. Damals waren 40 % - das sind 11 Prozentpunkte weniger als 2021 - hauptsächlich vom Einkommen Angehöriger abhängig.

Jeder zehnte junge Mensch zwischen 15 und 24 Jahren bezog sein Haupteinkommen 2021 aus öffentlichen Leistungen. Im ersten Corona-Jahr 2020 war es fast jeder achte junge Mensch (12 %) und damit der höchste Stand seit der Vereinigung von Ost- und Westdeutschland.

7,5 % der 15- bis 24-Jährigen in Deutschland nicht in Bildung oder Beruf

Dass zuletzt vergleichsweise viele junge Menschen auf öffentliche Leistungen angewiesen waren, spiegelt sich auch im Anteil der 15- bis 24-Jährigen wider, die weder einer Schul- oder Berufsausbildung noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Dieser lag 2021 bei 7,5 % und ist somit im Vergleich zum Zehnjahrestief von 5,7 % im Jahr 2019 zuletzt wieder leicht angestiegen.

Jugenderwerbslosigkeit in Deutschland binnen 15 Jahren halbiert

Ein weiterer Indikator für die Situation junger Menschen beim Berufsstart und auf dem Arbeitsmarkt ist die Jugenderwerbslosenquote. Sie stellt den Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen, also den Erwerbstätigen und Erwerbslosen, zwischen 15 und 24 Jahren dar. In Deutschland lag die Erwerbslosenquote der Jugendlichen 2021 bei 6,9 %. 15 Jahre zuvor war sie noch doppelt so hoch (13,8 %), seitdem ist sie fast kontinuierlich gesunken.

Jugenderwerbslosenquote im EU-Schnitt mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland

Vergleichsweise zuversichtlich bei der Jobsuche stimmt die relativ niedrige Jugenderwerbslosigkeit sowohl in ihrer Entwicklung als auch im internationalen Vergleich: Deutschland war 2021 wie auch in den Vorjahren das Land mit der niedrigsten Jugenderwerbslosigkeit in der Europäischen Union (EU). Dies ist auch auf das duale Ausbildungssystem in Deutschland zurückzuführen. Im Durchschnitt aller 27 EU-Mitgliedstaaten war die Erwerbslosenquote unter den 15- bis 24-Jährigen mehr als doppelt so hoch (16,6 %) wie hierzulande. In Griechenland (35,5 %) und Spanien (34,8 %) war 2021 mehr als ein Drittel der Erwerbspersonen zwischen 15 und 24 Jahren erwerbslos.

Fast ein Drittel der abhängig Beschäftigten zwischen 15 und 24 Jahren atypisch beschäftigt

Unter den Kernerwerbstätigen, also den Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren, die weder in Ausbildung noch in einem Freiwilligendienst sind, waren 2021 in Deutschland rund 33,5 Millionen Menschen abhängig beschäftigt. Darunter waren gut 1,6 Millionen im Alter von 15 bis 24 Jahren. Fast ein Drittel (29,2 %) dieser Beschäftigten zwischen 15 und 24 Jahren arbeitete in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis, das heißt entweder befristet, in Teilzeit mit weniger als 21 Wochenstunden, geringfügig beschäftigt oder in Zeitarbeit. In der jungen Altersgruppe war dieser Anteil vor allem wegen der verbreiteten befristeten Beschäftigung deutlich höher als bei allen Beschäftigten unabhängig vom Alter (21,2 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)

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